Halbdekan (oder auch Pentade oder Quinat) ist in der Astrologie ein Abschnitt von 5° auf dem Tierkreis, der durch die Aufteilung eines Tierkreiszeichens in 6 Halbdekane bzw. die Aufteilung des gesamten Tierkreises in 72 Halbdekane entsteht. Der Name verweist auf die Dekane, die 10° großen Gradbereiche.
Die Halbdekane spielen eine gewisse Rolle in den Anfängen der ägyptisch-hellenistischen Tradition. Dort ist die Bedeutung, welche die Pentadengottheiten bzw. -dämonen in dieser frühen Stufe der Astrologie haben, durch mehrere Quellen sowie durch ein Papyrus-Fragment aus Oxyrhynchus bezeugt, insbesondere in Zusammenhang mit den sogenannten Salmeschiniaka. In den späteren Phasen der Entwicklung wurden die Pentaden zunächst von den Dekanen und dann von den Tierkreiszeichen verdrängt und traten schließlich ganz in den Hintergrund.
Neuzeitliche Versuche, die 72 Halbdekane in Beziehung zu setzen mit den 72 Namen Gottes im Schemhamphorasch bzw. 72 Engeln gehen auf die Occulta philosophia des Agrippa von Nettesheim zurück. Dort schreibt Agrippa:
Bei diesem Zitat ging es zunächst nur um die Bedeutung der Zahl 72, die Beziehung zu Engelnamen bzw. Namen Gottes erscheint hier nur beiläufig.
Ausführlich behandelt werden die 72 Namen in Buch III, Kap. 25 der Occulta philosophia. Dort spricht Agrippa von den drei Versen des Buches Exodus, von denen jeder im hebräischen Text genau 72 Buchstaben hat.. Aus diesen Versen, nach Art des Bustrophedon untereinander geschrieben und spaltenweise gelesen, ergeben sich 72 Namen zu je 3 Buchstaben, die dann noch mit „-jah“ bzw. „-el“ als übliche Bestandteilen von Engels- bzw. Gottesnamen ergänzt werden. Diese astralmagische Spekulation fand später auch Eingang in die Lehren des Golden Dawn, wobei die Namen noch etwas verändert und anglisiert wurden.Israel Regardie: The Complete Golden Dawn System of Magic. New Falcon Publications, 1984, ISBN 0-941404-12-9, Buch 3, Kap. Shem Ha-Mephoresch. Bei der Zuordnung zwischen Namen und Halbdekanen wird nicht wie sonst üblich mit dem ersten Zeichen des Tierkreises begonnen, also dem Widder, sondern mit dem Löwen, dem ersten Zeichen der Taghälfte. Die folgende Tabelle zeigt das Resultat dieses Zuordnungsverfahrens: Nr. Gradbereich Buchstaben hebr. Agrippa Golden Dawn 1 01°–05° Leo Waw He Waw Vehu-jah VAHAVIAH 2 06°–10° Leo Jod Lamed Jod Jeli-el JELAJEL 3 11°–15° Leo Samech Jod Tet Sita-el SAITEL 4 16°–20° Leo Ain Lamed Mem Elem-jah OLMIAH 5 21°–25° Leo Mem He Schin Mahas-jah MAHASHIAH 6 26°–30° Leo Lamed Lamed He Lelah-el LELAHEL 7 01°–05° Vir Aleph Kaph Aleph Acha-jah AKAIAH 8 06°–10° Vir Kaph He Tav Cahet-el KEHETHEL 9 11°–15° Vir He Zain Jod Hazi-el HAZAJEL 10 16°–20° Vir Aleph Lamed Daleth Alad-jah ALDAIH 11 21°–25° Vir Lamed Aleph Waw Lavi-jah LAVIAH 12 26°–30° Vir He He Ain Haha-jah HIHAAJAH 13 01°–05° Lib Jod Sajin Lamed Jezal-el JEZAHEL 14 06°–10° Lib Mem Bet He Mebah-el MEBAHEL 15 11°–15° Lib He Resch Jod Hari-el HARAJEL 16 16°–20° Lib He Qoph Mem Hakam-jah HOQMIAH 17 21°–25° Lib Lamed Aleph Waw Leav-jah LAVIAH 18 26°–30° Lib Kaph Lamed Jod Cali-el KELIAL 19 01°–05° Sco Lamed Waw Waw Levu-jah LIVOJAH 20 06°–10° Sco Pe He Lamed Pahal-jah PHEHILJAH 21 11°–15° Sco Nun Lamed Kaph Nelcha-el NELOKIEL 22 16°–20° Sco Jod Jod Jod Jeii-el JEJAJIEL 23 21°–25° Sco Mem Lamed He Melah-el MELOHEL 24 26°–30° Sco Chet He Waw Hahvi-jah CHAHAVIAH 25 01°–05° Sag Nun Tet He Nitha-jah NITHAHIAH 26 06°–10° Sag He Aleph Aleph Haa-jah HAAJOH 27 11°–15° Sag Jod Resh Taw Jerath-el JIRTHIEL 28 16°–20° Sag Schin Aleph He See-jah SAHJOH 29 21°–25° Sag Resch Jod Jod Reii-el REJAJEL 30 26°–30° Sag Aleph Waw Mem Oma-el EVAMEL 31 01°–05° Cap Lamed Caph Beth Lecab-el LEKABEL 32 06°–10° Cap Waw Schin Resch Vasar-jah VESHIRIAH 33 11°–15° Cap Jod Chet Waw Jehu-jah JECHAVAH 34 16°–20° Cap Lamed He Chet Lehah-jah LEHACHIAH 35 21°–25° Cap Kaph Waw Qoph Cavac-jah KEVEQIAH 36 26°–30° Cap Mem Nun Daleth Manad-el MENDIAL 37 01°–05° Aqu Aleph Nun Jod Ani-el ANIEL 38 06°–10° Aqu Chet Ain Mem Haam-jah CHAAMIAH 39 11°–15° Aqu Resch He Ain Reha-el REHAAIEL 40 16°–20° Aqu Jod Jod Sajin Jeiaz-el JEJEZIEL 41 21°–25° Aqu He He He Haha-el HEHIHEL 42 26°–30° Aqu Mem Jod Kaph Mica-el MICHAEL 43 01°–05° Pis Waw Waw Lamed Veval-jah VAVALIAH 44 06°–10° Pis Jod Lamed He Jelah-jah JELAHIAH 45 11°–15° Pis Samech Aleph Lamed Saal-jah SALIAH 46 16°–20° Pis Ain Resch Jod Ari-el AARIEL 47 21°–25° Pis Ain Schin Lamed Asal-jah AASLAJOH 48 26°–30° Pis Mem Jod He Miha-el MIHAL 49 01°–05° Ari Waw He Waw Vehu-el VEHOOEL 50 06°–10° Ari Daleth Nun Jod Dani-el DENEJEL 51 11°–15° Ari He Chet Schin Hahas-jah HECHASHJAH 52 16°–20° Ari Ain Mem Mem Imam-jah AAMAMIAH 53 21°–25° Ari Nun Nun Aleph Nana-el NANAEL 54 26°–30° Ari Nun Jod Taw Nitha-el NITHAEL 55 01°–05° Tau Mem Beth He Mebah-jah MIBAHAIAH 56 06°–10° Tau Pe Waw Jod Poi-el POOJAEL 57 11°–15° Tau Nun Mem Mem Nemam-jah NEMAMIAH 58 16°–20° Tau Jod Jod Lamed Jeiali-el JEJEELEL 59 21°–25° Tau He Resch Chet Harah-el HEROCHIEL 60 26°–30° Tau Mem Tzade Resch Mizra-el MITZRAEL 61 01°–05° Gem Waw Mem Beth Umab-el VEMIBAEL 62 06°–10° Gem Jod He He Jahh-el JAHOEL 63 11°–15° Gem Ain Nun Waw Anav-el AANEVAL 64 16°–20° Gem Mem Chet Yod Mehi-el MACHAJEL 65 21°–25° Gem Daleth Mem Bet Damab-jah DAMABAJAH 66 26°–30° Gem Mem Nun Qoph Menak-el MENQEL 67 01°–05° Can Aleph Jod Ain Eia-el AAJOEL 68 06°–10° Can Chet Bet Waw Habu-jah CHABOOJAH 69 11°–15° Can Resch Aleph He Roeh-el RAHAEL 70 16°–20° Can Jod Bet Mem Jabam-jah JABOMAJAH 71 21°–25° Can He Jod Jod Haiai-el HAHAJEL 72 26°–30° Can Mem Waw Mem Mum-jah MEVAMAJAH
Es muss dabei darauf hingewiesen werden, dass diese Zuordnungen aus der westlichen Esoterik, insbesondere der Renaissancemagie stammen und nicht eigentlich aus der astrologischen Tradition. Insofern werden diese Zuordnungen auch normalerweise bei der Horoskopdeutung nicht berücksichtigt.
Literatur Wilhelm Gundel: Dekane und Dekansternbilder : Ein Beitrag zur Geschichte der Sternbilder der Kulturvölker. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1969.
Weblinks Artikel Quinat im AstroWiki
Einzelnachweise
Kategorie:Astrologie