350px|Lys Assia (ca. 1950) Die Schweizer Schlagersängerin Lys Assia gewinnt mit dem Lied Refrain den ersten Eurovision Song Contest, der am 24. Mai 1956 in Lugano stattfindet. 350px|CAll Stars in Ghana Im Mai 1956 treten Louis Armstrong and his All Stars vor mehr als 100.000 Menschen in Accra auf. 350px|Julie Andrews Rex Harrison My Fair Lady Am 15. März 1956 erfolgt die Uraufführung des Musicals My Fair Lady von Frederick Loewe (Musik) und Alan Jay Lerner (Buch und Liedtexte) mit Julie Andrews als Eliza und Rex Harrison als Professor Higgins am Mark Hellinger Theatre in New York City. Dieser Artikel behandelt das Musikjahr 1956.

mini|Fats Domino (1956) mini|Elvis Presley (1956) mini|Sammy Davis (1956) mini|Ethel Waters (1956) mini|Nat King Cole (1956) mini|Beverly Sills (1956) mini|Frank Sinatra (1956) mini|Clifford Brown (1956) mini|Frankie Lymon and the Teenagers (1956)

Ereignisse Afrika Goldküste Mai: In der Hauptstadt Accra der britischen Kronkolonie Goldküste (heute Teil von Ghana) kommen 1956 mehr als 100.000 Menschen in ein Stadion, um Louis Armstrong and his All Stars zu erleben.

Amerika Vereinigte Staaten von Amerika Populäre Musik 26. Januar: Buddy Holly hat seine ersten Aufnahmesessions für Decca Records in Nashville. Es begleiten ihn Sonny Curtis an der E-Gitarre, der Studiomusiker Grady Martin an der Gitarre, Don Guess am Kontrabass und Jerry Allison am Schlagzeug. Aus dieser Session werden das von Holly und Sue Parrish komponierte Love Me sowie Ben Halls Blue Days – Black Nights veröffentlicht. 26. Januar: Roy Orbison unterschreibt einen Plattenvertrag bei Sun Records. 27. Januar: Elvis Presleys Single Heartbreak Hotel / I Was the One erscheint. Es wird Presleys erster Nummer-1-Hit. 28. Januar: Elvis Presley gibt sein landesweites Fernsehdebüt in der The Dorsey Brothers Stage Show. 30. Januar: Trotz eines Schneesturms besuchen 17.000 Fans ein Coliseum-Konzert in Denver. Auf dem Programm stehen Webb Pierce, Red Foley, die Foggy River Boys, Ray Price, Floyd Cramer, Roy Hill, die Echo Valley Boys und andere.Rolling Stone Rock Almanac: The Chronicles of Rock & Roll," Collier Books, MacMillan Publishing Co., New York and London, 1983, S. 20. 10. März: Die Single Blue Suede Shoes von Carl Perkins kommt in die R&B-Charts. Es ist das erste Mal, dass es ein Country-Musiker in die R&B-Charts schafft. 22. März: Während der Autofahrt zu einem Auftritt in der Perry Como–Show verunglückt Carl Perkins am 22. März und verbringt Monate im Krankenhaus.Rolling Stone Rock Almanac, S. 21. 23. März: RCA veröffentlicht mit Elvis Presley, dem Debütalbum von Elvis Presley, die erste Rock'n'Roll-LP, die Platz 1 der Charts erreicht und sich mehr als eine Million Mal verkauft. 24. März: Die erste regelmäßig landesweit ausgestrahlte Rock'n'Roll-Show, die Rock ’n Roll Dance Party, mit Alan Freed als Moderator hat im CBS Radio Network Premiere. 27. März: Roy Orbison nimmt im Sun-Records-Tonstudio ein Remake von Ooby Dooby auf, das gemeinsam mit Go Go Go am 1. Mai 1956 als Single veröffentlicht und anschließend 350.000 Mal verkauft wird.Zu Orbisons Zeit bei Sun Records siehe: Colin Escott, Martin Hawkins: Good Rockin’ Tonight. Sun Records and the Birth of Rock ’n’ Roll. St. Martin’s Press, New York City NY 1991, S. 144–153. März: The Coasters beginnen ihre Plattenkarriere mit Turtle Dovin’. 3. April: Elvis Presley hat seinen ersten Auftritt in The Milton Berle Show. 6. April: Elvis Presley unterschreibt bei Paramount Pictures einen Vertrag als Darsteller in drei Spielfilmen. 1. Mai: Johnny Cash veröffentlicht bei Sun Records sein Lied I Walk the Line. Im Juni 1956 kommt der Song in die Country-Charts, wo er sechs Wochen auf Platz eins bleibt.Whitburn, Joel: The Billboard Book Of Top 40 Country Hits. 1944–2006. 2. Auflage. New York, N.Y.: Billboard Books, 2006, S. 74 Für Cash ist es der erste Millionenseller und der erste Nr.-1-Song in den Country-Charts. 2. Mai: Zum ersten Mal in der Geschichte des Billboard-Magazins erscheinen fünf Singles sowohl in den Pop- als auch in den R&B-Top-Ten-Charts. Es handelt sich um Elvis Presleys Heartbreak Hotel (#1 Pop, #6 R&B), Carl Perkins Blue Suede Shoes (#4 Pop, #3 R&B), Little Richards Long Tall Sally (#9 Pop, #1 R&B), (You've Got) The Magic Touch von den Platters (#10 Pop, #7 R&B) und Why Do Fools Fall in Love von Frankie Lymon & the Teenagers (#7 Pop, #4 R&B). Die Singles von Presley und Perkins erscheinen auch in den Country- und Western-Top-Ten-Charts auf Platz 1 bzw. 2. 4. Mai: Gene Vincent nimmt Be-Bop-A-Lula in Nashville (Tennessee) auf. Das Lied erscheint am 2. Juni als B-Seite von Vincents erster Single Woman Love. Die Radiostationen spielen allerdings Be-Bop-A-Lula häufiger als die A-Seite und so erreicht der Titel Platz 7 der Hitparade im Jahr 1956. Außerdem tritt er mit diesem Song in der Hollywood-Komödie The Girl Can’t Help It auf. Mai: Gene Autrys Melody Ranch, ein Sonntagabendprogramm im CBS Radio, das seit 1940 ausgestrahlt wurde (mit einer Pause von 1942 bis 1945) wird eingestellt. 3. Juni: Fred Diodati ersetzt Al Alberts als Leadsänger von The Four Aces. 5. Juni: Elvis Presley präsentiert in der Milton-Berle-Show seine neueste Single, Hound Dog – ohne Gitarre, mit wild kreisender Hüfte. Der Auftritt wird von der Presse als „vulgär“ und „obszön“ kritisiert, in der Folge werden die TV-Auftritte des Sängers zensiert. 9. Juli: Dick Clark ist zum ersten Mal Gastgeber der Musik-Tanz-Show American Bandstand. 17. Juli: Der Film High Society (deutscher Titel Die oberen Zehntausend) wird in den USA uraufgeführt. Grace Kelly und Bing Crosby besingen darin True Love. Das von Cole Porter komponierte Liebesduett erhält eine Oscar-Nominierung und wird zum Evergreen. 11. August: Das Lied Don’t Be Cruel von Elvis Presley erreicht Platz 1 der US-Charts. Im Jahr 2002 wird das Lied in die Grammy Hall of Fame aufgenommen. 9. September: Elvis Presley hat seinen ersten Fernsehauftritt in The Ed Sullivan Show, der von 86 % aller US-Fernsehzuschauer gesehen wird. September: Fats Domino veröffentlicht seine Single Blueberry Hill / Honey Chile. Innerhalb von zwei Wochen werden zwei Millionen Exemplare davon verkauft, wodurch Domino bereits den vierten Millionenseller seiner Karriere vorweisen kann. Seine Uptempo-Version mit dem perfektionierten kreolischen Akzent, die er am 18. November 1956 bei seinem ersten Fernseh-Live-Auftritt in der Ed Sullivan Show präsentiert, verkauft bis 1957 weltweit fünf Millionen Exemplare und wird sein größter Hit. 10. November: Laut der jährlichen landesweiten Discjockey-Umfrage des Billboard-Magazins wird George Jones zum vielversprechendsten Country- und Western-Künstler gekürt. Elvis Presley ist der meistgespielte Country- und Western-Künstler.Rolling Stone Rock Almanac, S. 25. 15. November: In den USA hat der erste Spielfilm Elvis Presleys unter dem Titel Love me Tender Premiere. 4. Dezember: Elvis Presley, Jerry Lee Lewis, Carl Perkins und Johnny Cash nehmen gemeinsam in den Sun Studios in Memphis auf. Die Sessions werden 1981 unter dem Namen The Million Dollar Quartet veröffentlicht. 19. Dezember: Elvis Presley bricht mit 9 Liedern den Rekord für die höchste Anzahl gleichzeitiger Songs eines einzelnen Künstlers in den Billboard Hot 100. Presley hält den Rekord bis 1964, als die Beatles 14 Lieder gleichzeitig in den Billboard Hot 100 haben. Der Erfolg und die Auswirkungen des Liedes Rock Around the Clock von Bill Haley & His Comets auf die Jugend waren 1955 in den USA so überwältigend, dass die Filmgesellschaft Columbia sich entschließt, einen Spielfilm mit dem gleichen Titel Rock Around the Clock (Außer Rand und Band) zu produzieren. Er läuft in den USA am 21. März 1956 in den Kinos an, macht den Rock ’n’ Roll weltweit populär und sorgt mit dem dreifachen Einsatz des Clock-Songs für konstante Verkaufszahlen dieses Welthits. Johnny Cash lernt 1956 hinter der Bühne der Country-Radio-Show Grand Ole Opry in Nashville, seine spätere Ehefrau June Carter von der berühmten Carter Family kennen, die er schon seit seiner Kindheit bewundert. Zu dieser Zeit beginnt Cash auch, jedes seiner Konzerte mit den Worten „Hello, I’m Johnny Cash“ zu eröffnen, was zu seinem Markenzeichen wird. Doris Day singt 1956 in dem Film Der Mann, der zuviel wußte von Alfred Hitchcock das Lied Whatever Will Be, Will Be (Que Sera, Sera). In Großbritannien erreicht das Lied Platz 1 der Hitparade, in den USA ist es ein Nummer-zwei-Hit und Millionenseller. Das Lied wird 1957 als bester Song mit dem Oscar ausgezeichnet. Elvis Presley ist vor Webb Pierce der meistgespielte Interpret im Radio., abgerufen am 11. Februar 2024. Frankie Lymon & the Teenagers gründen sich und haben einen Hit mit Why Do Fools Fall in Love. Der Fernsehsender WEWS-TV aus Cleveland startet Polka Varieties, eine regelmäßige, einstündige Sendung am Sonntagnachmittag, die sich der Polka-Musik widmet. Frank Yankovic leitet die Band, die in der Show auftritt.

Jazz 10. April: Eine Gruppe von Anhängern der Rassentrennung (Anhänger von Asa Earl Carter) stürmt bei einem Konzert von Nat King Cole in Birmingham auf die Bühne, kann jedoch schnell abgeführt werden. Juni: Friedrich Gulda spielt mit seinem Sextett zwei Konzerte im legendären Jazzclub Birdland in New York City. 5.–7. Juli: Das 3. Newport Jazz Festival findet in Newport, Rhode Island statt: Am ersten Tag treten Count Basie, Joe Benjamin, Frank Foster, Roy Haynes, Percy Heath, Jutta Hip, Milt Jackson, Jimmy Jones, Connie Kay, John Lewis, Charlie Mingus, Modern Jazz Quartet, Joe Newman, Toshiko, Sarah Vaughan, Frank Wess und Joe Williams auf. Am zweiten Tag sind Louis Armstrong, Art Blakey, Dave Brubeck, Donald Byrd, Buck Clayton, Eddie Condon, Bill Davidson, Miles Davis, Paul Desmond, Ella Fitzgerald, Bud Freeman, Emond Hall, Peanuts Hucko, Jazz Messengers, Kai Winding und J.J. Johnson, Billie Kyle, Cliff Leeman, Lou McGarity, Velma Middleton und Trummy Young zu hören. Am dritten Tag spielen Duke Ellington, Cat Anderson, Harry Carney, Buddy Collette, Paul Gonsalves, Friedrich Gulda, Chico Hamilton, Jimmy Hamilton, Johnny Hodges, Jo Jones, Anita O’Day, Russell Procope, Art Tatum, Clark Terry und Teddy Wilson Trio. 5. November: Nat King Cole ist der erste schwarze Künstler, der mit The Nat King Cole Show eine Varieté-Show im US-Fernsehen moderiert. 5. November: Art Tatum, einer der bedeutendsten US-amerikanischen Klaviervirtuosen und Erneuerer des Jazz, stirbt in Los Angeles, auf dem Höhepunkt seines Schaffens, an den Folgen einer Niereninsuffizienz (Urämie). Louis Armstrong bereist ab 1956 zusammen mit Künstlern wie Benny Goodman den Ostblock sowie die sowohl von den Vereinigten Staaten als auch der UdSSR umworbenen Staaten in Afrika und Asien. So kommen 1956 im heutigen Ghana 100.000 Menschen in ein Stadion, um ihn zu erleben. Zusammen mit weiteren Stars des Jazz wie Dizzy Gillespie und Duke Ellington nutzt Armstrong seine Popularität auf seinen Tourneen auch, um für die Afroamerikaner Menschen- und Bürgerrechte einzufordern. Miles Davis und sein Quintett nehmen 1956 vier LPs (Cookin’, Relaxin’, Workin’ und Steamin’) für Prestige Records auf und verbringen dafür nur zwei Tage im Studio. Er etabliert sich damit „als führender Exponent des Hard Bop.“ Davis nimmt außerdem für Columbia Records weitere Tracks für die LP Round about Midnight auf, die 1957 veröffentlicht wird.