Oberschöntal (früher Ober-Schönthal) ist ein Weiler der Großen Kreisstadt Backnang im baden-württembergischen Rems-Murr-Kreis.

Geographische Lage Oberschöntal liegt rund zwei Kilometer westlich des Stadtzentrums auf einer Hochebene zwischen Krähenbach im Osten, Klöpferbach im Westen und Murr im Süden. Der kleine Ort ist von einem Weichbild aus Streuobstwiesen umgeben. Oberschöntal hat etwa 30 Hausnummern und fünf Straßen, die wichtigste ist die von Großaspach im Norden ins Murrtal im Süden führende, Lindauer Straße genannte K 1831. Der klasse=noviewer|24px Stromberg-Schwäbischer-Wald-Weg genannte Hauptwanderweg 10 des Schwäbischen Albvereins kreuzt diese in der Ortsmitte auf seiner einige rechte Seitentäler der Murr querenden Etappe zwischen Kirchberg an der Murr und Backnang.

Umliegende Ortschaften sind Schöntaler Hof (zu Aspach), Backnang, Germannsweiler, Erbstetten, Neuschöntal, Mittelschöntal und Unterschöntal.

Geschichte mini|Alte Burgstelle im Wald Burgholz mini|Wappen des Edelmanns Hans von Schöntal aus dem Jahr 1403 Erstmals urkundlich erwähnt wurde Oberschöntal in einer päpstlichen Urkunde aus dem Jahre 1247. Mit dieser Urkunde stellte Papst Innozenz IV. das Damenstift St. Johannes des Täufers in Oberstenfeld unter seinen Schutz und bestätigte den Besitz der Chorfrauen in zahlreichen Orten, so auch in Scontal.Württembergisches Urkundenbuch, Band IV., Nr. 1102, Seite 163–164 Oberschöntal ging wahrscheinlich aus einem Meierhof hervor, welcher der Versorgung der Schöntaler Burg diente. Über die Geschichte der Schöntaler Burg ist – wie bei den meisten Befestigungen im Rems-Murr-Kreis – so gut wie nichts mehr bekannt. Von dieser Burg sind auch keine oberirdischen Reste sichtbar. Lediglich ein Halsgraben hat sich als Bodendenkmal erhalten. Auch ist der ursprüngliche Name der Burg unbekannt. Möglicherweise saßen hier die Herren von Maubach. Diese Familie war mutmaßlich mit den Herren von Weissach und Reichenberg verwandt und besaß Güter an verschiedenen Orten. 1370 wird ein Ulrich von Maubach erwähnt, der Besitztümer an das Stift Backnang veräußerte.

Nach einer anderen Ansicht, die von dem Heraldiker Otto von Alberti vertreten wurde, stammte der 1403 erwähnte Edelmann Hans von Schöntal aus Oberschöntal. 1480 wird noch die Edelfrau Verena von Schöntal und ihr Mann Albrecht von Ecke in einer Spenderliste des Backnanger Stifts genannt.

Im 16. Jahrhundert erschien Oberschöntal auf einer Karte von Georg Gadner. Später waren die Sturmfeder von Oppenweiler in Oberschöntal begütert. Die Sturmfeder traten ihren Hof im Weiler 1747 an Württemberg ab.

Politik Schultheißen Bis zur Eingliederung Oberschöntals nach Backnang hatte der Ort eigene Schultheißen. Diese waren zumeist wohlhabende Landwirte, die man auf Schwäbisch auch Bauraschultes (Bauernschultheiß) nannte. Erst 1930 wurde in Württemberg die Amtsbezeichnung Schultheiß für den Ortsvorsteher durch Bürgermeister ersetzt. Die Liste der Schultheißen ist unvollständig und die Amtszeiten sind teilweise unklar.

um 1660: Veit Pfleiderer 1712–1716: Johannes Pfleiderer 1716–1721: Johann Jacob Pfleiderer 1721–1763: Johannes Pfleiderer 1763–1790: Johann Michael Pfleiderer 1790–1835: Johann Friedrich Zwinck

Bilder aus Oberschöntal

Literatur Festausschuss Schöntal (Hrsg.): 750 Jahre Schöntal. Winnenden 1997. Burkhart Oertel: Ortssippenbuch der württembergischen Kreisstadt Backnang. Band 4: Für die Teilorte Steinbach, Oberschöntal, Germannsweiler, Rötleshof, Seehof, Ungeheuerhof 1599–1920 sowie Unterschöntal (1848–1920), Mittelschöntal (1851–1920), Zell (Backnanger Teil, 1599–1865). Selbstverlag des Verfassers, Neubiberg 2005 (= Württembergische Ortssippenbücher, 72).

Weblinks Oberschöntal bei leo-bw, dem landeskundlichen Informationssystem Baden-Württemberg

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Einzelnachweise

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