Paul Josef Ebner (geboren 12. Dezember 1884 als Paul Gallizenstein in Wien; gestorben 18. Oktober 1930 in Berlin-StaakenLandesarchiv Berlin, Sterberegister Standesamt Berlin-Staaken, Nr. 30/1930 (online auf Ancestry, kostenpflichtig).Der Tod des Filmdirektors Ebner. In: Vossische Zeitung, 19. Oktober 1930, S. 7.) war ein österreichischer Filmmanager und Filmproduzent beim deutschen Stummfilm der 1920er Jahre.

Leben und Wirken Ebner ist einer der großen Unbekannten unter den Filmproduzenten vor 1933. Über seine frühe Vita ist kaum etwas bekannt. Der Sohn des Börsenmaklers Adolf Gallizenstein und dessen Frau Hermine, geb. Spitzer,Wiener Stadt- und Landesarchiv, Geburtsregister der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Nr. 4017/1884 (online auf FamilySearch, anmeldepflichtig). Die Schreibweise des Familiennamens variiert zwischen Gallizenstein und Galitzenstein. kam wohl bereits vor dem Ersten Weltkrieg zum deutschen Film und arbeitete zunächst in leitender Position bei der Produktionsfirma Oskar Messters. 1918 gründeten Ebner und sein anderthalb Jahre jüngerer Bruder Maxim Galitzenstein eine eigene Produktionsfirma, die Maxim Filmgesellschaft Ebner & Co. OHG.Handelsregister Berlin HRA Nr. 47849. Als Produktionsstätte dienten Ateliers beider früherer Chef Messter in der Berliner Blücherstr. 31/32, die beide Männer von Messter am 30. März 1919 anmieteten„Messter Atelier“ auf cinegraph.de..

In nur zehn Jahren produzierten Ebner und Galitzenstein eine Fülle von Stummfilmen, die zum Teil beträchtliche Erfolge waren und mit berühmten Namen wie Ernst Lubitsch (Regisseur von Romeo und Julia im Schnee), Paul Wegener und Asta Nielsen (Hauptdarsteller in Steuermann Holk), Emil Jannings und Fritz Kortner (Hauptdarsteller in Die Brüder Karamasoff), sowie Henny Porten und G. W. Pabst (Hauptdarstellerin und Regisseur von Gräfin Donelli) aufwarten konnten. In der zweiten Hälfte der 1920er Jahre verflachte das künstlerische Œuvre der Produktionsfirma.

Zum Jahresende 1929, einhergehend mit dem Ende der Stummfilm-Ära, stellten Ebner und Galitzenstein die Produktionstätigkeit ein, da beider kleine Firma mit den großen Studios nicht mehr konkurrieren konnte. Paul Ebner kam am 18. Oktober 1930 bei einem Flugzeugunglück ums Leben. Ebner, ein begeisterter Kunstflieger, war bei der Vorführung eines Kunstfluges mit seiner Maschine in etwa 800 Metern Höhe ins Trudeln gekommen und abgestürzt. Er war sofort tot. Ein Tragflächenbruch gilt als wahrscheinliche Ursache. Sein Bruder versuchte anschließend weiterhin im Filmgeschäft zu reüssieren, scheiterte jedoch und nahm sich Anfang Dezember 1932 das Leben.

Paul Ebner hatte sich 1915 katholisch taufen lassen und als zusätzlichen Taufnamen Josef angenommen.Wien-Schottenpfarre, Geburts- und Taufbuch 1905–1915, S. 193 (online auf Matricula). Ab 1921 durfte er auch amtlich den Nachnamen Ebner statt Gallizenstein führen. Von 1924 bis zu seinem Tod war er mit Erna Hauck verheiratet.Heiratsindex New York 1866–1937 (online auf Ancestry, kostenpflichtig).

Filmografie 1919: Arme Thea 1920: Moj 1920: Der Kammersänger 1920: Romeo und Julia im Schnee 1920: Steuermann Holk 1920: Die Brüder Karamasoff 1921: Die Rache einer Frau 1921: Seefahrt ist not! 1921: Die drei Tanten 1921: Die verbotene Frucht 1921: Eines großen Mannes Liebe 1921: Kean 1922: Schatten der Vergangenheit 1922: Die Tänzerin Navarro 1923: Die Liebe einer Königin 1923: Das Geheimnis von Brinkenhof 1923: S.O.S. Die Insel der Tränen 1924: Gräfin Donelli 1924: Claire 1925: Der Herr Generaldirektor 1925: Der Maler und sein Modell 1925: Der Mann im Sattel 1926: Fedora 1926: Der Herr des Todes 1926: Der Sohn des Hannibal 1926: Wenn das Herz der Jugend spricht 1927: Die leichte Isabell 1927: Tragödie einer Ehe 1928: Ariadne in Hoppegarten 1929: Der Weg durch die Nacht 1929: Die Schleiertänzerin 1929: Anschluß um Mitternacht

Anmerkungen und Einzelnachweise

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