mini|Max Fishman (um 1955) Max Fishman (; ; ; geboren am 12. Dezember 1915 in Warschau; gestorben am 24. September 1985 in Chișinău) war ein moldawischer Komponist, Pianist und Pädagoge, der unter den Einflüssen der jüdischen, polnischen und russischen Kultur ausgebildet wurde. in moldova-inform.ru, 10. November 2012 (russisch)Herausragende Persönlichkeiten moldauischer Kultur und Kunst Elektronische Enzyklopädie (Oblast Kursk) (russisch, )Melnic Tamara: Max Fişman: Professor şi Compozitor. In: Instrumentul Bibliometric Național (russisch).Who was born in Warsaw in December? In: https://s.berkovich-zametki.com/y2025/nomer1/bezhenaru/ Olga Bezhenaru, Veronika Kazhdan: Komponist, Pianist und Pädagoge Max Fishman Almanach „Jüdisches Altertum“. Nr. 1 (124). 2025
Leben in Polen Max Fishman wuchs in Warschau auf. Der Vater von Max Fishman war Unternehmer, Philanthrop und Gabbai der Warschauer Synagoge Szachna-Benisz Fiszman (geboren 1870 in Opatów, gestorben am 1. Juli 1936 in Warschau). Seine Mutter war Esther Fiszman (geborene Bleiberg, geboren 1880 in Ćmielów, gestorben wahrscheinlich 1942–1943 im Warschauer Ghetto oder Vernichtungslager Treblinka).Szachna-Benisz Fiszman z_żoną Esther.jpg (Bild, ca. 1920), in: Wikimedia Commons.Szachna-Benisz Fiszman (Шахна - Бениш Фишман)Esther Fiszman Max Fishman hatte einen jüngeren Bruder und sechs ältere Schwestern. Er besuchte das Gymnasium und studierte Musik.Hasin Aba: Music Dictionary. Part 2. Max Fishman. In: samlib.ru.
Аb dem dreizehnten Lebensjahr arbeitete er als Pianist in einem kleinen Kino, dort begleitete er Stummfilme mit Improvisationen am Klavier. Später studierte er am Warschauer Konservatorium bei Józef Turczyński (Klavier) und Antoni Marek (Komposition). Er komponierte klassische und populäre Musik, arbeitete mit den bekannten jüdisch-polnischen Schauspielerinnen und Sängerinnen Lola Folmannicht Rozmówca: Paweł Gruenspan. Prowadząca wywiad: Joanna Folman Wiszniewicz In: The Institute for Visual History and Education.Privatvideo auf drive.google.com (Originaltitel: USC Shoah Foundation: Rozmówca: Paweł Gruenspan. Prowadząca wywiad: Joanna Wiszniewicz. Miasto: Szczecin. Kraj: Polska. Język: polski. Data: miesiąc kwiecień, dzień 12, rok 1997 (druga kaseta) od 4.20 - 5.20 min i od 15. - 16 min) und Ida Kaminska sowie dem Hypnotiseur Wolf Messing zusammen. In seiner Freizeit spielte und arbeitete er auch als Erzieher für die Waisenkinder im Waisenhaus (polnisch Dom Sierot) des bekannten Arztes und Pädagogen Janusz Korczak.
Am 1. September 1939, während des Angriffs des nationalsozialistischen Deutschlands auf Polen, beteiligte er sich aktiv am antifaschistischen Widerstand. Die Situation in Warschau verschlechterte sich insbesondere für Juden. Die deutschen Besatzer zeigten zunehmend offen Entwürdigung und Gewalt gegen Juden. Die Familie beschloss, dass besonders die jungen Männer in Gefahr seien, und schickte Max Fishman mit seinem Neffen, Pawel Gruenspan (geboren am 20. Oktober 1920 in Warschau, gestorben am 30. Januar 2000 in Stettin; wurde nach dem Krieg Jazzmusiker, Pianist und Komponist) auf die Flucht vor den Deutschen. Sie überquerten in einer Nacht-und-Nebel-Aktion den Fluss Bug nach Belarus, gerieten in die Hände sowjetischer Soldaten und hatten Glück, nicht sofort erschossen zu werden. Pawel Gruenspan nahmen sie mit, um ihn für Dolmetscherdienste mit Gefangenen einzusetzen.Marian Fuks: Księga sławnych muzyków pochodzenia żydowskiego. (Kompozytor niewidomy - Paweł Gruenspan (1920–2000)) /132 / Liczba stron:472. 2003, ISBN 83-7063-364-1
Leben in der UdSSR Max Fishman wurde verhaftet und zusammen mit anderen polnischen Gefangenen ins Konzentrationslager (Gulag), Aktjubinsk (Kasachische SSR) geschickt, wo er fünf Jahre lang im Erzbergbau unter Tage arbeitete (russisch). Er gründete zusammen mit polnischen Häftlingen eine Musikgruppe, die gelegentlich im Lager auftreten durfte. Anfang 1944 fand ein gemeinsames Konzert polnischer Häftlinge und Studenten des Saratow-Konservatoriums statt, das darauf abzielte, das Image der Sowjetunion auf internationaler Ebene zu verbessern. Der Auftritt des abgemagerten polnischen Häftlingspianisten Fishman begeisterte die Leiter der speziellen Klavierabteilung des Saratow-Konservatoriums, Jewsei Singer und Klawdija Kriwoscheina, Ehefrau des Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare der RSFSR A. Kossygin, die mit der internationalen Delegation im Lager war. Kriwoscheina und Singer baten die Lagerleitung, Fishman zum Studium an das Saratow-Konservatorium zu schicken. Mit beschädigten Händen durch die Kälte und harte Arbeit begann er im Oktober 1944 sein Studium bei Singer (Klavier) und anschließend bei Georgi Petrow am Minsker Konservatorium. Er besuchte außerdem Kompositionskurse bei Anatol Bahatyrou.
Nach seiner Befreiung musste er feststellen, dass fast alle seine Verwandten im Warschauer Ghetto bei der Teilnahme am Ghettoaufstand bzw. durch Deportation in die Vernichtungslager zu Tode gekommen waren.Max Fishman In: hmong.ru (Quelle: Text russische Wikipedia).
Später wurde ihm für diese harten Lebensprüfungen die Medaille „Für heldenmütige Arbeit im Großen Vaterländischen Krieg 1941–1945“ verliehen.
1945 heiratete er Lidija Aksjonowa. Seit 1947 arbeitete er als Korrepetitor am Weißrussischen Konservatorium. 1949 schloss er sein Studium am Konservatorium ab. Nach seinem Abschluss am Konservatorium hatte Max Fishman große Schwierigkeiten mit seiner Anstellung in Minsk, da es zu dieser Zeit in der Sowjetunion zu einer weiteren antisemitischen Kampagne kam. Er ging mit seiner Frau nach Homel in Belarus, um an einer Berufsfachschule für Musik zu unterrichten. Von dort wurden er und seine Frau 1952 zur Förderung der Kultur und zur Ausbildung hochqualifizierter Musiker in das 1940 von der UdSSR annektierte Moldawien geschickt.
Ab 1952 arbeitete Max Fishman am Konservatorium Chisinau (Chisinau, russisch Kischinjow, war die Hauptstadt der Moldauischen sozialistischen Sowjetrepublik) als Korrepetitor und Klavierlehrer. Er unterrichtete Klavier an der Pädagogische Berufsfachschule Călărași und an der Musikschule im Dorf Karpineny. Hunderte von Studenten aus den Abteilungen für Blas- und Volksinstrumente, Gesang und Schauspiel am Konservatorium Chisinau wurden in der allgemeinen Klavierklasse von Max Fishman ausgebildet und wurden anschließend zu führenden Meistern der Musik- und Theaterkunst Moldawiens.Tamara Melnik: Studying the composer's creation of the Republic of Moldova in the context of scientific and methodological activities of the complementary piano department of the Academy of Music, Theatre and Fine Arts in the 50s-60s of the 20th century (based on the documents from the National Archive of the Republic of Moldova). In: Studiul artelor și culturologie: istorie, teorie, practică Nr. 1 (21), 2014. ()
Max Fishman hat zahlreiche musikalische Werke hinterlassen: vier Konzerte für Klavier und Orchester, ein Konzert für Oboe und Orchester, die Sonate für Klarinette und Klavier, die Sonate für Violine und Klavier, zwei Trios für Klavier, Violine und Cello, Sinfonie – und Chorwerke, die Ereignisse seines Lebens widerspiegeln. Seine Werke erzählen über Liebe und Verrat, Güte und Hass, Leidenschaft und Vergebung. Ein besonderes Interesse für den Zuhörer ist die eigenwillige Musik Fishmans, die aufgrund ihrer tiefen jüdischen Herkunft in der Sowjetunion keine Anerkennung fand. In seiner Musik sind alte jüdische, polnische und moldawische Volksliedertraditionen verankert, die der Komponist auf seine eigene Weise interpretierte.Max Fishman Komponist, Pianist und Pädagoge. In: markaebejde.ru (russisch) Als ehemaliger Gulag-Insasse hatte er ein schweres Schicksal, seine Werke fanden schwer den Weg in die Konzertsäle, ihre Aufführung war für die sowjetischen Behörden unerwünscht.
Aus einem Interview des moldauischen Geigers und Komponisten Boris Dubosarschi,Boris Dubosarschi Composer. Violinist. Professor mit dem Musikkritiker und Journalisten Sergei Pojar:Balaban Larisa: Personografia Cronicarul vieţii muzicale a Moldovei. La aniversarea a 50 de ani a lui Serghei Pojar. In: ibn.idsi.md (russisch)
Bedeutende Musiker der Sowjetunion und aus anderen Ländern gliederten seine Werke trotzdem in ihre Konzertprogramme ein. Dazu zählten Timofei Gurtowoi (Sinfonieorchesterdirigent), Wera Garschtja (Chordirigentin), Lew Gorelik (Violine), Genrich Wagner (Klavier), Schiko Aranow (Dirigent eines Jazz Orchesters), Lidija Aksjonowa (Chordirigentin), Ghitlea Strahilevici-Propişcean (Klavier), Ljudmila Wawerko (Klavier), Oskar Dain (Violine), Nuchim Losnik (Violine), Teodor Zgureanu (Chordirigent)Teodor Zgureanu – compozitor, dirijor de cor şi pedagog. In: bibliomusic.wordpress.com., Jewgeni Werbezkij (Klarinette), Olga Kühn (Klavier), Boris Dubosarschi (Violine), Boris Goldenblank (Violine), Arthur Aksenov (Klavier) usw. Bereits vor Kriegsbeginn 1939 in Warschau, Polen wurde Fishman gespielt von Ida Kaminska (Gesang), Lola Folman (Gesang), Tobias Kuperweis (Klavier), Moishe Weinberg (Klavier), Eta Tyrmand (Klavier), Genrich Wagner (Klavier) oder Pawel Gruenspan (Klavier).
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion kamen Fischmans Werke auch nach Westeuropa, Asien und Amerika – Ilona Stepan (Chordirigentin, Republik Moldau), Nicolas Kruger (Sinfonieorchesterdirigent, Frankreich), Jan Wierzba (Sinfonieorchesterdirigent, Portugal), Rita Namorado (Klavier, Portugal), Birgitta Starnes (Violine, Norwegen), Hélène Dautry (Cello, Frankreich), Ekaterina Baranova (Klavier, Republik Moldau), Arthur Aksenov (Klavier, USA–Russland), sowie Studenten der Musikakademie, Musikhochschulen, Schulen und Studios. Die Werke des Komponisten wurden in Polen, Belarus, Russland, Republik Moldau, Rumänien, Ukraine, Deutschland, Israel, Südkorea, Portugal, Frankreich, Norwegen, Belgien und den USA aufgeführt. Seine Werke werden heute wieder aufgeführt.Zwei Konzerte im Rahmen des Projekts „ARC muzical-historic“ im Orgelsaal in Chisinau. In: point.md, 2018.Concerto – A Redescoberta Da Música Moldava: Concertos para piano e Orquestra – Max Fishman – David Fedov, 24 de novembro de 2019. In: orquestraclassicadocentro.org/.Moldawische klassische Musik wird in Portugal zu hören sein. In: moi.md (russisch).
Aus der Monographie Composer and professor Max Fishman von Tamara Melnik:
Aus einem Interview mit dem moldawischen Komponisten Vladimir SlivinskiiVladimir Slivinskii. In: moldovenii.md. und dem Musikkritiker und Journalisten Serghei Pojar:
Max Fishman starb am 24. September 1985 in Chisinau. Er liegt auf dem Friedhof St. Lazarus in Chisinau begraben.
Auszeichnungen Medaille „Für heldenmütige Arbeit im Großen Vaterländischen Krieg 1941–1945“ Medaille „Veteran der Arbeit“ Medaille „30. Jahrestag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg 1941–1945“ Medaille „40. Jahrestag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg 1941–1945“
Familie Seine Frau Lidija Aksjonowa (geboren am 19. Juli 1923 in Pokrowsk, gestorben am 18. September 2019 in Chișinău) war eine sowjet-moldauische Chordirigentin. Sie war die erste Frau, die als Dirigent des Symphonieorchesters in Moldawien wirkte, und die erste Frau, die den akademischen Titel Professorin für Chordirigieren in Moldawien erhielt. Ihre Söhne: Schauspieler und Regisseur Băno Axionov (geboren am 2. April 1946 in Minsk) und Pianist und Pädagoge Artur Aksenov (geboren am 5. Juli 1956 in Chișinău)Zwei Vorträge: Artur Axionov: Max Fișman — portret de creație. Băno Axionov: Max Fișman: pedagog și compositor. In:
Werke (Auswahl) 4 Klavierkonzertе.Max Fishman: Concert pour piano et orchestre symphonique. (YouTube) Rita Namorado – piano, Nicolas Kruger – direction, Orchestre Nationale de Chambre et Orchestre Téléradio Moldova. Salle d'Orgue, Chisinau, Moldavie, 2018 Konzert für Oboe und Sinfonieorchester.