Alpinia ist eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Alpinioideae innerhalb der Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae), die zu den Einkeimblättrigen Pflanzen gehören. Mit bis zu 250 Arten ist diese Gattung die artenreichste in der Familie der Ingwergewächse.

Einige Arten werden als Gewürz- und Heilpflanzen vom Menschen genutzt. Viele Arten und Sorten werden als Zierpflanzen in tropischen Gärten und Parks verwendet.

Beschreibung mini|links|Illustration von Alpinia kawakamii mini|Reife Früchte des Muschelingwers (Alpinia zerumbet)

Erscheinungsbild und Blätter Alpinia-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Sie bilden kriechende, dicke Rhizome als Überdauerungsorgane. Es werden meist gutentwickelte „Pseudostämme“ gebildet aus meist vielen, selten nur ein bis vier Laubblättern. Die einfachen Blattspreiten sind länglich oder lanzettlich.

Blütenstände und Blüten Die endständigen, traubigen, ährigen, rispigen Blütenstände enthalten im dichten bis gestreckten Abstand viele Blüten. Die knospigen Blütenstände werden meist von ein bis drei Hochblättern umhüllt. Jede Blüte steht meist über einem röhrenförmigen bis ausgebreiteten Deckblatt.

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und dreizählig mit doppelter Blütenhülle (Perianth). Die drei Kelchblätter stehen meist röhrig zusammen, manchmal ist die Kelchröhre auf einer Seite gespalten. Drei Fruchtblätter sind zu einem dreikammerigen Fruchtknoten verwachsen. Die Plazentation ist zentralwinkelständig. Das Labellum ist oft auffällig mit unterschiedlich gelappten oder glatten Rändern und ist meist länger als die Kronlappen. Manchmal fehlen Staubfäden. Die Narbe ist meist gut entwickelt.

Früchte und Samen Es werden meist kugelige, trockene oder fleischige Kapselfrüchte mit vielen Samen gebildet. Die oft kantigen Samen besitzen einen Arillus.

Ökologie Alpinia-Arten werden hauptsächlich von Bienen bestäubt.

Systematik und Verbreitung Die gültige Veröffentlichung der Gattung Alpinia erfolgte 1810 durch William Roxburgh in Asiatic Researches, Volume 11, S. 350–352 mit der Typusart Alpinia galanga Der Gattungsname Alpinia ehrt den italienischen Botaniker Prospero Alpini. Synonyme für Alpinia nom. cons. sind: Albina , Allagas , Buekia , Catimbium , Cenolophon , Doxanthes , Eriolopha , Guillainia , Hellenia , Hellwigia , Heritiera , Kolowratia , Languas , Martensia , Monocystis , Odontychium , Strobidia , Tonemone , Zerumbet Alpinia wurde durch Vienna ICBN Art. 14.10 & App. III konserviert gegenüber dem älteren Homonym (Vienna ICBN Art. 53) Alpinia veröffentlicht 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, S. 2 mit der Typusart Alpinia racemosa , deren gültiger Name aber Renealmia pyramidalis ist; außerdem ist dieser Name Alpinia konserviert gegenüber den Namen Albina , Buekia und Zerumbet

Die Gattung Alpinia gehört zur Tribus Alpinieae in der Unterfamilie der Alpinioideae innerhalb der Familie der Zingiberaceae. Die Gattung Alpinia enthält 230 bis 245 Arten. Diese Gattung ist nicht monophyletisch und wird vielleicht in mehrere Gattung aufgegliedert oder andere Gattungen eingegliedert werden.

Alpinia-Arten haben einen Verbreitungsschwerpunkt im indonesischen Archipel und im tropischen Australien. Arten kommen auch in weiten Teilen des tropischen asiatischen Kontinents vor.

Die Gattung Alpinia wird in zwei Untergattungen und elf Sektionen gegliedert: Untergattung Alpinia: Sektion Alpinia Sektion Didymanthus Sektion Kolowratia Sektion Fax Sektion Guillania Sektion Arctiflorae Sektion Allughas Untergattung Dieramalpinia : Sektion Dieramalpinia Sektion Eubractea Sektion Myriocrater Sektion Pycnanthus

mini|Blütenstände von Alpinia abundiflora im Habitat mini|Alpinia arctiflora mini|Habitus und Laubblätter von Alpinia caerulea mini|Fruchtstand von Alpinia caerulea mit reifen Früchten mini|Blütenstand von Alpinia calcarata mini|Alpinia formosana mini|Rhizom des Thai-Ingwer (Alpinia galanga) mini|Habitus und Blütenstand des Thai-Ingwer (Alpinia galanga) mini|Alpinia hainanensis mini|Alpinia japonica mini|Habitus und Laubblätter von Alpinia jianganfeng mini|Blütenstand von Alpinia malaccensis mini|Blütenstand von Alpinia oxyphylla mini|Fruchtstand von Alpinia pricei mit reifen Früchten mini|Laubblätter von Alpinia pumila mini|Habitus und Blütenstände einer Sorte von Alpinia purpurata mini|Rosafarbene Sorte von Alpinia purpurata mini|Alpinia speciosa mini|Habitus einer buntlaubigen Sorte von Alpinia vittata mini|Blütenstand des Muschelingwer (Alpinia zerumbet) mini|Muschelingwer (Alpinia zerumbet), fruchtend

Die Gattung Alpinia enthält 230 bis 245 Arten:

Alpinia abundiflora : Sie kommt in Sri Lanka und im südlichen Indien vor. Alpinia acuminata : Sie kommt in Papua-Neuguinea vor. Alpinia adana : Sie wurde 2013 von der Malaiischen Halbinsel erstbeschrieben. Alpinia aenea : Kleine Sundainseln, Sulawesi. Alpinia albipurpurea : Papua-Neuguinea. Alpinia amentacea : Dieser Endemit kommt nur in Sarawak vor. Alpinia apoensis : Philippinen. Alpinia aquatica : Südliches Indien, westliches Malesien. Alpinia arctiflora : Dieser Endemit kommt nur im nordöstlichen Queensland vor. Alpinia arfakensis : Die zwei Varietäten kommen nur im westlichen Neuguinea vor. Alpinia argentea : Borneo. Alpinia arundelliana : Queensland und New South Wales. Alpinia asmy : Sie wurde 2012 von der Malaiischen Halbinsel erstbeschrieben. Alpinia assimilis : Thailand und Malaiische Halbinsel. Alpinia athroantha : Westliches Neuguinea. Alpinia austrosinense : Diese Neukombination erfolgte 2015. Sie kommt im südöstliches China bis Guizhou vor. Alpinia bambusifolia : Sie gedeiht in Wäldern in Tälern in Höhenlagen von 1300 bis 1400 Metern in den chinesischen Provinzen Guangxi sowie Guizhou und Sichuan. Alpinia beamanii : Dieser Endemit kommt nur in Sabah vor. Alpinia biakensis : Sulawesi und Bismarck-Archipel. Alpinia bodenii : Westliches Neuguinea. Alpinia boia : Fidschi. Alpinia boninsimensis : Ogasawara-Inseln bis Kazan-rettō. Alpinia borraginoides : Myanmar. Alpinia brachyantha : Luzon. Alpinia brevilabris : Philippinen. Alpinia breviligulata : Vietnam. Alpinia brevis : Sie gedeiht in dichten Wäldern in Höhenlagen von 700 bis 2000 Metern in den chinesischen Provinzen Guangdong, Guangxi sowie Yunnan. Alpinia caerulea : Papua-Neuguinea, Queensland und New South Wales. Alpinia calcarata : Sie ist in Sri Lanka, Indien, Myanmar und in der chinesischen Provinz Guangdong verbreitet. Alpinia calcicola : Sie wurde 2000 aus Vietnam erstbeschrieben. Alpinia calycodes : Neuguinea. Alpinia capitellata : Malaysia, Borneo, Sumatra. Alpinia carinata : Westliches Neuguinea. Alpinia carolinensis : Karolinen. Alpinia celebica : Dieser Endemit kommt nur in Sulawesi vor. Alpinia chaunocolea : Westliches Neuguinea. Alpinia chinensis : Südöstliches China und Vietnam. Alpinia chrysorachis : Dieser Endemit kommt nur in Sulawesi vor. Alpinia coeruleoviridis : Dieser Endemit kommt nur in Sulawesi vor. Alpinia conchigera : Sie ist von Indien, Bangladesch, Myanmar, Thailand, Kambodscha, Laos, Vietnam, auf Sumatra, westlichen Malaysia und in der chinesischen Provinz Yunnan verbreitet. Sie wird als Heilpflanze verwendet. Alpinia condensata : Westliches Neuguinea. Alpinia conferta : Salomonen. Alpinia congesta : Luzon. Alpinia conghuaensis : Sie wurde 2000 aus der chinesischen Provinz Guangdong erstbeschrieben. Alpinia conglomerata : Papua-Neuguinea. Alpinia copelandii : Mindanao. Alpinia coriacea : Dieser Endemit gedeiht in Wäldern nur in Wanning Xian im östlichen Hainan. Alpinia coriandriodora : Sie kommt im chinesischen Autonomen Gebiet Guangxi vor. Sie wird als Heil- und Gewürzpflanze verwendet; sie duftet nach Koriander (Coriandrum sativum). Alpinia corneri : Malaysia (Terengganu). Alpinia cumingii : Luzon. Alpinia cylindrocephala : Südliches Sulawesi. Alpinia dasystachys : Westliches Neuguinea. Alpinia dekockii : Westliches Neuguinea. Alpinia densibracteata : Südliches China. Alpinia densiflora : Westliches Neuguinea. Alpinia denticulata : Malaiische Halbinsel. Alpinia diffissa : Südöstliches China. Alpinia divaricata : Westliches Neuguinea. Alpinia diversifolia : Philippinen. Alpinia domatifera : Westliches Neuguinea. Alpinia dyeri : Samoa. Alpinia elegans : Philippinen. Alpinia elmeri : Luzon. Alpinia emaculata : Sie gedeiht in Wäldern in Höhenlagen von etwa Metern nur im südlichen Yunnan. Alpinia epiphytica : Sie wurde 2011 aus Sarawak erstbeschrieben. Alpinia eremochlamys : Nördliches Sulawesi. Alpinia euastra : Westliches Neuguinea. Alpinia eubractea : Dieser Endemit kommt nur in Sulawesi vor. Alpinia fax : Sri Lanka. Alpinia flabellata : Sie kommt in einem kleinen Gebiet in Taiwan, auf den Ryukyu-Inseln und auf den Philippinen vor. Alpinia flagellaris : Neuguinea. Alpinia formosana : Sie kommt in Taiwan, auf den Ryukyuinseln und in Japan vor. (Es wird auch vermutet, dass es sich um eine Naturhybride handelt). Alpinia foxworthyi : Palawan. Alpinia fusiformis : Papua-Neuguinea. Alpinia gagnepainii : Nördliches Vietnam. Thai-Ingwer (Alpinia galanga , Syn.: Alpinia alba , Alpinia bifida , Alpinia carnea , Alpinia pyramidata , Alpinia rheedei , Alpinia viridiflora ): Es wurden mehrere Varietäten beschrieben. Die Art ist von Indien, Myanmar, Thailand über Malaysia bis Indonesien und von Vietnam, Taiwan bis zu den chinesischen Provinzen Fujian, Guangdong, Guangxi, Hainan sowie Yunnan weitverbreitet. Die Varietät Alpinia galanga var. galanga wird als Heilpflanze verwendet. Alpinia gigantea : Molukken. Alpinia gigantifolia : Luzon. Alpinia glabra : Borneo. Mit zwei Varietäten. Alpinia glabrescens : Philippinen. Alpinia glacicaerulea : Dieser Endemit kommt nur in Sulawesi vor. Alpinia globosa : Sie kommt vom südlichen Yunnan bis Vietnam vor. Alpinia gracillima : Westliches Neuguinea. Alpinia graminea : Philippinen. Alpinia graminifolia : Sie gedeiht in Wäldern in Tälern in Höhenlagen von 800 bis 900 Metern nur im chinesischen Autonomen Gebiet Guangxi. Alpinia guangdongensis : Dieser Endemit gedeiht in Wäldern in Höhenlagen von etwa 100 Metern nur in Huidong Xian in der chinesischen Provinz Guangdong. Alpinia guinanensis : Sie kommt nur im chinesischen Autonomen Gebiet Guangxi vor. Alpinia haenkei : Philippinen und Java. Alpinia hagena : Papua-Neuguinea. Alpinia hainanensis : Sie ist in Vietnam und in den chinesischen Provinzen Guangdong, Guangxi sowie Hainan verbreitet. Alpinia hansenii : Borneo. Alpinia havilandii : Sabah. Alpinia hibinoi : Hainan. Alpinia himantoglossa : Westliches Neuguinea. Alpinia hirsuta : Vietnam. Alpinia horneana : Südliches Viti Levu. Alpinia hulstijnii : Molukken (Sula). Alpinia hylandii : Nördliches Queensland. Alpinia ×ilanensis = Alpinia japonica × Alpinia pricei: Nordöstliches Taiwan. Alpinia illustris : Philippinen. Alpinia inaequalis : Westliches Neuguinea. Alpinia intermedia : Sie ist auf den Philippinen, Japan, Taiwan und in der chinesischen Provinz Guangdong verbreitet. Alpinia janowskii : Westliches Neuguinea. Alpinia japonica (Syn.: Alpinia agiokuensis , Alpinia kiushiana , Alpinia japonica var. kiushiana nom. inval.): Sie ist im südlichen China, nördlichen Taiwan sowie Japan verbreitet. Alpinia javanica : Thailand bis Malesien. Alpinia jianganfeng (Syn.: Alpinia sichuanensis ): Sie gedeiht an feuchten, schattigen Standorten in Wäldern in den südlichen chinesischen Provinzen Guangdong, Guangxi, Guizhou, Hunan, Jiangxi, Sichuan sowie Yunnan. Sie wird als Heilpflanze verwendet. Alpinia jingxiensis : Dieser Endemit gedeiht in Wäldern in Höhenlagen von 1400 bis 1500 Metern nur im Kreis Jingxi im westlichen Guangxi. Alpinia juliformis : Neuguinea. Alpinia kawakamii (Syn.: Alpinia elwesii , Alpinia shimadae var. kawakamii ): Sie gedeiht in Höhenlagen von 400 bis 900 Metern nur in den Bergregionen des südlichen Taiwan. Alpinia kiungensis : Papua-Neuguinea. Alpinia klossii : Westliches Neuguinea.