Basisdaten Landeskirche Evangelische Landeskirche in Württemberg Prälatur Heilbronn Gliederung 30 Kirchengemeinden Adresse desDekanatamts Kirchplatz 574564 CrailsheimDekanAndreas Arnold

Der Kirchenbezirk Crailsheim-Blaufelden ist einer von derzeit (2026) 35 Kirchenbezirken bzw. Kirchenkreisen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Er entstand am 1. Januar 2024 durch die Fusion der bis dahin selbstständigen Kirchenbezirke Crailsheim und Blaufelden. Das Gebiet des neu gebildeten Kirchenbezirks ist deckungsgleich mit dem des Dekanats Crailsheim-Blaufelden.

Geografie Das Gebiet des Kirchenbezirkes ist deckungsgleich mit dem Gebiet der bisherigen Kirchenbezirke Crailsheim und Blaufelden und weist große Übereinstimmungen mit dem Gebiet des früheren Landkreises Crailsheim auf. Die Nachbarkirchenbezirke sind im Norden und Westen der Kirchenbezirk Hohenlohe, im Westen der Kirchenbezirk Schwäbisch Hall-Gaildorf und im Süden der Kirchenbezirk Ostalb. Im Westen grenzt der Kirchenbezirk Crailsheim-Blaufelden außerdem an das Gebiet der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.

Leitung des Kirchenbezirks Gemäß der landeskirchlichen Kirchenbezirksordnung obliegt die Leitung des Kirchenbezirks der Bezirkssynode, dem Kirchenbezirksausschuss sowie dem Dekan oder der Dekanin.

Dekane des Kirchenbezirks

2024–2025 Friederike Wagner (zuvor Dekanin des Kirchenbezirks Crailsheim) seit 2025 Andreas Arnold

Kirchengemeinden Zum neuen Kirchenbezirk gehören ca. 30 Kirchengemeinden, die wiederum in Gesamtkirchengemeinden oder Verbundkirchengemeinden miteinander auf institutioneller Ebene verbunden sind. Nicht jede Kirchengemeinde verfügt über ein eigenes Pfarramt. Die Strukturveränderungen der Landeskirche werden in absehbarer Zeit weitere Gemeindefusionen anstoßen.

Kirchengemeinde Altenmünster Die Kirchengemeinde Altenmünster (ca. 2.550 Gemeindeglieder) umfasst den Stadtteil Altenmünster der Stadt Crailsheim. Altenmünster war bis 1940 ein Wohnplatz der Gemeinde Ingersheim und wurde mit dieser nach Crailsheim eingemeindet. Ein Pfarrer wird im Altenmünster bereits 1285 erwähnt. Über Ellwangen kam das Patronat an Hohenlohe. 1444 wurde eine Kirche erbaut. Sie wurde 1730 abgebrochen und bis 1731 durch die heutige Peter-und-Paul-Kirche ersetzt. Der Rechtecksaal mit Westturm erhielt 1752 eine Orgel von Johann Georg Allgeyer d. J. aus Hofen. Durch starken Zuwachs in den 1950er und 1960er Jahren wurde die Peter-und-Paul-Kirche zu klein, so dass 1973 eine weitere Kirche, die Friedenskirche erbaut wurde. Danach war die „alte Kirche“ lange Zeit fast ungenutzt. Sie konnte jedoch von 1993 bis 1996 außen und innen zu renoviert werden. Seither dient sie Trauungen, kleineren Gottesdiensten und dem samstäglichen Friedensgebet.

Die Friedenskirche ist heute Mittelpunkt der Gemeinde. Dabei handelt es sich um ein geräumiges Gemeindezentrum mit integrierter Kirche. Die Kirche hat eine neue Orgel der Firma Mühleisen aus Leonberg, die am 28. Mai 2000 eingeweiht wurde.

Bis 1953 gehörte auch der Wohnplatz Rotmühle zur Kirchengemeinde Altenmünster. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 14. April 1953 wurde dieser der Kirchengemeinde Ingersheim zugeordnet.

Kirchengemeinde Billingsbach-Ettenhausen-Herrentierbach-Riedbach Die Evangelische Kirchengemeinde Billingsbach-Ettenhausen-Herrentierbach-Riedbach (abgekürzt auch BEHR; offiziell nur „Ettenhausen-Billingsbach“) entstand am 1. Januar 2024 durch die Fusion der bis dahin selbstständigen Kirchengemeinden.

Kirchengemeinde Blaufelden

mini|hochkant|St. Ulrich in Blaufelden Die Kirchengemeinde Blaufelden (ca. 1.600 Gemeindeglieder) umfasst den Hauptort und die Weiler Blaubach, Erpfersweiler, Niederweiler, Schuckhof und Wittenweiler der Gemeinde Blaufelden, wobei der Schuckhof erst durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 13. Oktober 1955 der Kirchengemeinde Blaufelden zugeordnet wurde. Teile dieser Siedlung gehörten zuvor zur Kirchengemeinde Rot am See.

Erste kirchlich Belege in Blaufelden sind mit der Burg der Herren von Blaufelden in Verbindung zu bringen, auf der es ab 1280 eine Kapelle gab. Die dem Heiligen Ulrich geweihte Kapelle wurde von der Pfarrei des benachbarten Michelbach an der Heide betreut. 1362 wurde die Kapelle zur Pfarrkirche erhoben und ein Friedhof angelegt. Im Jahr 1423 wurde mit dem Bau der heutigen Kirche St. Ulrich begonnen. 1490 war das Kirchenschiff fertig, in den Jahren 1502 bis 1509 wurde der Chor mit dem Turm darüber errichtet. Der Kirchturm diente ursprünglich als Wehrturm. Die erste Glocke wurde noch während der Bauzeit 1505 installiert. Die Landesherren, die Markgrafen von Ansbach führten ab 1526 die Reformation durch. Danach wurden in der Kirche fünf Emporen eingebaut. 1835 setzte ein Blitzschlag die Turmspitze in Brand und zerstörte sie. Beim Wiederaufbau wurde die Spitze kleiner gehalten und der charakteristische Umgang hinzugefügt. Im 19. Jahrhundert wurde Blaufelden Sitz eines Dekanats, das seit 1977 auch das Gebiet des ehemaligen Dekanats Langenburg umfasst.

Gesamtkirchengemeinde Brettheim-Reubach

Zur Gesamtkirchengemeinde Brettheim-Reubach (ca. 1.000 Gemeindeglieder) gehören neben den namensgebenden Ortschaften auch Hilgartshausen und Kleinansbach.

Gesamtkirchengemeinde Crailsheim Die Gesamtkirchengemeinde Crailsheim (ca. 8.400 Gemeindeglieder) umfasst die Kernstadt von Crailsheim. Sie wurde mit Wirkung vom 5. Dezember 1971 gebildet, als die bis dahin alleinige Kirchengemeinde Crailsheim in die beiden Kirchengemeinden Johanneskirchengemeinde Crailsheim und Christuskirchengemeinde Crailsheim aufgeteilt und diese wiederum in der Gesamtkirchengemeinde Crailsheim zusammengeschlossen wurden. Das Kultusministerium hatte mit Schreiben vom 8. Juli 1971 die Gesamtkirchengemeinde sowie die beiden Teilkirchengemeinden als Körperschaften des öffentlichen Rechts anerkannt.

Christuskirchengemeinde Crailsheim Die Christuskirchengemeinde Crailsheim (ca. 6.300 Gemeindeglieder) umfasst den westlichen Teil der Kernstadt von Crailsheim, also die Stadtteile bzw. Wohngebiete Roter Buck und Sauerbrunnen. Die Christuskirchengemeinde hat zwei Kirchen mit je einer eigenen Pfarrstelle und somit auch zwei Pfarrbezirke, die Christuskirche im Sauerbrunnen und die Paul-Gerhardt-Kirche im Roten Buck. Die beiden Kirchen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg für die rasch wachsende Zahl der Evangelischen der Kernstadt als weitere Kirchen nach der alten Johanneskirche erbaut. Als selbständige Kirchengemeinde entstand die Christuskirchengemeinde dann mit Wirkung vom 5. Dezember 1971 durch Aufteilung der damaligen alleinigen Kirchengemeinde Crailsheim. Die Christuskirchengemeinde ist Träger von zwei Kindergärten.

Johanneskirchengemeinde Crailsheim Die Johanneskirchengemeinde Crailsheim (ca. 4.500 Gemeindeglieder) umfasst den überwiegenden Teil der Kernstadt von Crailsheim. Die Johanneskirche bestand wahrscheinlich bereits um 1170 und war für ein größeres Umland zuständig. 1285 wird erstmals ein Pfarrer erwähnt. Von Würzburg ging das Patronatsrecht 1348 auf Hohenlohe über. Seit dem 13. Jahrhundert wurden mehrere Pfarreien von Crailsheim abgetrennt. Zur Johanneskirche gehörten mehrere Kapellen, von denen nur noch die Gottesackerkapelle auf dem Friedhof vorhanden ist. Ferner wurde die Kapelle zu Unserer Lieben Frau wieder aufgebaut. Sie wurde 1393 erbaut und 1728 verändert. Nach der Reformation wurde die Johanneskirche Sitz eines ansbachischen Dekanats. Die heutige Stadtkirche ist eine spätgotische, dreischiffige Anlage nach dem Vorbild der Kirchen der Bettelorden. Sie wurde 1440 geweiht. Der Turm stammt von 1399, die welsche Haube mit Laterne von 1645. Der Chor wurde bereits auf Wölbung angelegt, jedoch erst 1852 in Holz ausgeführt. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche zum Teil zerstört, danach aber wieder aufgebaut. Sie besitzt mehrere Grabmäler des Adels. Zur Johanneskirchengemeinde gehört auch das Johannesgemeindehaus am Kirchplatz und das Kreuzberg-Gemeindehaus an der Kurt-Schumacher-Straße. In der Johanneskirchengemeinde gibt es heute vier Pfarrämter, von denen das Pfarramt I vom Dekan geleitet wird. Mit Wirkung vom 5. Dezember 1971 wurde die damalige Kirchengemeinde Crailsheim aufgeteilt und so entstand die heutige Johanneskirchengemeinde.

Mit Wirkung vom 1. Januar 1980 wurden die evangelischen Bewohner von Alexandersreut von der Johanneskirchengemeinde abgetrennt und der Kirchengemeinde Ingersheim zugeordnet.

Kirchengemeinde Fichtenau Die Kirchengemeinde Fichtenau (ca. 1600 Gemeindeglieder) entstand zum 1. Januar 2025 aus den bisherigen Kirchengemeinden Bernhardsweiler, Unterdeufstetten und Wildenstein. Dies war Mitte 2024 von den Kirchengemeinderäten der genannten Kirchengemeinden beschlossen und wurde durch Landeskirche und Kultusministerium genehmigt.

Gesamtkirchengemeinde Gaggstatt-Beimbach-Mistlau mini|Die Jugendstilkirche in Gaggstatt Die Gesamtkirchengemeinde besteht aus den Kirchengemeinden Beimbach, Gaggstatt und Mistlau.

Kirchengemeinde Beimbach Die Kirchengemeinde Beimbach (ca. 210 Gemeindeglieder) umfasst den Ortsteil Beimbach und die zugehörigen Weiler (einschließlich Bembergs) der Gemeinde Rot am See. Kirchlich war der Ort eine Filiale von Michelbach an der Heide, dann von Lendsiedel. Erst 1812 wurde Beimbach eine eigene Pfarrei, wurde aber noch von Gerabronn aus betreut. Seit 1826 gibt es dort einen eigenen Pfarrer. Die Kirche ist als Bartholomäuskapelle 1421 erstmals erwähnt. Die alte Wehrkirche mit Friedhof, stammt von 1499. Sie wurde 1751 erweitert und 1802 renoviert. Der Turmchor hat noch spätgotische Maßwerkfenster.

Kirchengemeinde Gaggstatt Die Kirchengemeinde Gaggstatt (ca. 270 Gemeindeglieder) umfasst den Stadtteil Gaggstatt mit einigen umliegenden Weilern der Stadt Kirchberg an der Jagst (außer Lobenhausen). Kirchlich gehörte der Ort zunächst zu Lendsiedel besaß jedoch eine Kapelle zum Hl. Kreuz, die 1453 erstmals erwähnt wurde. Nach der Reformation 1544 wurde Gaggstatt eigene Pfarrei, dem die Filialen Mistlau und Niederwinden (Gemeinde Rot am See) zugeordnet wurden. Sie gehörte bis zum Zusammenschluss mit Blaufelden zum Kirchenbezirk Langenburg. Das Patronat über die Kirche übernahm Hohenlohe-Kirchberg. Das spätgotische Kirchlein wurde 1904 abgebrochen und durch den doppeltürmigen Neubau der Jugendstilkirche von Theodor Fischer ersetzt. Im Innern gibt es Fresken im Jugendstil. Bis zu dessen Auflösung gehörte die Kirchengemeinde zum Kirchenbezirk Langenburg.

Kirchengemeinde Mistlau Die Kirchengemeinde Mistlau (ca. 60 Gemeindeglieder) umfasst den Wohnplatz Mistlau des Stadtteils Gaggstatt der Stadt Kirchberg an der Jagst. Kirchlich gehörte Mistlau als Filiale zu Lendsiedel. Nach der Reformation wurde der Ort der Pfarrei Gaggstatt zugeordnet. Die Kapelle St. Nikolaus vom Anfang des 15. Jahrhunderts wurde 1791 erweitert. Über dem Ostgiebel befindet sich ein Dachreiter. Im kreuzrippengewölbten Chor sind Fresken aus dem 15. Jahrhundert zu sehen. Ferner gibt es zwei Holzplastiken des 15. Jahrhunderts.

Kirchengemeinde Gammesfeld-Hausen-Buch Die Kirchengemeinde Gammesfeld-Hausen-Buch (ca. 670 Gemeindeglieder) wurde zum 1. Januar 2017 aus den seitherigen Kirchengemeinden Gammesfeld, Hausen am Bach und Buch gegründet. Sie umfasst den Ortsteil Gammesfeld mit den zugehörigen Weilern der Gemeinde Blaufelden sowie den Ortsteil Hausen am Bach und Buch mit den zugehörigen Weilern der Gemeinde Rot am See.

Eine Kirche wird in Gammesfeld bereits 1101 erwähnt. Über die Herren von Bebenburg gelangte das Patronat an das Johanniterhaus Rothenburg ob der Tauber. Die Reichsstadt Rothenburg führte bis 1543 die Reformation ein. Die Pfarrkirche St. Nikolaus ist ein einschiffiger Turmchorbau des 13./14. Jahrhunderts. Sie besitzt romanische und gotische Fenster und ein Kreuzrippengewölbe im Chor.