gerahmt|Unterwesterwaldkreis, 1905 mini|In Rot der Unterwesterwaldkreis von 1886 bis 1932 innerhalb des heutigen Westerwaldkreises mini|In Rot der Unterwesterwaldkreis von 1932 bis 1974 innerhalb des heutigen Westerwaldkreises
Der Unterwesterwaldkreis war ein Landkreis in Rheinland-Pfalz. Er hatte seinen Sitz in Montabaur.
Geographie Der Landkreis grenzte Anfang 1969 im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den Oberwesterwaldkreis (in Rheinland-Pfalz), an den Landkreis Limburg (in Hessen) sowie an den Unterlahnkreis, an den Loreleykreis, an die kreisfreie Stadt Koblenz und an die Landkreise Koblenz und Neuwied (alle wiederum in Rheinland-Pfalz).
Geschichte Der Unterwesterwaldkreis entstand durch die preußische Verordnung vom 22. Februar 1867 nach der Annexion des Herzogtums Nassau durch Preußen im Zuge des Deutschen Krieges aus dem nassauischen Amt Montabaur und dem größten Teil des nassauischen Amtes Selters.
Die Provinz Hessen-Nassau wurde in die zwei Regierungsbezirke Kassel für das vorherige Kurfürstentum Hessen und Wiesbaden für das ehemalige Herzogtum Nassau aufgeteilt. Die Regierungsbezirke wurden wiederum in Landkreise unterteilt.
Im Jahr 1886 schied das ehemalige nassauische Amt Wallmerod aus dem Unterwesterwaldkreis aus und wurde Teil des neuen Kreises Westerburg. Am 1. Oktober 1932 wurde im Rahmen einer preußischen Gebietsreform der Kreis Westerburg wieder aufgelöst und seine südlichen Gemeinden kehrten wieder in den Unterwesterwaldkreis zurück.
Im Jahr 1944 wurde die Provinz Hessen-Nassau aufgeteilt, wobei der Unterwesterwaldkreis in die Provinz Nassau eingegliedert wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Kreis Teil der französischen Besatzungszone. Diese wurde später in mehrere deutsche Länder aufgeteilt, wobei der Unterwesterwaldkreis zu Rheinland-Pfalz kam. Der zuständige Regierungsbezirk war bis 1968 Montabaur und danach der Regierungsbezirk Koblenz.
Am 7. November 1970 wechselte die Gemeinde Marienhausen in den Landkreis Neuwied. Gleichzeitig wechselte die Gemeinde Düringen aus dem Oberwesterwaldkreis in den Unterwesterwaldkreis und wurde nach Wölferlingen eingemeindet. Am 29. Januar 1971 wechselten auch die Gemeinden Niedersayn und Sainerholz aus dem Oberwesterwaldkreis in den Unterwesterwaldkreis. Insgesamt verringerte sich die durch die 1969 beginnenden Gebietsreformen in Rheinland-Pfalz die Zahl der Gemeinden des Kreises bis 1974 von 90 auf 78.
Der Unterwesterwaldkreis wurde am 16. März 1974 aufgelöst. Die Gemeinde Arzbach kam zum Rhein-Lahn-Kreis und die Gemeinde Stromberg wurde in die Stadt Bendorf im Landkreis Mayen-Koblenz eingemeindet. Alle übrigen Gemeinden bildeten zusammen mit dem ebenfalls aufgelösten Oberwesterwaldkreis den neuen Landkreis Westerwald. Dieser wurde bereits wenige Monate später am 1. August 1974 in Westerwaldkreis umbenannt.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1871 51.825 1900 45.377 1910 47.442 1925 49.696 1939 60.073 1950 68.119 1960 74.000 1970 85.900 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972 S. 28 1972 88.393
Landräte 1867–1884Friedrich von Korff gen. Schmising-Kerssenbrock 1884–1891Adolph Dombois 1891–1894Paul Spickendorff 1894–1906Adolf Schmidt 1906–1914Peter Marschall von Bieberstein 1914–1923Hans Bertuch 1923–1923Heinrich Roth 1924–1933Richard Collet 1933–1945Rudolf von Preuschen von und zu Liebenstein 1946–1947Heinrich Roth 1948–1961Alfons Feid 1961–1970Georg Klinkhammer 1970–1974Norbert Heinen
Gemeinden Die folgende Liste enthält alle Gemeinden, die dem Unterwesterwaldkreis zwischen 1886 und 1974 angehörten. Bei den vor 1974 aufgelösten Gemeinden werden die heutige Zugehörigkeit und das Datum der Eingemeindung angegeben. Gemeinde NassauischesAmt HeutigerKreis HeutigeVerbands-gemeinde HeutigeGemeinde Datum derEingemeindung Alsbach Selters WW Ransbach-Baumbach Arzbach Montabaur EMS Bad Ems-Nassau Bannberscheid Montabaur WW Wirges Baumbach Selters WW Ransbach-Baumbach 7. Juni 1969 Bladernheim Montabaur WW Montabaur 22. April 1972 Boden Montabaur WW Montabaur Breitenau Selters WW Ransbach-Baumbach Caan Selters WW Ransbach-Baumbach Daubach Montabaur WW Montabaur Deesen Selters WW Ransbach-Baumbach Dernbach Montabaur WW Wirges Dreikirchen WW Wallmerod Ebernhahn Montabaur WW Wirges Eitelborn Montabaur WW Montabaur Elgendorf Montabaur WW Montabaur 22. April 1972 Ellenhausen Selters WW Selters Eschelbach Montabaur WW Montabaur 22. April 1972 Ettersdorf Montabaur WW Montabaur 22. April 1972 Freilingen Selters WW Selters Freirachdorf Selters WW Selters Gackenbach Montabaur WW Montabaur Girod Wallmerod WW Montabaur Goddert Selters WW Selters Goldhausen Wallmerod WW Ruppach-Goldhausen 7. Juni 1969 Görgeshausen Wallmerod WW Montabaur Grenzau Selters WW Höhr-Grenzhausen 1. April 1936 Grenzhausen Selters WW Höhr-Grenzhausen 1. April 1936 Großholbach Wallmerod WW Montabaur Hartenfels Selters WW Selters Heilberscheid Wallmerod WW Montabaur Heiligenroth Montabaur WW Montabaur Helferskirchen Selters WW Wirges Herschbach Selters WW Selters Hilgert Selters WW Höhr-Grenzhausen Hillscheid Montabaur WW Höhr-Grenzhausen Höhr Selters WW Höhr-Grenzhausen 1. April 1936 Höhr-Grenzhausen, Stadt WW Höhr-Grenzhausen Holler Montabaur WW Montabaur Horbach Montabaur WW Montabaur Horressen Montabaur WW Montabaur 22. April 1972 Hübingen Montabaur WW Montabaur Hundsangen Wallmerod WW Wallmerod Hundsdorf Selters WW Ransbach-Baumbach Kadenbach Montabaur WW Montabaur Kammerforst Selters WW Höhr-Grenzhausen Kleinholbach Wallmerod WW Girod 7. Juni 1969 Krümmel Selters WW Selters Leuterod Montabaur WW Wirges Marienhausen Selters NR Dierdorf Marienrachdorf Selters WW Selters Maroth Selters WW Selters Maxsain Selters WW Selters Mogendorf Selters WW Wirges Montabaur, Stadt Montabaur WW Montabaur Moschheim Montabaur WW Wirges Nauort Selters WW Ransbach-Baumbach Nentershausen Wallmerod WW Montabaur Neuhäusel Montabaur WW Montabaur Niederelbert Montabaur WW Montabaur Niedererbach Wallmerod WW Montabaur Niedersayn (ab 1971) Wallmerod WW Wirges Nomborn Wallmerod WW Montabaur Nordhofen Selters WW Selters Oberelbert Montabaur WW Montabaur Obererbach Wallmerod WW Wallmerod Oberhaid Selters WW Ransbach-Baumbach Oberhausen Wallmerod WW Dreikirchen 7. Juni 1969 Ötzingen Montabaur WW Wirges Pütschbach Wallmerod WW Dreikirchen 7. Juni 1969 Quirnbach Selters WW Selters Ransbach Selters WW Ransbach-Baumbach 7. Juni 1969 Ransbach-Baumbach, Stadt WW Ransbach-Baumbach Reckenthal Montabaur WW Montabaur 22. April 1972 Rückeroth Selters WW Selters Ruppach Wallmerod WW Ruppach-Goldhausen 7. Juni 1969 Ruppach-Goldhausen WW Montabaur Sainerholz (ab 1971) Wallmerod WW Ötzingen 20. März 1971 Schenkelberg Selters WW Selters Selters Selters WW Selters Sessenbach Selters WW Ransbach-Baumbach Sessenhausen Selters WW Selters Siershahn Montabaur WW Wirges Simmern Montabaur WW Montabaur Stahlhofen Montabaur WW Montabaur Staudt Montabaur WW Wirges Steinefrenz Wallmerod WW Wallmerod Steinen Selters WW Selters Stromberg Selters MYK Bendorf 16. März 1974 Untershausen Montabaur WW Montabaur Vielbach Selters WW Selters Welschneudorf Montabaur WW Montabaur Weroth Wallmerod WW Wallmerod Wirges Montabaur WW Wirges Wirscheid Selters WW Ransbach-Baumbach Wirzenborn Montabaur WW Montabaur 22. April 1972 Wittgert Selters WW Ransbach-Baumbach Wölferlingen Selters WW Selters Zürbach Selters WW Maxsain 1. März 1970
Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen MT zugewiesen. Es leitet sich von der Kreisstadt Montabaur ab und wurde bis zum 11. März 1979 im Westerwaldkreis ausgegeben.Wofür steht das Kennzeichen MT? in: kennzeichen-auto.de, abgerufen am 7. Mai 2022.
Weblinks
Einzelnachweise
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