Alfred Gereon Andersen, meist Alfred G. Andersen, teilweise auch Anderson (* 10. Oktober 1884 in Sarritslev, Børglum, Kreis Hjørring, Dänemark; † unbekannt) war ein dänisch-amerikanischer Journalist.

Leben

Herkunft und Familie Andersen wurde in Sarritslev–Børglum, Kreis Hjørring, im nördlichen Dänemark geboren. Seine Eltern waren Anders Gustav Andersen (* 1835), seine Mutter Christine (Kristine) Andersen (* 1843). Er wurde am 7. Mai 1886 evangelisch getauft und am 9. Oktober 1898 konfirmiert.Kirchenbuch, S. 19, Nr. 23, Rigsarkivet; Danmark; Kontraministerialbog; Reference: 8031661291 Ancestry.com. Denmark, Church Records, 1812-1924 [database on-line]. Abgerufen am 27.1.2024 von https://www-ancestryinstitution-com.wikipedialibrary.idm.oclc.org/discoveryui-content/view/6004872:61607Kirchenburch, Ålborg, Rigsarkivet; Danmark; Kontraministerialbog; Reference: Aodata01\kirkeboeger1892\48551\c152c\g\010 Ancestry.com. Denmark, Church Records, 1812-1924 [database on-line] abgerufen am 27.1.2024 von Ancestry.com Er hatte zwei Brüder, Karl Gustav Andersen (* 1877) und Wilhelm (* 1868).Zensus 1890, M.K. 5852 Liste nr. 6, Familie Nr. 75(4) Eintrag D2155, Serritslev, Børglum, Hjørring he Danish National Archives - Rigsarkivet; København, Danmark; 1890 Folketælling. Ancestry.com. 1890 Denmark Census [database on-line], abgerufen am 27.1.2024 von https://www-ancestryinstitution-com.wikipedialibrary.idm.oclc.org/discoveryui-content/view/959015:61732

Am 23. Dezember 1918 heiratete er in Chicago die ebenfalls aus Dänemark stammende Ella E. Rasmussen (* 1885).Ancestry.com. Cook County, Illinois, U.S., Marriages Index, 1871-1920 [database on-line] Original data: “Illinois, Cook County Marriages, 1871–1920.” Index. FamilySearch, Salt Lake City, Utah, 2010. Illinois Department of Public Health records. "Marriage Records, 1871–present." Division of Vital Records, Springfield, Illinois. Abgerufen von Ancestry.com (27.1.2024) Er hatte einen Sohn, Harold Gereon Anderson (* 1916 in Nevada) und eine Stieftochter, Elsa (* 1908 in Dänemark).

Amerikanischer Staatsbürger wurde er nach Ablauf von fünf Jahren Pflichtaufenthalt in den USA. Er wurde in Chicago am 5. November 1919 eingebürgert.Angabe zu Naturalization, Ship Manifest, SS United States von Kopenhagen nach New York, Ankunft 17. August 1930, The National Archives in Washington, DC; Washington, DC, USA; Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957; Microfilm Serial or NAID: T715; RG Title: Records of the Immigration and Naturalization Service, 1787-2004; RG: 85, Ancestry.com. New York, U.S., Arriving Passenger and Crew Lists, abgerufen von Ancestry.com (27.1.2024)Karteikarte zu Naturalization Petition, A 536, Certificate no P-7138 GN 1224335 US District Court Chicago; Petition for Naturalization, 14.11.1918, abgerufen am 27.1.2024 von Ancestry.com

Sein Vater war Handelsreisender und Eigentümer eines kleinen Anwesens. Die Familie zog nach Silkeborg um, als er sieben Jahre alt war. Dort besuchte er die Mittelschule. Nach mehreren Umzügen beendete er seine Schulzeit 1893 an einer Privatschule in Aalborg. Zeitweilig war er Zeitungsjunge und verkaufte Straßenzeitungen. Er nahm sich vor, Seemann zu werden. Der Versuch, an die Marineoffiziersschule zu gelangen, scheiterte an der Aufnahmeprüfung. Er begann eine Buchbinderlehre, brach sie aber nach kurzer Zeit ab. Er begann eine landwirtschaftliche Ausbildung am Kloster Børglum, brach aber auch diese ab.„En Chefredaktørs Løbebane“. Saint Paul Tidende, 12. Februar 1915, 25. Jg., Nr. 7, S. 5. [Digitalisat LOC]

Weltreise und journalistische Stationen in Asien 1902–1913 1902 gelangte er als blinder Passagier auf englischen Dampfern zunächst nach South Shields, dann ins Mittelmeer und Schwarze Meer, dann nach Südafrika. Er ging in Durban von Bord und versuchte mit anderen, bei Johannesburg Arbeit in den Diamantenminen zu finden. Das gelang nicht. Er schlug sich mit Gelegenheitsarbeiten durch, etwa als Fischer und Hafenarbeiter. Er wurde schließlich Matrose auf einer Bark und kehrte zunächst nach Europa zurück. Er verbrachte einige Zeit in Gent und Antwerpen. Er überquerte den Atlantik und verließ seine Mannschaft in New York. Eine Zeitlang arbeitete er auf einem Schoner an der Küste, dann als Maler, Tischler, Bauarbeiter, Versicherungsvertreter, bis er Mitarbeiter der Redaktion der von Otto Larssen herausgegebenen dänischsprachigen Zeitung Nordlyset (Nordlicht) wurde.

Er brach zu einer Weltreise auf, zunächst mit einem deutschen Dampfer nach Hamburg, dann nach Wien, Triest und vier Monate zu Fuß durch Italien. Er hielt sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser. Er gelangte nach Griechenland, setzte von Piräus nach Alexandria über und bereiste eine Zeitlang Ägypten und Palästina. In Port Said heuerte er auf einem Liniendampfer nach Asien an und gelangte in das von Japan verwaltete Lüshunkou (Port Arthur) in der Mandschurei, anschließend nach Yokohama. Dort erhielt er Arbeit im Kontor eines englischen Handelshauses, das allerdings bald Bankrott anmeldete. Er reiste weiter nach Shanghai.

Dort erhielt er eine Stelle als Redakteur der neu gegründeten englischsprachigen Abendzeitung The Shanghai Free Press (Shih-hsin pao).Rosenstock's Directory of China and Manila, January 1 to June 30, 1909, Jg. 14, Manila: Rosenstock Publishing Co., S. 141 [Google Books]„Biographies of China-Coast Publishers and Editors“. In: Frank H. H. King, Prescott Clarke. A Research Guide to China-Coast Newspapers, 1822–1911. Harvard University Asia Center, 1965. S. 110-111. https://doi.org/10.1163/9781684171491_005 Diese stellte nach drei Monaten ihr Erscheinen ein, denn der Verlag war insolvent. Er arbeitete sodann für einige weitere Zeitungen in Shanghai. Im Frühjahr 1909 reiste er auf die Philippinen, die damals eine Kolonie der USA waren. Er fand Arbeit als Gehilfe bei der Eisenbahn. In der Hafenstadt Cebu ließ er sich nieder. Da sich in der Stadt viele englischsprachige Geschäftsleute, Siedler, Soldaten und Reisende aufhielten, gründete er ohne eigenes Kapital, nur durch einen Kredit finanziert, eine englischsprachige Wochenzeitung. Andersens The Cebu Chronicle erschien zwei Mal wöchentlich.Daniel O’Connell (1910, April). Philippine Resources, 1. Jg., Nr. 6, Manila, 1909, S. 38. Abgerufen am 27.1.2024 von https://archive.org/details/acc6190.0001.001.umich.edu/page/n335/Angel Velasco Shaw, Luis Francia. Vestiges of War: The Philippine-American War and the Aftermath of an imperial dream, 1899-1999. New York University Press, New York 2000, S. 85. Abgerufen am 28.1.2024 von Google Books Nach zwei Jahren verkaufte er die Zeitung. 1912 siedelte er nach Manila um. Dort wurde er Redakteur der von D. O’Connell herausgegebenen Monatszeitschrift The Philippines Monthly, um nach acht Monaten zur Tageszeitung Manila Daily Bulletin zu wechseln. Dort blieb er anderthalb Jahre, bevor er sich wieder nach Amerika einschiffte.

Im Januar 1913 reiste er von Manila nach Hong Kong und von dort nach Seattle in die USA ein; sein Ziel war San Francisco.Ship Manifest, SS Awa Maru von Hong Kong, Ankunft Seattle, 14. Januar 1913. [Ancestry.com] National Archives at Chicago; Chicago, Illinois; ARC Title: Petitions For Naturalization For the United States District and Circuit Courts, Northern District of Illinois and Immigration and Naturalization Service District 9, 1840-1950; NAI Number: M1285; Record Group Title: Records of the Immigration and Naturalization Service; Record Group Number: Rg 85, Ancestry.com. Illinois, U.S., Federal Naturalization Records, 1856-1991 abgerufen von Ancestry.com

Journalistische Karriere in den USA 1913–1918 Im Juli 1913 kam er nach San Francisco und dort durch einen Bekannten in der Redaktion der Tageszeitung San Francisco Chronicle unter. Nach acht Monaten fand er eine Stelle als Korrespondent in der örtlichen Vertretung der Nachrichtenagentur Associated Press. Anschließend beschäftigt war er im Pressebüro der Weltausstellung Panama-Pacific International Exposition in San Francisco 1914–15. Unter anderem betrieb er internationale Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im skandinavischen Raum.Andersen, Alfred G. „Early Panama Exposition exhibitors“. The Iron Age, 19. November 1914, S. 1182-1183. Abgerufen am 28.1.2024 von Archive.orgHardee, Theodore. Final report of the Director of Special Days and Events to the President, Panama-Pacific International Exposition San Francisco Feb. 20-Dec. 4, 1915. Abgerufen am 28.1.2024 von https://archive.org/details/finalreportofdir00pana/page/n151/Andersen, Alfred G. „Camera in construction history. Through medium of pictures animated record of Exposition's building is unfolded to whole world“. The Moving Picture World 8. August 1914, S. 824. Abgerufen am 28.1.2024 von https://archive.org/details/movpictwor21movi/page/n733/ Im Folgejahr übernahm er eine ähnliche Rolle in der Pressearbeit für die Panama–California Exposition 1915–17 in San Diego.„En ny Dansk Koloni i det nordlige California“. Saint Paul Tidende 18. Februar 1916, S. 1. [Digitalisat Library of Congress] Zur Jahreswende 1914–15 wurde er Chefredakteur der Wochenzeitung San Francisco News-Letter and California Advertiser.

Um 1916–17 verließ er Kalifornien und wurde Polizeireporter bei der Salt Lake Tribune in Salt Lake City, Utah. Ab September 1917 lebte er in Chicago. Er war Redakteur beim Chicago Herald-Examiner, einer Zeitung des Hearst-Konzerns.„Salt Lake City“. Editor and Publisher 6. Oktober 1917, 50. Jg., Nr. 17, S. 23. Abgerufen am 28.1.2024 von https://archive.org/details/sim_editor-publisher_1917-10-06_50_17/page/22/

Engagement in der dänischen Einwanderer-Gemeinschaft Gelegentlich schrieb er in diesen Jahren für die dänischsprachige Presse wie St. Paul Tidende in Saint Paul, Minnesota, wo besonders viele skandinavische Einwanderer siedelten. Er übersetzte auch dänische Gedichte und Literatur ins Englische.Denmark. Introductory poem from ,Once Upon a Time–' by Holger Drachmann, translated from the Danish by Alfred G. Andersen. [Werbeanzeige für Salomons Almanak 1917 4. Jg.] Saint Paul Tidende, 24. November 1916, S. 5 [Digitalisat Library of Congress]

Als 1914 der Erste Weltkrieg in Europa begann, löste dies in den USA eine Debatte um die eigene Verteidigungsbereitschaft aus, an der sich Andersen rasch publizistisch beteiligte.Andersen, Alfred G. „The necessity of war“. San Francisco News Letter and California Advertiser, 88. Jg., Nr. 11, 12. Sept. 1914, S. 6. Abgerufen am 28.1.2024 von https://archive.org/details/sfnewsletter88unse/page/n279/ 1915 plädierte US-Präsident Woodrow Wilson im Kongress für die Bildung einer mehrere Hunderttausend Mann umfassenden Reserve der U. S. Army an. Die Einwanderergruppe der Dänen neigte recht stark dazu, den Eintritt der USA in den Krieg an der Seite der Entente gegen Deutschland zu befürworten; es gab relativ viele Freiwillige für das Heer. Andersen regte gemeinsam mit anderen die Formierung einer Art Fremdenlegion an, die aus Einwanderern bzw. „Bindestrich-Amerikanern“ mit militärischer Ausbildung oder Vorerfahrung aus ihren Heimatländern gebildet werden sollten. Aus seiner Erfahrung aus den Philippinen argumentierte er, dass während des Spanisch-Amerikanischen Kriegs (1898) und des Philippinisch-Amerikanischen Krieg (1899–1902) zahlreiche Ausländer in die Freiwilligenregimenter der USA eingetreten waren. In der dänisch-amerikanischen Einwandererpresse regte er konkret eine „Danish-American Legion“ an, was in der Immigranten-Öffentlichkeit kontrovers diskutiert wurde. Er schätzte, dass es etwa 50.000 Dänisch-Amerikaner gebe, die militärisch ausgebildet seien. Das Kriegsministerium lehnte den Vorschlag mangels Gesetzesgrundlage ab.Andersen, Alfred G. „,The Makings' of an Army Reserve“. Army and Navy News, Jg. 4, Nr. 1, S. 11. Abgerufen von HathiTrust, https://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=mdp.39015084765018&seq=11Andersen, Alfred G. „Forslag om Oprette[...] "Dansk-Amerikansk Legion"“ Saint Paul Tidende