mini|Friedhof Söflingen (2024) Der Friedhof Söflingen wurde 1626 in Söflingen (heute ein Stadtteil von Ulm) angelegt. Von den zwölf städtischen Friedhöfen ist er nach dem Hauptfriedhof der zweitgrößte der Stadt.

Lage mini|Südseite der Trauerhalle mit Glockenturm mini|Kreuzkapelle mini|Gräberfeld im Frühjahr Der Friedhof liegt an einem Nordhang bei der Leonhardskapelle an der Neuen Gasse. Er wird im Osten von der St.-Leonhard-Straße und im Nordwesten teilweise von einem Abschnitt der Jörg-Syrlin-Straße begrenzt. Im Süden und Westen schließen sich private Grünflächen und Kleingärten an.

Die Einfriedung besteht entlang der St.-Leonhard-Straße bis etwa auf Höhe der Rudolfstraße aus einer weiß verputzten Mauer, die anschließend in einen begrünten Maschendrahtzaun übergeht.

Geschichte Im Jahr 1626 wurde der Friedhof unmittelbar bei der seit 1490 bestehenden Leonhardskapelle neu angelegt. Zuvor wurden die verstorbenen Söflinger Katholiken auf dem Alten Friedhof in Ulm oder auf den Friedhöfen umliegender Gemeinden bestattet.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Friedhof mehrfach erweitert, bis er seine heutige Größe erreichte. Er ist heute der zweitgrößte Friedhof in Ulm.

Gebäude Trauerfeierhalle Im unteren Drittel des Hanges befindet sich auf der Westseite eine weiß verputzte Leichen- und Trauerfeierhalle, die als Ersatz für eine frühere Leichenhalle errichtet wurde und etwa 150 Sitzplätze bietet. Die Nordseite der Halle mit dem Eingangsbereich ist vollständig verglast. An einer zum Vorplatz gerichteten Außenwand befindet sich ein Mosaik mit einer Darstellung Jesu. Auf dem Vorplatz steht eine schmale, hohe Metallstele mit einem Kreuz.

Der unmittelbare Umgriff der Halle wurde in den 2020er Jahren gärtnerisch neu gestaltet. Um einen kleinen Teich herum wurden Blumenbeete angelegt und Sitzbänke aufgestellt.

Südlich der Halle steht in einem Beet ein kleiner Glockenturm mit der Friedhofsglocke.

Kreuzkapelle Die kleine Kreuzkapelle im älteren Bereich des Friedhofs enthält hinter einem Gitter eine Kreuzigungsgruppe mit lebensgroßen, farbig gefassten Holzskulpturen.

Gestaltung Innerhalb des Friedhofsgeländes führen mehrere asphaltierte Wege den Hang hinauf zu den verschiedenen Abteilungen mit unterschiedlichen Grabarten.

Der Friedhof ist in größeren Abständen mit älteren Laub- und Nadelbäumen bestanden. Zwischen den Abteilungen bestehen neben den befestigten Wegen Abgrenzungen durch niedrige Laubhecken. Im Frühjahr sind die Wiesenflächen zwischen den Gräbern mit Krokussen und bunten Primeln durchsetzt.

Im südlichen oberen Bereich des Friedhofs wurde 2022 eine Urnengemeinschaftsanlage mit Stelen neu angelegt.

Denkmale und Kriegsgräber mini|Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs mini|Gräberfeld für zivile Opfer des Zweiten Weltkriegs Im nördlichen Teil befindet sich ein großes steinernes Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs aus Söflingen. Wenige Meter daneben wurde ein modernes Denkmal für die Opfer des Zweiten Weltkriegs errichtet. Die Inschrift lautet: DIEVORSTADTGEMEINDESÖFLINGEN BEKLAGT 685 BÜRGER DIE IM ZWEITEN WELTKRIEG 1939–1945 IHR LEBEN LIESSEN 282 GEFALLENE 118 VERMISSTE 285 OPFER DURCH FLIEGERANGRIFFE BESINNT EUCH IHR LEBENDEN

Zwei weitere Bereiche dienen als Gedenkstätten für zivile Opfer des Zweiten Weltkriegs. Dort tragen gleichförmige niedrige Kreuze aus dunklem Metall die Namen und Lebensdaten der Verstorbenen. In jedem dieser Felder steht ein Gedenkstein mit der Aufschrift: HIER RUHEN OPFER DES 2. WELTKRIEGES 1939–1945 BESINNT EUCH IHR LEBENDEN.

Zugang und Parken Der Zugang zum Friedhof ist zu Fuß an mehreren Stellen über kleine Tore – teilweise mit Treppenstufen – möglich. Die Trauerfeierhalle ist barrierefrei erreichbar.

Über die Jörg-Syrlin-Straße und die von ihr abzweigende Waldstraße ist ein kleiner Besucherparkplatz in der Nähe der Trauerfeierhalle erreichbar. Weitere Parkmöglichkeiten bestehen entlang der angrenzenden Straßen.

Grabstätten bekannter Persönlichkeiten (Auswahl) Auf dem Söflinger Friedhof fanden folgende bekannte Persönlichkeiten ihre letzte Ruhestätte:

Otto Geigenberger, Maler Ludwig Ferdinand Huber, Schriftsteller Josef Knoll, Pflanzenbauwissenschaftler Ernst Ludwig, Jurist und Politiker Johann Nepomuk Meichsner, Maler Barbara Schäuffelen, Journalistin und Autorin Otmar Schäuffelen, Tierarzt und Sachbuchautor

Weblinks

Stadt Ulm: Friedhofsplan online mit der Möglichkeit zur Gräbersuche

Einzelnachweise

Soflingen Soflingen Kategorie:Bauwerk auf der Schwäbischen Alb Kategorie:Gegründet 1626 Kategorie:Kultur (Ulm)