Stefanie Oswalt (* 1967 in Emekuku, Nigeria) ist eine deutsche Journalistin, Historikerin und Autorin.Christina Tilmann: "Spuren einer unbesungenen Heldin", in: Märkische Oderzeitung, 7./8. Mai 2022, Brandenburger Blätter S. 8 Oswalt war im Jahr 2022 die 55. Stadtschreiberin von Rheinsberg.Zeit.de: "Stefanie Oswalt wird 55. Stadtschreiberin von Rheinsberg", 2. Februar 2022, 5:45 Uhr, abgerufen am 16. Januar 2023

Familie Oswalt ist verheiratet mit dem Architekten Philipp Oswalt und hat drei Kinder.

Werdegang Oswalt studierte Germanistik und Geschichte in Köln, London und München. 1998 promovierte sie in Jüdischen Studien an der Universität Potsdam mit einer Biografie über den Begründer und Herausgeber der Zeitschrift Die Weltbühne, Siegfried Jacobsohn. In den 1990er Jahren war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien der Universität Potsdam. Dort arbeitete sie als Interviewerin am „Archiv der Erinnerung“ sowie an mehreren Projekten des Kurt-Tucholsky-Literaturmuseums in Rheinsberg mit.

Seit 2000 ist Oswalt freie Hörfunk-Journalistin und Autorin. Im Jahr 2008 veröffentlichte sie zusammen mit dem Journalisten Friedhelm Greis ein Lesebuch zur Zeitschrift Die Weltbühne. In den folgenden Jahren verfasste sie mehrere Biografien gemeinsam mit jüdischen Überlebenden des Holocaust. Im Jahr 2012 erschien die Biografie des israelischen Journalisten Ari Rath, im Jahr 2016 die Erinnerungen der Auschwitz-Überlebenden Eva Umlauf. Die Bücher sind inzwischen in mehreren Auflagen und Sprachen erschienen.

Als Stadtschreiberin in Rheinsberg recherchierte sie zum Leben der Berliner Journalistin Herta Zerna, die während des Zweiten Weltkrieges im Rheinsberger Ortsteil Kagar Juden und Deserteure versteckt hatte.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Siegfried Jacobsohn. Ein Leben für die Weltbühne. 2. Auflage. Bleicher, Gerlingen 2001, ISBN 3-88350-665-6. (Hrsg.): Die Weltbühne, zur Tradition und Kontinuität demokratischer Publizistik. Röhrig, St. Ingbert 2003, ISBN 3-86110-336-2. mit Peter Böthig (Hrsg.): Juden in Rheinsberg. Eine Spurensuche. Karwe, 2005, ISBN 978-3-935231-71-8. mit Friedhelm Greis (Hrsg.): Aus Teutschland Deutschland machen. Ein politisches Lesebuch zur „Weltbühne“. Lukas, Berlin 2008, ISBN 978-3-86732-026-9. Ari Rath: Ari heißt Löwe. Erinnerungen. Aufgezeichnet von Stefanie Oswalt. Paul Zsolnay, Wien 2012, ISBN 978-3-552-05585-8. Als Taschenbuch: S. Fischer, Frankfurt am Main 2014, ISBN 978-3-596-19836-8. Englisch: Ari means Lion. A Memoir by Ari Rath. Ariadne Press, Riverside CA 2024, ISBN 978-1-57241-236-1. mit Eva Umlauf: Die Nummer auf deinem Unterarm ist blau wie deine Augen. Hoffmann und Campe, Hamburg, 2016, ISBN 978-3-455-50370-8. Tschechisch: Čislo na tvém predloktí je modré jako tvé oči vzpomínky. Akropolis, Prag 2021, ISBN 978-80-7470-368-3. Slowakisch: Číslo na tvojom predlaktí je modré ako tvoje oči. Absynt, Žilina, 2018. Englisch: The Number on Your Forearm Is Blue Like Your Eyes. A Memoir. 2024, ISBN 978-1-942134-96-1. Italienisch: Il numero sul tuo braccio è blu come i tuoi occhi. Newton compton editori, Rom 2025, ISBN 978-88-227-9085-9. Ari Rath. „Rasender Reporter“, Chronist, Brückenbauer. Hentrich & Hentrich, Leipzig 2022, ISBN 978-3-95565-527-3. Herta Zerna. Annäherungen an eine unbesungene Heldin. Rheinsberger Bogen 55. Rheinsberg 2022. Ohne ISBN

„Uns brennt der Boden unter den Füßen.“ Eine jüdische Familie zwischen Berlin, Santiago de Chile und dem Ghetto Litzmannstadt. Hrsg. von Claudio Pincus. Hentrich und Hentrich, Leipzig 2026. ISBN 978-3-95565-766-6.

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Einzelnachweise

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