Umut Sönmez (* 6. Januar 1983 in Herborn) ist ein deutscher politischer Beamter (SPD). Von Januar 2024 bis April 2026 war er Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum.
Leben Sönmez wurde als Sohn türkischer Einwanderer in Herborn geboren und kam im Grundschulalter nach Gießen, wo er an der Liebigschule sein Abitur machte. Er schloss sein Studium an der Justus-Liebig-Universität Gießen 2008 als Diplom-Volkswirt ab. Bis 2007 war er bei den Jusos in der Gießener SPD aktiv und Vorsitzender des AStA der Universität Gießen für die Juso-Hochschulgruppen. Von 2007 bis 2014 leitete er das Wahlkreisbüro des Europaabgeordneten Udo Bullmann. Von 2014 bis 2018 war er Referent des Gesamtbetriebsrats bei Opel. Von 2018 bis zu seiner Ernennung zum Staatssekretär 2024 war er freigestellter Betriebsrat bei Opel. In dieser Funktion war er von 2018 bis 2023 auch Mitglied des Aufsichtsrats von Opel.
Vom 18. Januar 2024 bis zum 13. April 2026 war Sönmez Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum unter Staatsminister Kaweh Mansoori.
Kontroversen Im Jahr 2007 wurde ein Vorfall bekannt, bei dem er gewalttätig gegenüber anderen Personen geworden sein soll. Medienberichten zufolge soll er dabei sowohl eine Frau als auch einen Mann geschlagen haben. Im Ministerium war er wegen seiner „unflätigen Sprache“ und für sein einschüchterndes Auftreten gegen Beamte bekannt.Timo Steppat: Mansoori entlässt Vertrauten. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14. April 2026, S. 4.
Sönmez stand zudem im Mittelpunkt der Affäre um die Entlassung der früheren Staatssekretärin Lamia Messari-Becker im hessischen Wirtschaftsministerium. Der damalige Minister Kaweh Mansoori hatte die parteilose Bauprofessorin aufgrund eines angeblichen Fehlverhaltens entlassen. Messari-Becker wies die Vorwürfe zurück und ging juristisch dagegen vor. Zwischen ihr und Sönmez bestanden erhebliche Spannungen, die auch Gegenstand eines Untersuchungsausschusses waren.
Im April 2026 wurden Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen Sönmez öffentlich. Nach Medienberichten soll es im Februar 2026 im Rahmen einer internen Veranstaltung des hessischen Wirtschaftsministeriums zu einem entsprechenden Vorfall gekommen sein. Das Ministerium leitete eine Untersuchung ein. Am 13. April 2026 wurde Sönmez als Staatssekretär mit sofortiger Wirkung aus dem Dienst entlassen. Ihm folgte Johannes Loheide nach.
Im April 2026 erwirkte Sönmez zunächst die Entfernung von Berichten des Hessischen Rundfunks über gegen ihn erhobene Vorwürfe sexueller Belästigung. Sein Versuch, die Berichterstattung dauerhaft zu unterbinden, scheiterte jedoch, nachdem der HR im Widerspruchsverfahren weitere Beweismittel vorgelegt hatte und Sönmez seinen Antrag zurücknahm. Der HR stellte die Berichte daraufhin im September 2026 wieder online.
Privates Sönmez ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Er lebt in Ruppertshain, einem Stadtteil von Kelkheim.
Weblinks Umut Sönmez auf der Website des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum.
Einzelnachweise
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