Wie das Leben so spielt ist ein deutscher Kriminalfilm von Matthias Glasner aus dem Jahr 2004. Es handelt sich um den vierten Film zur Sat.1-Kriminalfilmreihe Blond: Eva Blond! mit Corinna Harfouch in der Titelrolle der Kommissarin und Erdal Yildiz als Kommissar Alyans Karan. Herbert Knaup ist als Blonds Ehemann besetzt, Gottfried Breitfuß als Vorgesetzter des Duos und Tonio Arango als Pathologe. In tragenden Gastrollen agieren Sissi Perlinger, Meret Becker, Ulrike Krumbiegel und Esther Zimmering.
Die Erstausstrahlung des Films erfolgte am 19. Mai 2004 zur Hauptsendezeit beim Sender Sat.1 in der Rubrik „Mittwochsfilm“. Sat.1 schrieb zur Erstausstrahlung des Films: „Für Eva Blond heißt es in diesem Fall ‚Gefahrenstufe Rot‘, denn die Riege der Verdächtigen schreckt scheinbar vor nichts zurück …“.
Handlung Kriminalkommissarin Eva Blond und ihr türkischer Kollege Alyans Karan haben es in ihrem neuen Fall allem Anschein nach mit der Welt der Menschenesser zu tun. Nachdem Regierungsdirektor Ferdinand Bierbichler mit seinem Wagen gegen einen Baum geprallt ist, konfrontiert der Pathologe Tonio Arango die Ermittler mit einem äußerst ungewöhnlichen Fund im Magen des Toten. Dort wurde ein halbes Ohr gefunden. Als sei das nicht schon mehr als absonderlich, wird wenige Tage später der übergewichtige Drei-Sterne-Koch Bernie Schlenz in einer Wassergrube hinter seinem Haus gefunden. In Schlenz’ Magen befinden sich die Überreste einer „Roulade au Poivre“, die nicht vom Rind, sondern ebenfalls – so wie schon das gefundene halbe Ohr – von Ilona Pöschl stammt, einer Prostituierten. Die Frau gilt seit Monaten als vermisst.
Dass es sich hier um einen Fall handelt, der anders ist, als alle Fälle, mit denen die Ermittler bisher konfrontiert waren, steht außer Frage. Als dann auch noch ein pikantes Video auftaucht, auf dem drei maskierte Männer und eine leicht bekleidete Dame zu sehen sind, stellt sich die Frage, wer ist der dritte Mann. Es wäre auch gut zu wissen, ob sich die Opfer eventuell gekannt haben. Weiter steht die Frage im Raum, warum wurde die Frau zu ihrem Opfer?
Die hinterbliebenen Partner, drei kühle Witwen, schweigen bei den Befragungen und Konfrontationen beharrlich. Sie fühlen sich im Recht, mit Männern, die solch monströse Dinge tun, können und wollten sie nicht länger zusammenleben. Uschi Schlenz bedrängt die beiden anderen Frauen, Isolde Bierbichler und Luzie Feinstein, jedoch immer wieder, dass Blond weg müsse, sie tue nur so dumm, sei aber sehr schlau. Bierbichler beharrt darauf, dass man ruhig bleiben müsse, man könne ihnen nichts nachweisen. Die Zeit arbeite für sie. Die Ermittler gehen inzwischen davon aus, dass auch der verschwundene Mann von Luzie Feinstein, ein Bestattungsunternehmer, ermordet worden ist. Dass er im eigenen Ofen gelandet ist, wissen sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Bei einer der Vernehmungen hat Blond sich nicht im Zaum und rastet aus, Karan muss sie zurückhalten.
Obwohl Karan Blond gewarnt hat, dass die Frauen gefährlich seien und sie nichts allein unternehmen soll, hält Blond sich nicht daran. Lucie Feinstein gelingt es, der Kommissarin ein Bonbon anzubieten, das vorher präpariert worden ist. Blond fällt in eine Art Bewegungsunfähigkeit, es gelingt ihr gerade noch, ihr Handy auf Mithören zu stellen, sodass Karan, Teile des Gesprächs der Frauen verfolgen kann. Er weiht Richard Vester ein und gemeinsam machen sie sich auf die Suche. Die beiden anderen Frauen haben sich inzwischen zu Feinstein gesellt und es wird klar, dass sie Blond beseitigen wollen. Die drei Frau heben in einem Waldstück eine Art Grab aus und schmeißen die bewegungsunfähige Blond hinein. Dann fangen sie an, Erde auf sie zu schaufeln. Kurz darauf finden Karan und Vester den Hügel mit der frisch aufgeschütteten Erde. Vester gräbt wie ein Wahnsinniger und stößt auf seine Frau, die er ins Leben zurückholen kann. Der Professor für Archäologie meint, sie sei das Schönste, was er je gefunden habe. Karan hat inzwischen die drei Frauen in einem Boot auf dem nahen See entdeckt und setzt alles daran, sie festzunehmen.
Nebenhandlung: Richard Vester macht seiner Frau vor, dass er beruflich in Moskau sei. Sie ahnt jedoch – was sich auch bestätigt –, dass er in Berlin ist. Eva vermutet, dass er ein Verhältnis mit einer seiner Studentinnen hat. Obwohl Richard beteuert, dass die junge Studentin nur eine Affäre gewesen sei, ist Eva zu gekränkt, um nachzugeben.
Produktionsnotizen Es handelt sich um eine Produktion der Film-Line Productions GmbH, München-Geiselgasteig im Auftrag von Sat.1. Die Redaktion lag bei Kerstin Wiedé, die Aufnahmeleitung bei Isabell Brandenburg und Torsten Neubauer und die Produktionsleitung bei Andreas Born.
Der Film wurde am 25. Januar 2014 beim Filmfestival Max Ophüls Preis in Saarbrücken aufgeführt.
Kritik Die Kritiker der Fernsehzeitschrift TV Spielfilm gaben dem vierten Film von Blond: Eva Blond! je einen von drei möglichen Punkten in den Kategorien „Humor“, „Anspruch“ und „Action“ sowie zwei Punkte in der Kategorie „Spannung“. Für sie war es „ein Fall zwischen Ehekrise und akuter Lebensgefahr: makaber, spannend und mit schwarzem Humor erzählt.“ Fazit: „Eva springt dem Tod von der Schippe“. Der Film erhielt insgesamt die bestmögliche Wertung, Daumen nach oben.
Der Kritiker Rainer Tittelbach gab dem Film auf seiner Seite tittelbach.tv fünf von sechs möglichen Sternen und stellte fest: „Köstlich makaber geht es zu in diesem Blond-Fall. In Erinnerung bleiben vor allem die trockenen, schräg pointierten Dialoge. Und im Kommissariat, ein echtes Typenkabinett, geht es hoch demokratisch zu: ‚Okay, Handzeichen. Wer ist für Mord?‘“ Drehbuchschreiber Arango, der sich „mit seinem Witz scxhon zwei Grimme-Preise“ geholt habe, sei einer, „der das Komische dem Leben“ ablausche. Offen sei, ob er auch jemand kenne, der sich „wie Corinna Harfouchs seltsame Ermittlerin im Aktenschrank“ ablege.Blond: Eva Blond! – Wie das Leben so spielt. Corinna Harfouch als coole Berliner Kommissarin mit der Lizenz fürs Schräge tittelbach.tv, 19. Mai 2004. Abgerufen am 20. Februar 2026.
Der Filmdienst fasste seine Kritik folgendermaßen zusammen: „Ein ungewöhnlich bizarrer Fall für die Ermittlerin, die mit skrupellosen Verdächtigen aus höchsten Kreisen konfrontiert wird. Weiterer Teil der unkonventionellen (Fernseh-)Krimiserie. – Ab 16.“
Weblinks
Blond: Eva Blond! Wie das Leben so spielt wunschliste.de
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2004 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Kriminalfilm Kategorie:Fernsehfilm (Sat.1)