Placidus Maria Pichler (* 5. Mai 1722 als Joannes Andreas Pichler in Pfaffenhofen an der Ilm; † 23. Oktober 1796 in Venedig) war ein deutscher Benediktinerpriester und Organist.

Leben Joannes Andreas Pichler wurde am 7. Mai 1722 in Pfaffenhofen getauft. Beim Eintritt in den Benediktinerorden im Kloster Thierhaupten 1741 nahm er den Ordensnamen Placidus Maria an. 1745 empfing er die Priesterweihe. Mehrfach bereiste er Italien, erstmals 1749 Rom, wo er deutscher Beichtvater war.August Lindner: Die Schriftsteller und die um Wissenschaft und Kunst verdienten Mitglieder des Benediktiner-Ordens im heutigen Königreich Bayern : vom Jahre 1750 bis zur Gegenwart. Erster Band. Selbstverlag, Regensburg 1880, Nachträge S. 314, . Um 1751 hielt er sich in Jerusalem auf, wo er im Benediktinerkloster ebenfalls u. a. als Beichtvater tätig war.Johann Baptist Leiblich: Pilger in Jerusalem. Oder: Wahrhaft-eigentliche Beschreibung der Reiß nacher Jerusalem, Was allda sowohl in Jerusalem, als anderen Heil. Oertern, Bethlehem, Nazareth, Galliläa merckwürdiges zu sehen, Wie auch Mit Göttlicher Gnad die reisende Pilgern erfahren haben. Catharina Labaun, Prag 1753, S. 275; . Um 1762 hospitierte er am Kloster San Giorgio Maggiore in Venedig als Lateinlehrer.Magnus Sattler (Hrsg.): Ein Mönchsleben aus der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts. Nach dem Tagebuche des P. P. Scharl ... dargestellt, etc. Manz, 1868, S. 202; . 1765 wechselte er in das Kloster Scheyern, verließ dieses jedoch 1774 wieder. Zunächst ging er wieder nach Rom, wo er am Kloster Sankt Paul vor den Mauern deutscher Beichtvater war, danach wechselte er in gleicher Funktion an das Kloster Santa Scolastica in Subiaco. Ab 1789 wirkte er wieder im Kloster San Giorgio Maggiore in Venedig als Organist, wo er dann bis zu seinem Lebensende blieb.

Placidus Maria Pichler galt als vortrefflicher Organist. Ob er auch komponierte, ist unklar. Felix Joseph Lipowsky verneinte dies ausdrücklich,Felix Joseph Lipowsky: Baierisches Musik-Lexikon. Jakob Giel, München 1811, S. 246 f.; digitale-sammlungen.de. wohingegen François-Joseph FétisFrançois-Joseph Fétis: Biographie universelle des musiciens et bibliographie générale de la musique. 2. Auflage. Band 7: Perotti–Scultetus. Firmin Didot, Paris 1864, S. 53; . und Robert Eitner Werke Pichlers erwähnen.Robert Eitner: Biographisch-Bibliographisches Quellen-Lexikon der Musiker und Musikgelehrten der christlichen Zeitrechnung bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Band 7. Breitkopf & Härtel, Leipzig 1902, S. 440 f.; . Bei den meisten der ihm im Répertoire International des Sources Musicales zugeschriebenen KompositionenPlacidus Maria Pichler im RISM-Opac ist nur der Familienname Pichler genannt. Eine Reihe, wenn nicht sogar alle, der ihm zugeschriebenen Kompositionen stammen in Wirklichkeit von Johann Melchior Pichler.Jóhannes Ágústsson: Joseph Johann Adam of Liechtenstein, Patron of Vivaldi. In: Studi Vivaldiani 17 – 2017. Istituto Italiano Antonio Vivaldi (Fondazione Giorgio Cini), Venezia 2017, S. 3–78, hier: S. 73–75; cini.it.

Literatur Georg Brunner: Beiträge zur Musik im Kloster Scheyern. Band 1. Bickel, Schrobenhausen 1997, ISBN 3-922803-90-3, S. 28, 105–108. Maurus Kinter (Red.): Wissenschaftliche Studien und Mittheilungen aus dem Benedictiner-Orden: mit bes. Berücks. d. Ordensgeschichte und Statistik. 2. Jahrgang, 2. Band. Woerl, Würzburg und Wien 1881, S. 213; . August Lindner: Die Schriftsteller und die um Wissenschaft und Kunst verdienten Mitglieder des Benediktiner-Ordens im heutigen Königreich Bayern : vom Jahre 1750 bis zur Gegenwart. Erster Band. Selbstverlag, Regensburg 1880, S. 194, und Nachträge S. 314, . Oscar Paul: Handlexikon der Tonkunst. Band 2: L bis Z, Nachtrag. H. Schmidt, Leipzig 1873, S. 257; .

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