Ernst Felix Petritsch (* 21. Mai 1878 in Triest; † 18. Dezember 1951 in Wien) war ein österreichischer Hochschullehrer für Nachrichtentechnik und ein Ingenieur der Hochfrequenztechnik.
Leben Geboren in der Hafenstadt Triest im damaligen Österreich-Ungarn studierte er um die Jahrhundertwende Physik an der Technischen Hochschule (TH) in Wien, der heutigen Technischen Universität (TU). Nach erfolgreichem Abschluss arbeitete er in der österreichischen Staatstelegraphenverwaltung. Kurz darauf brach der Erste Weltkrieg (1914–1918) aus. Er wurde in die Armee einberufen und diente im Telegraphenwesen, zuletzt im Rang eines Majors. Er wurde mit dem Ritterkreuz des Franz-Joseph-Ordens und dem Militärverdienstkreuz III. Klasse ausgezeichnet.HS Prof. Dipl.-Ing. Ernst Felix Petritsch, Lebenslauf bei ÖCV, abgerufen am 2. Februar 2024. Nach dem Zerfall der k. u. k.-Monarchie verließ er Österreich und wurde Leiter der Versuchsabteilung für Kabel und Verstärker der niederländischen Telegraphenverwaltung.
Nachdem er einen Ruf zum Professor für Fernmeldetechnik von seiner Alma Mater erhalten hatte, kehrte er im Jahr 1928 nach Wien zurück. Dort an der TH baute er das Institut für Schwachstromtechnik auf, wie man damals die im Aufblühen begriffene Nachrichtentechnik in Abgrenzung zur Starkstromtechnik nannte. Innerhalb der nächsten zehn Jahre entstand eine herausragende Forschungs- und Ausbildungsstätte. Zu seinen Doktoranden zählte 1936 Herbert Döring, späterer Professor für Hochfrequenztechnik an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen.
Petritsch musste seine erfolgreiche Tätigkeit im Jahr 1938 jäh unterbrechen, nachdem im März der „Anschluss“ Österreichs an den deutschen NS-Staat erfolgt war. Im selben Jahr beantragte er die Aufnahme in die NSDAP, wurde aber abgelehnt.Bundesarchiv R 9361‑II/800446Juliane Mikoletzky, Paulus Ebner: Die Technische Hochschule in Wien 1914-1955, Teil 2, Wien 2016, S. 40. Gegen seinen Willen wurde er in den Ruhestand versetzt und konnte erst nach dem Zweiten Weltkrieg seine Arbeit wieder aufnehmen. Er starb im Alter von 73 Jahren. Zu seinem Andenken ist die Petritschgasse im 21. Wiener Gemeindebezirk und der Hörsaal EI 1 der TU Wien nach ihm benannt.Felix Petritsch in der Hall of Fame der TU Wien, abgerufen am 2. Februar 2022.
Weblinks Erinnerungsmedaille Rede des Herrn Prof. Ing. Ernst Felix Petritsch, Wien (mit Porträtfoto). HS Prof. Dipl.-Ing. Ernst Felix Petritsch, Lebenslauf bei ÖCV. Ernst Felix Petritsch – Gedenkworte zu seinem 50. Todestag von Hubert Trimmel, Wien. Felix Petritsch in der Hall of Fame der TU Wien.
Einzelnachweise
Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Österreich-Ungarn) Kategorie:Major (Österreich-Ungarn) Kategorie:Träger des Franz-Joseph-Ordens (Ritter) Kategorie:Träger des Österreichischen Militärverdienstkreuzes III. Klasse Kategorie:Absolvent der Technischen Universität Wien Kategorie:Hochschullehrer (Technische Universität Wien) Kategorie:Mitglied der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Hochfrequenz-Ingenieur Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1878 Kategorie:Gestorben 1951 Kategorie:Mann