Die European Union Naval Force – Aspides (EUNAVFOR Aspides) – Operation Aspides (altgriechisch ἀσπίδες 'Schilde', übertragen Beschützer) ist eine am 19. Februar 2024 vom Rat für Auswärtige Angelegenheiten beschlossene defensive EU-Operation im Rahmen der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik, „mit der die Freiheit der Schifffahrt im Roten Meer und im Golf von Aden wiederhergestellt und gewahrt werden soll.“

Die Operation umfasst damit die Meerenge von Baab al-Mandab, die Straße von Hormus sowie die internationalen Gewässer im Roten Meer, im Golf von Aden, im Arabischen Meer, im Golf von Oman und im Persischen Golf. Damit soll in dem Gebiet, in dem die Huthis seit Oktober 2023 eine Vielzahl internationaler Handelsschiffe attackiert haben, die Marinepräsenz der EU sichergestellt werden. Der Sitz der Operation befindet sich im griechischen Larisa.

Allgemeines Sie erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der US-geführten Operation Prosperity Guardian, vor allem bei Nachrichtengewinnung und Aufklärung.Ronja Kempin, Georg Schneider: Die EU-Operation Eunavfor Aspides. SWP-Aktuell, 21. Februar 2024. Diese Operation wurde im Dezember 2023 als Reaktion auf die Angriffe der Huthi-Rebellen auf die Schifffahrt im Roten Meer beim Bab al-Mandab seit der Entführung des Handelsschiffs Galaxy Leader am 19. November 2023 ins Leben gerufen.

Die Operation Aspides wird außerdem in enger Abstimmung mit der europäischen Operation Atalanta durchgeführt und soll damit einen Beitrag zur maritimen Sicherheit im westlichen Indischen Ozean und im Roten Meer sowie zur maritimen Sicherheit im Operationsgebiet leisten. Im Unterschied zur amerikanisch geführten Operation werden die im Rahmen von Operation Aspides eingesetzten Kräfte jedoch keine Stellungen der Huthi in Jemen angreifen.

Nach Ansicht von Kritikern bedarf die vorrangig geoökonomisch motivierte Operation Aspides einer Einbindung in eine geopolitische Strategie im Zusammenhang mit dem Krieg in Israel und Gaza seit 2023.

Organisation Befehlshaber der Operation ist der griechische Flottillenadmiral Vasileios Gryparis, Befehlshaber der Einsatzkräfte der italienische Konteradmiral Stefano Costantino auf dem Zerstörer Caio Duilio.Sicherheit und Freiheit der Schifffahrt im Roten Meer: Rat leitet EUNAVFOR ASPIDES ein. Rat der EU, Pressemitteilung vom 19. Februar 2024.Konteradmiral Stefano Constantino auf dem Zerstörer Caio Duilio Artikel von www.rainews.it am 3. März 2024, Huthis attackieren erstmals italienisches Kriegsschiff.

Aktuell befinden sich die italienische Fregatte Federico Martinengo als Flaggschiff, die französische Fregatte Languedoc, sowie die griechische Fregatte Hydra im Roten Meer.

Beitrag der Bundeswehr Die Bundesrepublik Deutschland beteiligte sich am Einsatz mit der Fregatte Hessen; dieser Einsatz dauerte vom 23. Februar bis 20. April 2024 und wurde planmäßig beendet. Das für Auslandseinsätze der Bundeswehr erforderliche Bundestagsmandat hatte zunächst eine Gültigkeit bis zum 31. Oktober 2025 und erlaubte den Einsatz von bis zu 700 Soldatinnen und Soldaten. Das Mandat wurde bis zum 31. Oktober 2026 verlängert.

Für das zweite Halbjahr 2024 war geplant, die Fregatte Hamburg zur Operation zu entsenden.Der Einsatz im Roten Meer - EUNAVFOR Aspides. bundeswehr.de, abgerufen am 26. Februar 2024. Die Hamburg verblieb jedoch im Mittelmeer, aufgrund der kritischen Gesamtlage im Nahen Osten."Vorerst kein deutsches Kriegsschiff zum Schutz vor Huthi-Raketen ins Rote Meer" Webartikel vom 19.08.2024 bei augengeradeaus.net, abgerufen am 16. Januar 2025.

Vorfall im Rahmen der Mission Anfang Juli 2025 wurde ein Aufklärungsflugzeug der Deutschen Marine von einem chinesischen Kriegsschiff mit einem Laser geblendet. Die Maschine hat ihren Aufklärungsflug dann abbrechen müssen und ist auf den Flughafen in Djibouti zurückgekehrt. Aufgrund des Vorfalls wurde am 8. Juli der chinesische Botschafter ins Auswärtige Amt einbestellt.Deutschland wirft China Laserangriff auf Flugzeug vor Artikel auf Tagesschau.de am 8. Juli 2025, https://www.tagesschau.de/eilmeldung/china-auswaertiges-amt-laserangriff-100.html. Das chinesische Außenministerium widersprach der deutschen Darstellung und sprach von einem Missverständnis. Ähnliche Zwischenfälle mit der chinesischen Marine hatte es zuvor mit den Philippinen und Australien gegeben.

Galerie

Siehe auch

Krise am Roten Meer

Weblinks Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an der durch die Europäische Union geführten Operation EUNAVFOR ASPIDES im Dokumentations- und Informationssystem für Parlamentsmaterialien

Einzelnachweise

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