Florian Warweg (* Juli 1979 in Magdeburg) ist ein deutscher Journalist und Autor. Er war von 2014 bis 2022 einer der Online-Chefs (Chef vom Dienst) des russischen Propagandasenders RT DE und von 2022 bis 2026 Redakteur des Blogs NachDenkSeiten. Seit 2026 ist er Redakteur der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung.

Leben Warwegs Vater kam 1973 laut Warweg in der DDR für zwei Jahre wegen sogenannter Republikflucht in Jugendhaft und stand in Kontakt mit Dissidenten. Sein Großvater mütterlicherseits war SED-Mitglied.

Warweg studierte von Oktober 2000 bis Mai 2007 Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Lateinamerika und Geographie in Tübingen und ein Semester von Juli 2003 bis September 2004 an der Pontificia Universidad Católica de Chile in Santiago de Chile. Seine Magisterarbeit hatte das Thema Staatszerfall in Kolumbien und Angola? Über die Erklärung und Prognostizierbarkeit von Staatszerfall anhand des Global Model.

Studien- und Arbeitsaufenthalte führten ihn zwischen 2003 und 2009 nach Süd- und Zentralamerika sowie das Afrika der Subsahara.

Er war Mitglied der Partei Die Linke in Berlin-Neukölln.

Von April 2010 bis April 2012 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter der damaligen Bundestagsabgeordneten Heike Hänsel (Die Linke).

2012 kam er zum Redaktionsteam des Lateinamerikaportals amerika21.

2014 übernahm Warweg die Co-Leitung der Online-Redaktion (Chef vom Dienst) von RT DE, dem kurz zuvor gegründeten deutschsprachigen Ableger des russischen Propagandasenders RT. Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine wurde der Sender im März 2022 EU-weit verboten. Warweg wechselte daraufhin als Parlamentskorrespondent im Juni 2022 zu dem Blog NachDenkSeiten.

Im Juni 2022 wurde Warweg in die Bundespressekonferenz aufgenommen, wogegen sechs Mitglieder des Trägervereins Einspruch einlegten. Der Mitgliedsausschuss der Bundespressekonferenz lehnte daraufhin die Aufnahme Warwegs aus formalen Gründen ab, da seine bei den NachDenkSeiten veröffentlichten Beiträge nicht belegten, dass er „ständig und weit überwiegend“ über deutsche Bundespolitik schreibe. Warweg klagte daraufhin beim Landgericht Berlin auf Aufnahme in den Verein und Zugang zur Bundespressekonferenz. Der Klagepunkt zur Aufnahme in den Verein wurde abgelehnt, dem Klagepunkt des Zugangs zu Regierungspressekonferenzen wurde stattgegeben. Der Verein legte Rechtsmittel ein. Warwegs Rolle in der Bundespressekonferenz beurteilte Markus Linden in der taz im September 2024 im Zusammenhang mit der dargestellten Propagandafunktion der Nachdenkseiten für das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) kritisch: „Jemand wie Florian Warweg setzt sich in die Bundespressekonferenz und greift partiell sogar Themen auf, die journalistisch akzeptabel sind. Aber im Endeffekt dient es nur einer spezifischen Agenda – und die ist prorussisch.“

Nachdem Warweg im Januar 2026 als Parlamentsberichterstatter zur Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung wechselte, zog der Trägerverein der Bundespressekonferenz seine Berufung gegen das Urteil bezüglich der Konferenzteilnahme Warwegs zurück.

Warweg lebt in Berlin.

Veröffentlichungen

Weblinks Jakob Buhre: Florian Warweg: Spitze Fragen aus dem Glashaus. In: nd, 2. April 2026.

Einzelnachweise

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