Das Henri-Goldstein-Haus in Quickborn ist eine Gedenkstätte an Kriegsgefangene, die zur Zeit des Nationalsozialismus im nahegelegenen Himmelmoor Zwangsarbeit verrichten mussten. Von 1942 bis 1945 arbeiteten hier 50 jüdische Kriegsgefangene. Diese arbeiteten weitgehend unter menschenunwürdigen Bedingungen. Die Gedenkstätte wurde nach dem belgischen Gefangenem Henri Goldstein benannt, der ab 1944 bis zum Kriegsende im „Kriegsgefangenen-Arbeitskommando 1416“ in Quickborn arbeitete. Henri Goldstein hatte sich zwei Mal an die Quickborner gewendet, um Anerkennung als damaliger Zwangsarbeiter zu bekommen.

Das Gebäude Bei dem Gebäude handelt es sich um den Ort, in dem die Gefangenen untergebracht waren. In dem ebenerdigen Bau gibt es einen großen Raum, der der Unterbringung der Gefangenen diente, ein ehemaliges Krankenzimmer, sanitäre Einrichtungen sowie Unterkünfte für die Wachmannschaft und den Lagerkommandanten.

Gedenkstätte als Lernort Aktuell wird die Gedenkstätte vom Trägerverein „Henri-Goldstein-Haus Quickborn e. V.“ als Lernort hergerichtet und es werden mit den umliegenden Schulen Exkursionen unternommen. Schüler sollen beim Aufbau der Gedenkstätte mit eingebunden sein. Dafür sollen sie nicht nur an Führungen teilnehmen, sondern auch mitgestalten und mitwirken.

Literatur Margarete Degenhardt, Peter Gudelius, Manfred Maier, Gisela Maier: Kriegsgefangenen-Arbeitskommando 1416, Verlag Ludwig, Kiel 2019, ISBN 978-3-86935-357-9 Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten (Hrsg.): Gedenkstätten und Erinnerungsorte zur Geschichte des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein. Wegweiser und Bildungsangebote, Redaktion: Harald Schmid, Husum Druck- und Verlagsgesellschaft: Rendsburg 2020 (Online-Fassung)

Einzelnachweise

Kategorie:Quickborn Kategorie:Bauwerk im Kreis Pinneberg Kategorie:Gedenkstätte für NS-Opfer