Die folgende Liste enthält eine Aufzählung häufig wiederkehrender Personen und Schauplätze der Scheibenwelt-Romane von Terry Pratchett.
Orte und Schauplätze Ankh-Morpork mini|Wappen von Ankh-Morpork|225px Ankh-Morpork ist mit ca. einer Million Einwohner die größte und wichtigste Stadt der Scheibenwelt. Sie besteht aus zwei zusammengewachsenen Einzelstädten: Dem herrschaftlichen Ankh, mit der Unsichtbaren Universität und dem Palast des Patriziers, sowie dem heruntergekommenen Morpork mit den Schatten, einem hochgefährlichen Stadtteil, in dem sich die dunkleren Gestalten der Großstadt tummeln. Ihren Namen hat die Stadt von der Morpork-Eule, einer einheimischen Tierart, sowie von dem Fluss Ankh. Die Stadt liegt in der Sto-Ebene dicht an der Mündung des Flusses in das Runde Meer. Direkte Nachbarstädte sind Sto Helit, Sto Lat, Pseudopolis und Quirm.
Die Atmosphäre der Stadt entspricht einer Mischung aus antikem Rom, dem Florenz der Renaissance und dem modernen London. Daneben werden diverse Anspielungen auf weitere Städte gemacht. Das New York des 19. Jahrhunderts ist präsent durch die Kreuzung „Fünf Wege“, die die „Five Points“ darstellt, sowie dem Spitznamen „Große Wahooni“. Die Wahooni ist eine stachelige, übelriechende, ungenießbare Frucht und persifliert den New Yorker Spitznamen „Big Apple“.
In den alten Zeiten war Ankh-Morpork eine Monarchie. Der letzte König, Lorenzo der Nette, wurde von Mumm, dem damaligen Kommandeur der Stadtwache, hingerichtet. Es gab eindeutige Beweise, dass der König ein sadistischer Päderast war. Altes Steingesicht Mumm, ein Vorfahr des heutigen Samuel Mumm, regierte danach mit seinen Revolutionären einige Monate, bevor er seinerseits getötet wurde. Anschließend kam es zum Patriziat, das bis heute die Regierungsform Ankh-Morporks ist. Die Vorgänger von Lord Havelock Vetinari zeichneten sich überwiegend durch Inkompetenz bis hin zur völligen geistigen Umnachtung aus. Dieser dunkle Teil der Geschichte Ankh-Morporks wird immer wieder in kurzen Einwürfen umrissen; in Die Nachtwächter allerdings wird für den Leser ein recht detailreiches Bild dieser Zeit gezeichnet.
Am stets offenen Stadttor hängt zur Verteidigung nur ein Schild „Danke, dass ihr unsere Stadt nicht erobert“, was viel über die Mentalität der Bevölkerung aussagt. Invasionen fremder Heere werden von den Bewohnern meist ausdrücklich begrüßt, sofern die Eroberer genügend Geld mitbringen. Die feindlichen Soldaten finden sich gewöhnlich innerhalb weniger Tage nach dem Einmarsch mit einem dicken Kopf, einer leeren Geldbörse und ohne Stiefel in einer dunklen Gasse wieder.
Einwohner Ankh-Morpork ist eine echte multikulturelle Gesellschaft. Neben menschlichen Bewohnern unterschiedlichster Religionen und Lebensweisen (von Arbeitern bis zu Zauberern) gibt es unter anderem auch Trolle, Gnolle, Zwerge, Gnome, Golems, Kobolde, Schwarze Männer (Englisch: Bogeymen), Goblins, Gargoyles, Igors, einen Ork und Untote wie Zombies, Vampire und Werwölfe. Diese unterscheiden sich teils drastisch von den in diversen Geschichten bekannten Archetypen.
Politik miniatur|Wappen der Vetinari-Familie Herrscher der Stadt ist der Patrizier Lord Havelock Vetinari. In der Stadt herrscht eine klassische Demokratie der Art „Ein Bürger – eine Stimme“. Lord Vetinari ist der Bürger, und er hat die Stimme.
Der zweitwichtigste Machtfaktor sind die Gilden, in denen jede berufliche Tätigkeit organisiert sein muss. Neben „normalen“ Gilden wie der Bäcker- und der Fleischergilde gibt es auch die Assassinengilde, die Diebesgilde, die Bettlergilde, die Narrengilde, die Gilde der Näherinnen (die sich jedoch größtenteils mit käuflicher Zuneigung beschäftigen) und die Hundegilde.
Seit 2002 ist Ankh-Morpork mit Wincanton in Somerset verschwistert.The Guardian, 06/04/2009, S. 10.
Armee und Polizei Ankh-Morpork benötigt keine Armee. Das war nicht immer so. Unter dem berühmten General Tacticus gebot die Stadt und ihre Armee über ein ganzes Imperium und ging finanziell daran zugrunde.
Seitdem herrschen andere Sitten. Feindlichen Eroberern und Eindringlingen begegnet Ankh-Morpork mit der Geschäftstüchtigkeit seiner Bewohner. Die Stadttore stehen immer weit offen und heißen jeden willkommen, sofern er denn Geld mitbringt. Fremde Heere erliegen schnell dem morbiden Charme der Stadt und ihren Schönheiten. Sie lernen auch ihre ruinös hohen Preise kennen. Am Ende bedeutet das für den Eroberer immer, bis auf die Unterhose ausgenommen nach Hause zu schleichen oder sich zu integrieren.
Droht tatsächlich ein Krieg, übernimmt der Militärrat die Herrschaft über die Stadt. Er setzt sich aus den Befehlshabern der Regimente zusammen, die von der adeligen Oberschicht, den Lords, finanziert werden müssen (siehe: Fliegende Fetzen).
Die polizeilichen Aufgaben der Stadt obliegen der Stadtwache. Geleitet wird sie von Kommandeur Samuel Mumm. Sein exekutives Organ ist Hauptmann Karotte. Inzwischen rekrutiert die Wache bei sämtlichen ethnischen Minderheiten der Stadt, sodass neben Menschen auch Trolle, Zwerge, Zombies, Golems, Werwölfe, Vampire und einer aus den Clans der „Wir sind die Größten!“ ihre Chance bekommen. Die moderne Stadtwache verfügt über eine Spezialabteilung für Spurensicherung sowie eine forensische Abteilung und einen Polizeiarzt.
Der Ankh Dieser Fluss ist so verschmutzt, dass sein Wasserspiegel auf einem höheren Niveau liegt als die umliegende Stadt. Es ist problemlos möglich, auf der Oberfläche zu laufen, jedoch gesundheitlich bedenklich. Bei Wirten in Ankh-Morpork ist es üblich, betrunkene bewusstlose Gäste auf den Ankh zu werfen; die meisten wachen rechtzeitig auf, bevor sie versinken. Die Bewohner Ankh-Morporks werden nicht müde, die außerordentliche Sauberkeit des Flusses zu loben. „Was durch so viele Nieren geflossen ist, kann nicht mehr schmutzig sein“. Außerdem ist das „Wasser“ angeblich gesundheitlich unbedenklich, da Krankheitserreger nicht lange darin überleben. Einer anderen Argumentation zufolge muss das Wasser gesund sein, ansonsten wäre nicht so viel Leben darin.
Unsichtbare Universität miniatur|Die Unsichtbare Universität als Modell Die Unsichtbare Universität in Ankh-Morpork ist das lokale Ausbildungszentrum für Zauberer. Sie ist die größte, älteste und ehrwürdigste Einrichtung dieser Art auf der Scheibenwelt. Gegründet wurde die Unsichtbare Universität vor etwa 1500 Jahren von Alberto Malich, dem gegenwärtigen Majordomus von Tod. Als Gründer und oberster Zauberer erhob Albert erstmals Anspruch auf den Titel Erzkanzler, wie nach ihm seine 304 Nachfolger.
Der größte Teil der Architektur der Universität ist unsichtbar. Außenstehende sehen nur die Eingangshalle mit dem großen schwarzen Tor, die Bibliothek und natürlich den Kunstturm, der, obzwar ungenutzt und baufällig, immer noch das höchste Bauwerk der Stadt darstellt.
Ein Gebäude, in dessen Mauern jahrhundertelang Magie verwendet wurde, besitzt selbstverständlich Bewusstsein und eine eigene Persönlichkeit. Allerdings bedurfte es erst einer Hexe, in diesem Fall Esmeralda Wetterwachs, um diese Tatsache festzustellen und entsprechend zu würdigen (siehe: Das Erbe des Zauberers). Zauberern fehlt für solche Entdeckungen das nötige Quäntchen Sensibilität und Intuition. Die Unsichtbare Universität jedenfalls fühlt sich normalerweise wie ein großes gutmütiges Tier, das nur darauf wartet, aufs Dach zu rollen, damit ihm jemand den Bauch kraulen kann. In Ausnahmesituationen, zum Beispiel, wenn ein kreativer Magus im Anmarsch ist, kann sie allerdings derart in Angst und Schrecken versetzt werden, dass ihre Wände zu zittern beginnen (siehe: Der Zauberhut).
Die allgemeine Unsichtbarkeit der Architektur ermöglicht interessante räumliche Konfigurationen. Es gibt niemals Raumnot in ihren Mauern, da die meisten Gebäude innen um ein Vielfaches größer sind als außen und sich, wie zum Beispiel die Bibliothek, auch in mehreren Dimensionen erstrecken können.
Das Institut für hochenergetische Magie ist der einzige Neubau der Universität. Er steht an der Stelle, wo ein ehemaliger Erzkanzler einmal einen Tennisplatz anlegen wollte. Im I.H.M. finden, unter der Leitung von Ponder Stibbons, innovative Versuche in magischer Teilchenforschung statt und hier hat auch HEX sein Zuhause, der erste magische Rechner der Scheibenwelt.
Umgeben ist der Universitätskomplex von großen, gepflegten Gärten, für deren erstklassigen Zustand der zwergenhafte Obergärtner Herr Modo zuständig ist.
Ein ganz eigenes Kapitel sind die Keller und Tiefgeschosse der Universität. Hier verbergen sich Küchen, Waschräume, die Heizungsanlage und verschiedene Produktionsanlagen wie die Kerzentropferei. Im Reich von Frau Allesweiß, der obersten Haushälterin, wird die harte Knochenarbeit erledigt, die es den Zauberern ermöglicht, drei bis sieben warme Mahlzeiten am Tag zu verdrücken und nachts in sauberer Bettwäsche zu schlafen.
Offizielle Hymne In Zusammenarbeit von Carl Davis und Terry Pratchett ist die Hymne entstanden, eine Parodie des Liedes „Rule, Britannia!“. Bei offiziellen Anlässen von einem Sopran gesungen, der ein Betttuch trägt und eine Fackel sowie eine Gabel hält, wurde dieses Lied nicht von einem Einwohner Ankh-Morporks komponiert, sondern vom durchreisenden Vampir Graf Henrik Shline von Überwald.
Besonders interessant an der Hymne ist, dass sie eine zweite Strophe besitzt, die offiziell aus unverständlichem Nuscheln besteht. Der Graf von Überwald bemerkte, dass Leute, die versuchen, ihre Nationalhymne zu singen, sich niemals an die zweite Strophe erinnern, und beschloss deshalb, es ihnen einfacher zu machen.
Der eigentliche Text der Hymne ist wie folgt: When dragons belch and hippos flee My thoughts, Ankh-Morpork, are of thee Let others boast of martial dash For we have boldly fought with cash We own all your helmets, we own all your shoes We own all your generals – touch us and you’ll lose. Morporkia! Morporkia! Morporkia owns the day! We can rule you wholesale Touch us and you’ll pay. We bankrupt all invaders, we sell them souvenirs We ner ner ner ner ner, hner ner hner by the ears Er hner we ner ner ner ner ner Ner ner her ner ner ner hner the ner Er ner ner hner ner, nher hner ner ner (etc.) Ner hner ner, your gleaming swords We mortgaged to the hilt Morporkia! Morporkia! Hner ner ner ner ner ner We can rule you wholesale Credit where it’s due.
Borograwien
Borograwien (vgl. Lewis Carrols Gedicht Jabberwocky) ist ein kleines Land in den Bergen, 2300 Meilen von Ankh-Morpork entfernt. Sein unmittelbarer Nachbar ist Zlobenien, mit dem es sich in permanenter, meist kriegerischer Auseinandersetzung befindet. Die Währung Borograwiens ist der Silberschilling. Aufgrund der allgemeinen Metallknappheit sind in letzter Zeit nur noch auf Papier gedruckte Schillinge im Umlauf.
Nominell regiert wird das Land von Herzogin Annagowia. Sie hat allerdings den Regierungssitz, das alte Schloss Prinz-Marmaduk-und-Pjotr-Albert-Hans-Josef-Bernhardt-Wilhelmsberg, seit 30 Jahren nicht verlassen und es wird angenommen, dass sie tot ist. Das Militär und die Priester interpretieren seitdem ihre Befehle.
Nach einer alten Tradition werden in Borogravien oft Kleidungsstücke oder Speisen nach berühmten Offizieren benannt. Große Helden wie General Puhlower, Brigadegeneral Galosche oder General Ahnorak haben auf diese Art ihre Spur in der Geschichte hinterlassen.
Borograwiens Militärpersonal ist, mit viel gutem Willen, stur zu nennen. Das Wort Kapitulation ist seiner Mentalität fremd. Mindestens ein Drittel der Militärs sind Frauen, die sich als Männer verkleidet haben, denn, laut Buch Nuggan, – Frauen in Hosen sind eine Abscheulichkeit.