Jürgen Georgie (* 1956 in Karl-Marx-Stadt) ist ein deutscher Polizeibeamter. Von 2014 bis 2018 war er Landespolizeipräsident der Polizei Sachsen.

Leben

Von 1983 bis 1990 war Georgie Leiter der Mordkommission in Karl-Marx-Stadt. Ab 1993 arbeitete er beim Landeskriminalamt Sachsen, wo er bis 2005 unter anderem Leiter der Inspektion Rauschgiftkriminalität wurde. Zum Juni 2005 wechselte Georgie nach Görlitz als Leiter der Abteilung Polizeivollzugsdienst und stellvertretender Leiter der Polizeidirektion Oberlausitz-Niederschlesien. Danach war er zwei Jahre lang Referatsleiter im Sächsischen Innenministerium in Dresden, bevor er im Februar 2008 Leiter der Polizeidirektion Westsachsen in Leipzig wurde.

Zum März 2011 wechselte Georgie zurück nach Dresden als Leiter der Landespolizeidirektion Zentrale Dienste. Infolge der Mobilfunkdaten-Affäre beim LKA Sachsen versetzte ihn jedoch der sächsische Innenminister Markus Ulbig im Juni 2011 mit sofortiger Wirkung als Polizeipräsident zur Polizeidirektion Südwestsachsen nach Zwickau. In diese Amtszeit fiel unter anderem die Brandstiftung und Explosion im Wohnhaus des NSU-Trios in Zwickau am 4. November 2011, weswegen er später im März 2014 vor dem NSU-Untersuchungsausschuss Sachsen I über zwei Stunden als Zeuge befragt wurde. Im Januar 2012 verkündete Georgie den Abbau von 200 Stellen bei der Polizei Südwestsachsen im Stabs- und Verwaltungsbereich.

2012 kehrte Georgie ins Dresdner Innenministerium zurück. Ab Juni 2013 leitete er dort erneut das Technikreferat und wurde Vize-Landespolizeipräsident und Inspekteur der Polizei Sachsen.

Zum 1. Dezember 2014 übernahm Georgie das Amt des Sächsischen Polizeipräsidenten von Rainer Kann, der ins Bundesinnenministerium nach Berlin wechselte. Wenige Tage nach der viel beachteten Reaktion eines sächsischen LKA-Mitarbeiters auf ein ZDF-Fernsehteam am 16. August 2018 musste Georgie an der Seite des sächsischen Innenministers Roland Wöller dazu vor dem Innenausschuss des Sächsischen Landtages aussagen. Zwei Tage nach Beginn der Ausschreitungen in Chemnitz 2018 sprach Georgie bei einer Pressekonferenz von Ministerpräsident Michael Kretschmer, Innenminister Wöller und ihm von der „größten Lage, die es jemals mit solchem Gewaltpotential gab“. Zum Ende des Jahres 2018 ging Georgie in Ruhestand und wurde als erster Polizeipräsident Sachsens im Plenarsaal des Landtagsgebäudes in Dresden offiziell verabschiedet. Sein Nachfolger wurde Horst Kretzschmar.

Georgie ist verheiratet und hat drei Kinder.

Weblinks

Sachsen Fernsehen: Neuer sächsischer Landespolizeipräsident, 19. Dezember 2018 (Text und Video, Laufzeit: 2:31 min)

Einzelnachweise

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