Der sechste Sinn ist ein deutscher Kriminalfilm von Matthias Glasner aus dem Jahr 2006. Es handelt sich um den sechsten und zugleich letzten Film zur Sat.1-Kriminalfilmreihe Blond: Eva Blond! mit Corinna Harfouch in der Titelrolle der Kommissarin und Erdal Yildiz als Kommissar Alyans Karan. Herbert Knaup ist als Blonds Ehemann besetzt und Gottfried Breitfuß als Vorgesetzter von Blond und Karan. In tragenden Rollen sind Frank Giering, Catherine Stoyan, Tonio Arango, Arzu Bazman, Birge Schade, André Hennicke und Claudia Geisler zu sehen.

Die Erstausstrahlung des Films erfolgte am 6. September 2006 zur Hauptsendezeit beim Sender Sat.1 in der Rubrik „Mittwochsfilm“. Eva Blond wird in ihrem letzten Fall, der tiefe Betroffenheit in ihr auslöst, mit dem Mord an einem Kind konfrontiert. Der Fall löst rätselhaften Visionen ihn ihr aus.

Handlung Die sechsjährige Laura Flemming ist verschwunden. Die Ermittlungen laufen. Kriminalkommissarin Eva Blond fällt ein Husky auf, der ihr offenbar etwas zeigen will. Er führt sie zu einer an einem Spielplatz liegenden Zisterne, die durch ein Gitter verschlossen ist. Blond versucht in Erfahrung zu bringen, ob die Familie des toten Mädchens einen Hund hat, was verneint wird. Aufgrund einer Ahnung, wie sie zugibt, lässt sie das Gitter vor der Zisterne öffnen und begibt sich in die Tiefe. Tatsächlich wird dort die verschnürte Leiche eines Kindes gefunden. Auf die Frage des Beamten Andreas Leupold, woher sie gewusst habe, wo das Kind liege, antwortet Bond, sie habe es nicht gewusst.

Blond spricht mit der Kindergartenleiterin Melanie Rose und erfährt, dass Laura nie abgeholt worden sei, ihr Weg nach Hause habe ja auch nur 200 Meter betragen. Der Vater der Kleinen arbeitet als Diplom-Ingenieur, früher war er Major in der NVA, die Mutter ist Hausfrau. Laura ist erstickt worden. Ihr Körper weist zudem diverse blaue Flecken auf.

Blond spricht mit ihrem Mann Richard Vester über den Fall und insbesondere den Hund, der auf sie gewartet und ihr etwas habe zeigen wollen. Er versichert ihr, dass er ihr glaube, es gebe Dinge, die sich nicht erklären lassen würden, sogenannte parapsychologische Visionen. Bei dem Pathologen Dr. Arango passieren ebenfalls einige Dinge, die seltsam sind. Vom Vater des Kindes erfährt Kommissar Karan zudem, dass Laura kaum noch gesprochen habe und wenn doch einmal, erzählt habe, dass sie Stimmen höre, die aus der Wand gekommen seien. Die Mutter erzählt Blond, dass Laura fast jede zweite Nacht ins Bett gemacht und schlimme Träume gehabt habe, in denen sie jemand gepackt und gequält habe. Besser sei es nur gewesen, wenn sie bei ihr geschlafen habe. Als Blonds Blick aus dem Fenster fällt, ist der Husky wieder da, rennt jedoch davon, als Karan nach draußen läuft.

Blonds Vorgesetzter Lottmann meint, er wolle das eigentlich nicht sagen, müsse aber. Dass Blond gewusst habe, wo das Kind liege, sei Täterwissen. Eva Blond stürmt daraufhin mit den Worten aus dem Raum, dann solle er sie doch verhaften. Als Blond kurz darauf den Fahrstuhl benutzt, geschehen seltsame Dinge, erst geht das Licht aus, dann bleibt er stecken und Blond findet eine Haarsträhne, woraufhin sich der Fahrstuhl wieder in Betrieb setzt. Es sind jedoch nicht Lauras Haare. Blond spricht mit ihrem Mann über das, was sie erlebt hat, auch darüber, dass sie auf einem Spielplatz ein dunkelhaariges Mädchen und den besagten Hund gesehen habe.

Blond erhält einen Anruf von Annett Flemming, der Mutter von Laura, die ihr mitteilt, dass ihr Mann Eva etwas sagen wolle. Als die Kommissarin dort auftaucht, ist ihr Kollege Karan schon da und meint, Annett Flemming spreche nicht mehr. Ihr Mann Horst Flemming dagegen ist schwerverletzt ins Krankenhaus eingeliefert worden. Kaum hat Blond die Wohnung wieder verlassen und ist in ihr Auto gestiegen, geschieht erneut etwas sehr Seltsames, sie sieht das Mädchen vom Spielplatz auf der Straße und fährt vor Schreck in ein parkendes Auto. Als sie das Kind daraufhin verfolgen will, sieht sie es plötzlich in einem der Häuser am Fenster stehen. In der betreffenden Wohnung lebt Melanie Rose. Es ist dasselbe Haus, in dem die Flemmings leben. Von Rose erfährt Blond sodann, dass nicht der Vater Laura gequält habe, sondern die Mutter, sie habe das Kind nicht gewollt. Sie habe hingegen nie einen besseren Vater gesehen als Horst Flemming, er habe stets versucht, sein Kind zu beschützen. Als Blond von Rose wissen will, warum sie denn solche Angst habe, erwidert diese, ob sie sich das nicht vorstellen könne.

Während sich Rose an Flemmings Bett im Krankenhaus auf eine fast wahnhafte Weise von ihm verabschiedet, sucht Blond gemeinsam mit Karan in der Zisterne, in dem Laura gefunden wurde, erneut nach Spuren. Sie finden doch Knochen. Dr. Arango meint, sie stammten von einem seinerzeit sechsjährigen Mädchen. Das wirklich seltsame daran sei, dass diese Knochen auch zu einer Tochter von Flemming gehörten. Blond bittet Arango, ein Modell des Kopfes des toten Kindes zu erstellen, sie glaubt, dass es sich um das Mädchen handelt, das sie nicht nur auf dem Spielplatz gesehen hat.

Inzwischen ist Flemming im Krankenhaus aufgewacht. Der zuständige Arzt meint, er sei ein Kämpfer und habe nie aufgegeben. Letztendlich stellt sich heraus, dass Melanie Rose die Täterin ist. Sie hatte mit Flemming eine Tochter, Steffi, die behindert war. Wie genau diese gestorben ist, steht nicht fest, sie war jedoch stark unterernährt, konnte sich kaum bewegen und wohl auch nicht sprechen. Das Kind wurde von der Mutter in einer alten Zisterne begraben, wo später ein Spielplatz gebaut wurde. Eines Tages dann habe sie den Vater ihrer Tochter wiedergesehen, er habe sein Kind in ihre Kita gebracht, ein gesundes Kind von einer anderen Frau.

Blond fährt in das Dorf Seeligenstadt, in dem Rose vor der Grenzöffnung gelebt hat. Sie will wissen, was damals passiert ist. Sie nimmt den von Dr. Arango erstellten Kinderkopf mit und stellt im Dorf Fragen. Plötzlich ist auch der Husky wieder da, ebenso wie Karan, der Blond gefolgt ist, um den Fall mit ihr gemeinsam abzuschließen, wie er ihr versichert. Die geflohene Melanie Rose, die mit ihren Dämonen kämpft, wird von Blond in einem brandgeschädigten alten, unbewohnten Gebäude gestellt. Sie umarmt die völlig neben sich stehende zitternde Frau. Den Brand, den es in diesem Haus wohl gegeben hat, scheint Steffi zum Opfer gefallen zu sein. Als Blond nach draußen schaut, sieht sie Laura und Steffi Hand in Hand lächelnd am Waldrand stehen.

Während Eva Blond der Beisetzung von Laura und Steffi beiwohnt, bricht für Alyans Karan und Fatma der Tag ihrer Hochzeit an.

Produktionsnotizen, Hintergrund Die Dreharbeiten für die Folge Der sechste Sinn erstreckten sich unter dem Arbeitstitel Eva Blond und der schwarze Mann über den Zeitraum 4. Januar bis zum 4. Februar 2005 und fanden in Berlin und Umgebung statt. Es handelt sich um eine Produktion der team Worx Television & Film GmbH unter Mitwirkung der ophir film GmbH. Die Aufnahmeleitung für den Film lag bei Olaf Schwarck, die Herstellungs- und Produktionsleitung bei Andreas Born.

Corinna Harfouch äußerte, dass sie ihre Eva Blond – trotz des Namens – gern gespielt habe, „weil sie so anders“ sei, „als andere Ermittlerinnen im deutschen Fernsehen“. Sie sei „nicht die routinemäßig starke Frau“. Eva Blond sei „stark und auch wieder nicht“. Sie könne sich „durchaus verunsichern lassen“, könne „an ihrem Verstand und der Welt zweifeln,“ wie in ihrem letzten Fall. „Was die Schauspielerin damals verschweigen musste, darf sie heute sagen: ‚Ich konnte es am Anfang kaum ertragen, dass sie Eva Blond heißt‘, sagt sie, obwohl ihre mitunter spröde Kommissarin eher als ein ironisches Gegenbild zum Blondinen-Image angelegt ist. ‚Ich habe den Namen sogar mit Eva Braun in Verbindung gebracht.‘“Blond – Eva Blond! Der sechste Sinn. Corinna Harfouch, Glasner, Arango. Tote Seelen, seltsame Omen, düstere Phantasien tittelbach.tv, 5. September 2006. Abgerufen am 22. Februar 2026.

Kritik Die Kritiker der Fernsehzeitschrift TV Spielfilm gaben dem sechsten und gleichzeitig Abschlussfilm von Blond: Eva Blond! zwei von drei möglichen Punkten in der Kategorie „Action“ sowie drei Punkte in der Kategorie „Spannung“. Sie lobten: „Respekt: Regisseur Glasner inszeniert sein Täterrätsel als formvollendete Spukgeschichte im Stil von ‚The Sixth Sense‘ – und wendet den parapsychologischen Schocker am Ende in ein perfektes Schuld-und-Sühne-Drama.“ Fazit: „Gespenstisch gutes Mörderpuzzle“. Der Film erhielt insgesamt die bestmögliche Wertung, Daumen nach oben.

Der Kritiker Rainer Tittelbach gab dem Film auf seiner Seite tittelbach.tv fünf von sechs möglichen Sternen und schrieb: „In ‚Der sechste Sinn‘, droht die Figur verrückt zu werden. Wirklichkeit und Wahnsinn verschmelzen zu einer ungewöhnlichen Krimi-Mystery-Drama-Melange. Sascha Arango schrieb das abgefahrene Drehbuch und Radikal-Ästhet Matthias Glasner griff mal wieder tief in die Trickkiste.“ Weiter befand der Kritiker: „‚Blond: Eva Blond!‘ Es klang aufgesetzt, als die etwas andere Krimi-Reihe vor vier Jahren an den Start ging. Doch den Titel hatte man bald vergessen. Geblieben als Aushängeschild waren die abstrusen Geschichten, die schrägen Charaktere, die wilden Inszenierungen und Corinna Harfouch in der Titelrolle.“ Der Film sei eine „Mixtur aus Schocker aus dem Totenreich und bizarrem Psycho-Drama“, und gehe „in jeder Beziehung ans Eingemachte“. Die Wirkung ziele „nach innen“. Gerade weil es „keine Action-Explosionen“ gebe bei ‚Blond: Eva Blond!‘, gebe es „nicht einmal zwischenzeitlich ein Entrinnen aus den quälenden Szenarien. Kinderleichen, Gespenster, von Angst zerfressene Seelen, seltsame Omen, düstere Phantasien – so mancher Schauer“ laufe „einem über den Rücken“. Auch „wenn man sich gewöhnen“ müsse „an diese winterliche Düsternis, an den Horror menschlicher Kälte, an die förmlich aus der Wirklichkeit weggewaschenen Farben – ‚Der sechste Sinn‘“ sei „gespenstisch gut“.

Auf der Seite TV.de war von einer „hochgelobten Krimireihe“ die Rede und einer „sensiblen und zugleich abgeklärten Berliner Kommissarin“, die mit einem „schrecklichen Kindsmord“ konfrontiert werde. In der Titelrolle liefere Corinna Harfouch „einmal mehr eine darstellerische Glanzleistung“. Beim Grimme-Preis 2007 sei dieser Film in der Kategorie „Fiktion“ nominiert gewesen.Blond: Eva Blond! Der sechste Sinn tv.de. Abgerufen am 22. Februar 2026.

Die Kritik des Lexikon des internationalen Films/Filmdienstes war wenig aussagekräftig. Dort hieß es: (Fernseh-)Krimi um eine unorthodoxe Kommissarin, die von ihrer weiblichen Intuition geleitet wird, und ihrem türkischstämmigen Kollegen. – Ab 16.

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Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2006 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Kriminalfilm Kategorie:Fernsehfilm (Sat.1)