Nymphaea oxypetala ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Seerosen (Nymphaea) innerhalb der Familie der Seerosengewächse (Nymphaeaceae). Diese Wasserpflanze kommt in Bolivien (nur in Santa Cruz), in den brasilianischen Bundesstaaten Mato Grosso sowie Mato Grosso do Sul, in Ecuador (nur in Guayas), Paraguay und Venezuela (nur in Apure sowie Cojedes) vor. Es handelt sich um eine bemerkenswerte Art mit stark zugespitzten Kelch- und Blütenblättern.:

Beschreibung

mini|Sprossendes Rhizom mit Maßstab (3 cm) auf weißem Hintergrund mini|Blüte in Rio Vira Sebo, Brasilien Vegetative Merkmale Im Gegensatz zu den meisten anderen Seerosen-Arten bildet diese Art nur selten stark reduzierte Schwimmblätter aus.N. P. Ritter, G. E. Crow, J. H. Wiersema: Nymphaea (Nymphaeaceae) in Bolivia: notes on several species, three new country records, and a key to species. In: Rhodora, 103 (915), 2001, S. 326–331. PDF Die kleineren Schwimmblätter sind bis zu 6 cm groß. Die lila-grünen, submersen, pfeilförmigen, dünnen Blätter sind mit bis zu 30 cm großen Blattspreiten deutlich größer. Die breiten submersen Blätter haben Ähnlichkeit mit Salatblättern.K. Del Claro, P. S. Oliveira, V. Rico-Gray, 2009: Tropical Biology and Conservation Management - Volume I: Natural History of Tropical Plants. p. 105. EOLSS Publications. google.de Die Blattstiele sind fragil und die Blätter brechen leicht ab. Generative Merkmale Die nachtblüheden Blüten schwimmen auf der Wasseroberfläche. Die Staubgefäße sind violett. Die cremefarbenen, 2 cm langen Fruchtknotenanhängsel sind an der Spitze abrupt gebogen. Es sind die längsten Fruchtknotenanhängsel aller Seerosenarten. Der Blütenduft wurde als Ether-artig beschrieben.

Zytologie Die Chromosomenzahl dieser polyploiden Art beträgt 6n = 84.C. Loehne, T. Borsch, J. H. Wiersema, 2007: Phylogenetic analysis of Nymphaeales using fast-evolving and noncoding chloroplast markers. In: Botanical Journal of the Linnean Society, Volume 154, Issue 2, S. 141–163. abstract.

Reproduktion Vegetative Vermehrung Diese Art bildet wahrscheinlich keine Ausläufer aus.J. H. Wiersema, 1987: A monograph of Nymphaea subgenus Hydrocallis (Nymphaeaceae). In: Systematic Botany Monographs, S. 1–112. Auch proliferierende Pseudanthien werden nicht gebildet.M. O. O. Pellegrini, Jardim Botânico do Rio de Janeiro. (n. d.). Nymphaea oxypetala Planch. In: Flora E Funga Do Brasil. online.

Phänologie Die Blütezeit erstreckt sich von März bis August.

Lebensraum Nymphaea oxypetala kommt in Fließgewässern, in Überschwemmungsgebieten, Flussarmen und in saisonalen Bächen vor.G. A. Damasceno-Junior, A. Pott, 2022: Flora and vegetation of the Pantanal Wetland. p. 241. Springer Nature. google.de Im bolivianischen Pantanal wurde Nymphaea oxypetala in einer Tiefe von bis zu 2 m in Lücken zwischen schwimmenden Vegetationsmatten und an Orten beobachtet, an denen menschliche Aktivitäten das Wachstum solchen Bewuchses an der Wasseroberfläche entlang der Gewässerränder verhindert haben.

Systematik Taxonomie Das Typusexemplar wurde vom schottisch-ecuadorianischen Botaniker William Jameson (1796–1873) im März 1845 in Ecuador in der Nähe von Guayaquil gesammelt. und mit der Sammelnummer Jameson 334 hinterlegt. Die Erstbeschreibung von Nymphaea oxypetala erfolgte 1853 durch Jules Émile Planchon in Revue horticole (Paris) Serie 4, Band 2: Seite 66, 16. Februar 1853. Diese Veröffentlichung ist eine Monat älter als die in Flore des Serres et des Jardins de l'Europe, Band 8, Seite 120 vom 10. März 1853. Das Artepitheton oxypetala bezieht sich auf die spitzen Blütenkronblätter dieser Art. Synonyme für Nymphaea oxypetala sind: Leuconymphaea oxypetala , Nymphaea raja

Äußere Systematik Die Art Nymphaea oxypetala gehört zur Untergattung Nymphaea subg. Hydrocallis.G. de Andrade Amador, G. A. Damasceno-Júnior, R. H. da Silva, A. Pott, V. J. Pott, 2013: Nymphaeaceae, Nymphaea belophylla Trickett: new state record. In: Check List, 9, 2, S. 440-442. online.

Nutzung Sie wird als Aquarienpflanze sowie in kleinen Wasserbehältern kultiviert.H. Breukel (n. d.): Datenblatt Nymphaea oxypetala Planchon. bei Seerosenforum.de Das Portal Der Seerose. Sie verträgt kein kaltes, trübes und salziges Wasser und bevorzugt klares, langsam fließendes Süßwasser.

Weblinks

Einzelnachweise Jules Émile Planchon: Flore des Serres et des Jardins de l'Europe, Band 8, 1853, S. 120. eingescannt bei biodiversitylibrary.org. V. J. Pott: The Nymphaeaceae family in the Pantanal, Mato Grosso and Mato Grosso do Sul, Brazil. In: Acta Botanica Brasilica, Band 12, 1998, S. 183–194. online. V. J. Pott, A. Pott, L. C. P. Lima, S. N. Moreira, A. K. Oliveira: Aquatic macrophyte diversity of the Pantanal wetland and upper basin. In: Brazilian Journal of Biology, Volume 71, 2011, S. 255–263. online. C. T. de Lima, I. C. Machado, A. M. Giulietti, 2021: Nymphaeaceae do Brasil. In: SITIENTIBUS série Ciências Biológicas, 21. online doi:10.13102/scb4986.

Kategorie:Seerosengewächse Kategorie:Nymphaeaceae