Konrad Grüttner (* 11. Januar 1894 in Kobelsdorf; † 18. Mai 1982) war ein sächsischer Heimatdichter.

Leben und Werk Er fertigte die 881 Seiten umfassende 4-bändige Chronik der Stadt Rabenau (Abschluss 1972), zahlreiche heimatkundliche Aufsätze, eine Chronik zur Geschichte des Rabenauer Stuhlbaus sowie inzwischen 26 bekannte Bühnenwerke und Theaterstücke. 16 davon übergab er 1971 dem damaligen Haus der Heimat Freital.Protokoll25.Mai1971 Abschriften der Chronik sind im Besitz der Stadt Rabenau, im Deutschen Stuhlbaumuseum Rabenau, in der Kirche Rabenau, im Privatbesitz einiger Rabenauer Bürger sowie im Staatsarchiv Dresden. Sie wurden 1993 von Konrad Grüttners Nachlassverwalterin und ehemaligen Kollegin Erika Franke (verst. 2018 Schorndorf/Bodensee) übergeben.

Konrad Albrecht Grüttner wurde als 6. von 7 Kindern geboren. Sein Vater Karl war Hauptschullehrer und Kantor, seine Mutter Bertha versorgte die Kinder. Nach dem Schulbesuch ging er 1910 an das Lehrerseminar nach Nossen und nahm als Infanterist am Ersten Weltkrieg teil. Er wurde zweimal verwundet und kam nach fünfjährigem Militärdienst 1918 als Hilfslehrer nach Rabenau und war bis 1927 an der Volksschule tätig. Ab 1928 arbeitete er als Gewerbelehrer in Rabenau (Sachsen) und zusätzlich als Volontär in der Fa. Bachmann in Rabenau. Er erwarb den Berufsabschluss als Tischler und Stuhlbauer. 1931 übernahm er die Leitung der Berufsschule, an der er bis zu deren Auflösung tätig war. 1935 erhielt er den Titel Oberlehrer. Konrad Grüttner war seit 1929 verheiratet mit Herta Hauptvogel aus Rabenau, der Tochter des Schneidermeisters William Hauptvogel. 1932 wurde der Sohn Bernhard geboren, der 1963 bereits verstarb. Bekannt wurde Konrad Grüttner durch sein Weihnachtsspiel „Das Christkind im Erzgebirge“, dessen Musik und Text er in erzgebirgischer Mundart selbst verfasste. Daneben veröffentlichte er mehrere andere heimatliche Musikstücke wie beispielsweise das Chorwerk für gemischten Chor mit Orchester „Die Heimatstadt“ oder das 1926 in Leipzig erschienene Weihnachtsspiel „Das Wunderbäumchen“. 1935 schrieb er anlässlich der 700-Jahr-Feier von Rabenau das Heimatfestspiel „Sonnenwende auf Rabenau“. Von 1932 bis 1937 war er Liedermeister des ältesten Rabenauer Gesangsvereins „Apollo“ (gegr. 1845). Nach dem Zweiten Weltkrieg war er Mitautor der Schrift „Naturpark Rabenauer Grund und die Orte Rabenau, Hainsberg, Somsdorf, Lübau, Spechtritz“, die 1955 in Freital veröffentlicht wurde. Von 1947 bis 1958 war K. Grüttner einer der beiden Vorsitzenden des Beirates der Heimatsammlung Rabenau. 1949 übernahm er den Vorsitz der „Rabenauer Heimatfreunde“, ein Jahr später gründete er die Ortsgruppe des Deutschen Kulturbundes und übernahm bis 1958 den Vorsitz. Er arbeitete ab 1953 als Lehrer an der neu gegründeten Betriebsberufsschule Rabenau (BBS) der Möbelindustrie Oelsa/Rabenau und hielt noch nach seinem Eintritt in den Ruhestand 1959 für einige Jahre Gastvorträge. 1960–1971 übernahm Konrad Grüttner die Leitung des Männerchores Obernaundorf.

Konrad Grüttner verzog mit seiner Frau am 14. Juni 1971 nach Eschenbach im Landkreis Göppingen. Auch dort betätigte er sich mit der Ortsgeschichte und führte die Chronik der schwäbischen Gemeinde fort. Er verfasste Gedichte und schuf Lieder für seinen neuen Heimatort wie auch für seinen Urlaubsort. 1982 verstarb er im Alter von 88 Jahren.

Er wurde zum Mitglied des Anton-Günther-Rings ernannt.

Ehrungen Am Sagenweg im Rabenauer Grund wurde 1982 ein Platz mit einer Friedenseiche nach ihm benannt. Die Eiche wurde 1885 am Standort gepflanzt und am 1. September 1949 von Bismarckeiche in Friedenseiche umbenannt.

Literatur Horst Henschel: Singendes Land. 400 Mundartlieder aus der Erzgebirge. Hofmeister, Leipzig 1939.

Einzelnachweise

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