mini|Wilhelm Jochem als Direktor der Kunstgewerbeschule Hannover; wohl 1920er Jahre; Öl auf Holz von August Heitmüller
Friedrich Wilhelm Jochem (* 15. September 1881 in Mainz;Jochem, Wilhelm (Friedrich W.). In: Ulrich Thieme, Felix Becker, Hans Vollmer: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Bd. 19: Ingouville–Kauffungen. Engelmann, Leipzig 1926, S. 28. † 23. Januar 1945 in Langen) war ein deutscher Architekt.
Leben Jochem besuchte die Kunstgewerbeschule in Mainz und war von 1899 bis 1903 Meisterschüler von Joseph Maria Olbrich in Darmstadt. Ab 1904 unternahm er Studienreisen ab 1904 erst nach Italien, dann auch nach Großbritannien und Österreich.
1906 wirkte Jochem als Mitarbeiter von Wilhelm Kreis in Dresden. Von 1906 bis 1912 arbeitete er als Lehrer an der Kunstgewerbeschule Kiel. In diesem Zeitraum beschickte er in Kiel Sonderausstellungen wie 1906 und 1910 im Thaulow-Museum sowie 1911 im Kieler Kunstmuseum.
Nach seiner Kieler Tätigkeit leitete Jochem die Kunstgewerbeschule Pforzheim.
1922 wurde Wilhelm Jochem zum Direktor der Staatlich-Städtischen Handwerker- und Kunstgewerbeschule in Hannover berufen. Zwei Jahre später bezog er mit seiner Familie das in direkter Nachbarschaft gelegene Laveshaus, in dem er bis Anfang 1938 mit seiner Familie die ehemals von Laves genutzte „Laves-Wohnung“ im zweiten Stockwerk bewohnte.Katja Roßocha: 200 Jahre Laveshaus / Familie Laves und Mieter / Persönlichkeiten [ohne Datum], zuletzt abgerufen am 23. Dezember 2025
1937 wurde Jochem auf Betreiben der nationalsozialistischen Machthaber frühzeitig pensioniert, unter anderem „aufgrund seiner früheren Mitgliedschaft in einer Freimaurerloge.“ Einem Ruf Bruno Tauts in die Türkei folgte er nicht mehr.
Werke (Auswahl)
Publikationen Das Haus des Bürgers. 5 Bände, Hoffmann, Stuttgart 1905.
Bauten Neben seinen Lehrtätigkeiten war Jochem als Privatarchitekt und Innenarchitekt tätig. 1906 bis 1912 baute er Villen, herrschaftliche Mietwohnhäuser sowie Miets- und Geschäftshäuser in Kiel und Umgebung. 1912 entstand ein Landhaus in Sofia. 1914 schuf er den „Olbrich-Apostelraum“ auf der Ausstellung des Deutschen Werkbundes. 1920/1922: Bau und Einrichtung der ständigen Musterausstellung in Pforzheim. Innendekoration der Villa von Ludwig Ballin in Pforzheim im Stil des Expressionismus.Christoph Timm: Kristallträume eines Juwelenfabrikanten. Zur Restaurierung der expressionistischen Innenräume der Villa Ballin in Pforzheim. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg –Nachrichtenblatt der Landesdenkmalpflege. Bd. 29 (2000), Heft 2, S. 91–95 ().
Literatur Dresslers Kunsthandbuch, Band 2, 1921 Jochem, Wilhelm (Friedrich W.). In: Ulrich Thieme, Felix Becker, Hans Vollmer: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Bd. 19: Ingouville–Kauffungen. Engelmann, Leipzig 1926, S. 28. Der Architekt Friedrich Wilhelm Jochem (1881–1945): Olbrichs Meisterschüler. Kunst-Archiv Darmstadt, Darmstadt 1999, ISBN 3-9802087-7-X.
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Einzelnachweise
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