The Cuphead Show! ist eine amerikanische, von David Wasson entwickelte Zeichentrickserie, basierend auf dem Videospiel Cuphead von 2017, dessen Entwickler für die Serie als Executive Producer fungieren. Wie das Spiel zeichnet sich die Serie durch einen Animationsstil und Humor aus, der an Cartoons der 1930er angelehnt ist. Die Serie besteht aus drei Staffeln, die alle 2022 bei Netflix erschienen.

Figuren und Handlung Auf den Tintenfassinseln leben anthropomorphe Tiere und Gegenstände. Die zwei Hauptfiguren sind Tassilo und Pottkopp, deren Kopf auf ihrem dünnen, schwarzen Körper entsprechend eine Tasse beziehungsweise ein Becher ist, jeweils mit einem Strohhalm und gefüllt mit Milch. Sie leben bei ihrem Großvater Opa Kessel in einer teekannen-förmigen Hütte mit Garten. Tassilo ist impulsiv und unvorsichtig, Pottkopp vernünftig und vorsichtig, lässt sich aber doch häufig schnell von Tassilo zu gefährlichen Abenteuern überreden. Nach einem solchen schuldet Tassilo dem Teufel seine Seele, der von da an immer wieder versucht, sie ihm wegzunehmen.

Bald machen sie Bekanntschaft mit dem Mädchen Fräulein Kelch, das mit Stepptanz und ihrem Charme die Leute bezirzt, um sie zu betrügen, aber damit die Jungs auch in Schwierigkeiten bringt. Sie hat neben ihrer körperlichen auch eine Geistform, in der sie besondere Kräfte hat und etwa auch von anderen Besitz ergreifen kann. Sie war nach ihrem Tod einen Deal mit dem Teufel eingegangen, um eine weitere Chance zu erhalten, schuldet ihm dafür aber einen Gefallen: Sie soll Tassilo und Pottkopp verraten. In einem finalen Wettbewerb aber können erst Kelch und dann Tassilo jeweils gegen den Teufel gewinnen.

Die letzten Momente der Serie führen zum Beginn der Ereignisse des Spiels.

Episodenliste StaffelEpisodenVeröffentlichung 1 12 18. Feb. 2022 2 13 19. Aug. 2022 3 11 18. Nov. 2022

Alle Episoden wurden von Adam Paloian oder Clay Morrow inszeniert und von einem Team aus den Regisseuren Paiolan und Morrow, Showrunner David Wasson sowie Deeki Deke und Cosmo Segurson geschrieben.

Bei regulärer Episodendauer ist die Geschichte etwa 11 Minuten lang, die Episode mit Abspann um 15 Minuten. Vier Episoden haben Doppellänge von 19 bis 22 Minuten. Nur die Episode 3.06 als Weihnachts-Special ist eine halbe Stunde lang.

Staffel 1

Staffel 2

Staffel 3

Synchronisation Die deutschsprachige Synchronisation entstand nach Dialogbüchern von Franciska Friede und unter der Dialogregie von Anja Topf durch die Synchronfirma CSC-Studio in Hamburg. Die deutschen Liedtexte wurden von Patrick Steinmann geschrieben, der die musikalische Leitung zusammen mit Bassel Hallak innehatte.

Rolle Originalsprecher SynchronsprecherTassilo (Cuphead) Tru Valentino Alexander MerbethPottkopp (Mugman) Frank Todaro Nils RiekeOpa Kessel (Elder Kettle) Joe Hanna Achim BuchTeufel Luke Millington-Drake Jörn LinnenbrökerHandlanger des Teufels David Wasson Christos TopulosFräulein Kelch (Ms. Chalice) Grey Griffin Franciska Friede WeitereRibby Chris Wylde Quak (Croaks) Rick Zieff Schwarte (Porkrind) Cosmo Segurson Schüsseljunge (Bowlboy) Keith Ferguson Tim KreuerKönig Würfel (King Dice) Wayne Brady Robin BroschPedant (Stickler) Andrew Morgado Jason Minthe

Produktion Idee und Produktion Die Cuphead Show! basiert auf dem 2017 erschienenen Videospiel Cuphead des Studio MDHR, das als Tribut an die goldene Zeit der Animation in den 1930er Jahren den „rubber hose“ (Gummischlauch) genannten Stil der Cartoons von Max Fleischer und Walt Disneys Micky Maus und Silly Symphonies. Kurz nach Veröffentlichung des Spiels sprach Netflix die Entwickler Chad und Jared Moldenhauer auf die Idee, daraus eine Serie zu machen, an. Diese führten umfangreiche Interviews auf der Suche nach einem kreativen Leiter für die Serie und fanden sie in David Wasson und seinem Co-Executive Producer Cosmo Segurson. Wasson hatte zuvor sechs Jahre als Autor und Regisseur für die neue Micky-Maus-Zeichentrickserie gearbeitet, die ebenfalls eine Rückkehr an die alten Cartoons darstellte.

Die Serie, die im Juli 2019 angekündigt wurde, ist durch Netflix Animation und Kings Feature Syndicate produziert, für das CJ Kettler als Executive Producer agierte neben den Moldenhauer, Wasson und Segurson.

Animation Wasson definiert den „rubberhose“-Stil, dass den Figuren Knie und Schulter fehlen, wodurch ihre Glieder elastische Zylinder sind und nicht anatomischen Regeln folgen. Die Serie benutzt neben diesem Stil auch moderne Animationstechniken für Aufnahmen, die sonst nicht möglich wären. Sie ist durch das Programm Toom Boom Harmony am Computer animiert, das mit hunderten handgemachten Zeichnungen der Figuren „gefüttert“ wurde, und enthält handgemalte Wasserfarbenhintergründe. Basierend auf Fleischer-Kurzfilme sind einige Hintergründe in Schlüsselszenen durch Stop-Motion animiert.

Künstlerische Leiterin Andrea Fernández war dafür zuständig, den visuellen Stil der Serie zu kreieren, was auch enthielt, wie die Hintergründe auch digital animiert noch die Qualität handgemalter Wasserfarbenbilder aufweisen, wofür sie sechs Monate an Recherche aufwandt. Jede Episode enthält etwa 100 Hintergründe. Fernández entwickelte für jede Episode, die neue Figuren enthält, verschiedene Farbpaletten. Für ihre Recherche durchforstete sie etwa das Disney-Archiv und andere Archive online, um originale Illustrationen statt Filme auf der Leinwand anzuschauen.

Die Animation wurde durch das irische 2D-Animationsstudio Lighthouse Studios geleistet. Die Animation im Vorspann, die mit Easter Eggs gefüllt wurde, stammt von dem Stop-Motion-Studio Screen Novelties. Dieses war auch für Stereoskopie-Aufnahmen verantwortlich, zu denen etwa das erste Bild der Hütte gehört.

Musik Das Titellied im Vorspann wurde von Wasson und Segurson geschrieben und von Ego Plum, dem Komponisten der Serie, ausgearbeitet. Die deutsche Fassung des Titelliedes wurde von Franciska Friede gesungen; im Original ist die Sängerin Gizzelle Andrea Becerra. Angelehnt an frühe Cartoons von Betty Boop, in denen die Figur Koko der Clown vom Jazzsänger Cab Calloway gesprochen wurde, performen der Teufel und König Würfel Jazznummern mit Scatting.

Für den Soundtrack orientierte Plum sich hauptsächlich an Raymond Scott, der mit seinem Quintett „erzählerischen Jazz“ spielte. Seine Arrangements waren von Carl Stalling von Warner Brothers in den Looney Tunes eingesetzt worden. Ein weiterer Einfluss war Leroy Shield, Komponist für Laurel und Hardy. Ursprünglich hatte Plum geplant, eine Gruppe Musiker in einem Raum vor einem zentralen Mikrofon aufzunehmen. Dies war durch die COVID-19-Pandemie nicht möglich, sodass die individuellen Musiker ihre einzelnen Parts selber aufnahmen, die Plum im Studio zur Band kombinierte.

Figuren und Handlung Da sich das Spiel stark auf das Gameplay mit vielen Bosskämpfen und minimaler Handlung konzentrierte, hatte das Team der Serie wenig Basis für die Persönlichkeit der Figuren, dafür mehr Freiheit, diese und die Handlung auszugestalten. Jede Idee stellte Wasson den Moldenhauer vor, die Regeln hatten, wie ihre Figuren sich verhalten sollten, aber erlaubten den Autoren, mit dem zu spielen, was aus dem Spiel bekannt war. Während die Dynamik der Figuren Tassilo und Pottkopp im Spiel auf der Beziehung der Brüder Moldenhauer basiert, hat Wasson sie nach seinen zwei Teenager-Söhnen angelegt. Zusätzlich ist Pottkopp nach Lou Costello modelliert und der Teufel nach Tim Currys Frank-n-Furter in The Rocky Horror Picture Show.

Bezüglich der Erzählstruktur kombiniert die Serie das klassische episodische Format mit dem moderneren seriellen Erzählen, indem es sowohl viele wie eigenständige Cartoonkurzfilme für sich stehende Episoden gibt als auch einen übergreifenden Handlungsbogen mit dem Teufel. Wasson hatte ursprünglich geplant, dass die Serie vollständig episodisch aufgebaut sein sollte, aber befand, dass eine Handlung, die sich über eine Staffel erstreckt, besser zu dem Bingewatching bei Netflix passen würde.

Rezeption Wie Jesse Lab von The Escapist zusammenfasst, war die Wahrnehmung der Serie gemischt. Fans des Videospiels und Kritiker waren enttäuscht, dass sie so kurz sei und es an Gehalt fehle, sodass sie sich mehr wie eine gewöhnliche Kinderserie anfühle. Aber nach Lab sei es völlig in Ordnung und klug, dass sie auf ein Publikum junger Kinder anstelle von erwachsenen Gamern abziele. Dass die Serie zu der Struktur eigenständiger Episoden zurückkehre, sei sowohl erfrischend wie auch gegenteilig zu dem, was von modernen Zeichentrickserien erwartet werde, nämlich Epen über mehrere Staffeln mit erzählerischer Tiefe. Kinder aus der Zielgruppe aber würden einen lebhaften und vergnügten Cartoon entdecken und wahrscheinlich unterhaltsam finden.

Auszeichnungen 2022 Festival d’Animation Annecy: Nominierung als Beste Fernsehproduktion 2022 The Game Awards: Nominierung als Beste Adaption 2022 Children & Family Emmy Awards: Nominierung als Beste Animationsserie Auszeichnung für Individuelle Leistung in Animation an Ivan Aguirre (Hintergrundmaler) 2023 Children & Family Emmy Awards: Nominierung für Bestes originales Lied eines Kinderprogramms an Ego Plum (Komponist) und David Wasson (Texter) Auszeichnung für Beste Regie einer Animationsserie an Clay Morrow und Adam Paloian 2023 Annie Awards: Nominierung für Storyboarding in einer Animationsserie an Karl Hadrika Auszeichnung für Musik in einer Animationsserie an Ego Plum, Cosmo Segurson und David Wasson

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Fernsehserie (Vereinigte Staaten) Kategorie:Fernsehserie der 2020er Jahre Kategorie:Zeichentrickserie Kategorie:Netflix