Die Baureihen MS und MB waren dieselelektrisch angetriebene Schnelltriebwagen der Dänischen Staatsbahnen. Sie wurden als Lyntog (Blitzzug) bezeichnet, der Begriff wurde in Dänemark für durchgehende Zugverbindungen benutzt.

Geschichte Angeregt durch den großen Erfolg des Fliegenden Hamburgers entschlossen sich die DSB Mitte der 1930er Jahre ähnlich konzipierte Züge für den Einsatz im sogenannten Lyntog-System (Blitzzug-System) anzuschaffen. Zunächst wurden gemäß der von der Politik vorgegebenen køb-dansk-Klausel (Kaufe in Dänemark) vier Garnituren des Typs MS 1935 von Scandia (Wagenkästen) und Frichs (technische Ausstattung) mit elektrischer Ausrüstung von Titan A/S in Odense gebaut, sie galten bei ihrer Beschaffung als sehr exklusive Fahrzeuge und Spitzenprodukt der dänischen Schienenfahrzeugindustrie. Die Triebzüge wurden zeitgleich mit der feierlichen Einweihung der ersten Brücke über den Kleinen Belt durch König Christian X. in Betrieb genommen und ermöglichten damit deutlich kürzere Fahrzeiten zwischen Kopenhagen und den Städten in Jütland. Die vier Zuggarnituren bedienten drei Verbindungen: Kronjyden nach Aalborg, Østjyden nach Aarhus und Westjyden nach Esbjerg. Alle Fahrten mit den Lyntoget waren platzkartenpflichtig. mini|DSB MS mit dem SVT 137 Bauart Hamburg

Obwohl die neuen Zuggarnituren für das Befahren der Brücke über den Kleinen Belt gebaut wurden, waren die Fähren über den Großen Belt und ihre Einschränkungen maßgeblich für die Gestaltung des Triebzuges. Das Ein- und Ausfahren auf die Fähren war ein wichtiges Element neben der verfügbaren Länge der Gleise. Die Fährklappen waren relativ kurz, sodass der sogenannte Knickwinkel je nach Wasserstand stark variieren konnte. Daher wurden Drehgestelle mit zwei Achsen verwendet, während die Triebwagen MQ und MP drei Achsen an den Triebdrehgestellen erhielten. Die Drehgestelle hatten zwei Drehpunkte im Abstand von zwei Metern.

1937 wurde ein Zug in Paris bei der Weltausstellung ausgestellt, wo DSB, Frichs und Scandia mehrere Preise gewannen.

Die 1937 gelieferten vier vierteiligen Garnituren der Baureihe MB waren weitgehend baugleich mit der Baureihe MS. Eine fünfte Einheit entstand durch den Umbau des bei einem Brand 1938 beschädigten Zug der Baureihe MS. Dieser war durch Überhitzung der Motoren entstanden, als die Lüftungsgitter durch Schnee verstopft wurden. Auf Grund dieses Vorfalles sahen die Norges Statsbaner (NSB) von einem Kauf dieser Züge ab.

Nach der Deutschen Besetzung Dänemarks am 9. April 1940 wurde der gesamte Betrieb mit den Blitzzügen umgehend eingestellt.

Nachkriegszeit Erst nach dem Ende der Besatzung und fünf Jahren Abstellzeit im Depot Helgoland in Kopenhagen wurden alle acht unbeschädigt gebliebenen Triebzüge am 12. Oktober 1945 wieder in Betrieb genommen.

Als die Fahrzeuge im Jahr 1955 ihr 20-jähriges Einsatzjubiläum feierten, wurde bald klar, dass die Baureihen MS und MB veraltet waren. Zu dieser Zeit wurden die Verbindungen Nordjyden nach Aalborg, Nordvestjyden nach Holstebro, Vendsyssel nach Frederikshavn, Limfjorden nach Stuer und Vesterhavet nach Stuer bedient.

1963 und 1966 wurden die dieselhydraulisch angetriebenen Triebwagen Baureihe DSB MA in Dienst gestellt, um sie im Schnellzugsverkehr zu ersetzen. Die MS und MB wurden auf neu eingerichteten Eilzugsstrecken wie einer Verbindung Kopenhagen–Nakskov mit dem Namen Lolikken sowie als Nahverkehrszüge eingesetzt. Nur wenige Jahre später wurden sie durch lokbespannte Züge ersetzt.

Mit der Einführung des Neptun zwischen Kopenhagen und Ost-Berlin im Jahr 1964 erhielten die Schnelltriebwagen nochmals ein neues Einsatzgebiet. In den ersten Jahren setzte die Deutsche Reichsbahn ihre Züge ein. Ab dem Sommerfahrplan 1968 stellten die DSB zunächst eine MS-Garnitur und ab Sommer 1971 die Garnituren für Hin- und Rückleistung sowie zusätzlich eine Reservegarnitur. Zu Beginn wurden hierfür drei MS-Garnituren eingesetzt, später – bis zum Ende im Herbst 1973 – nur noch zwei MS-Garnituren und eine MB-Einheit. Am 30. September 1973 endete dieser Einsatz, nachdem der letzte MS (MS 401-AA 431-MS 402) aus Berlin zurückgekehrt war. Für den Einsatz nach Deutschland mussten die seit der Ablieferung mit einem Zentralscheinwerfer ausgerüsteten Züge zusätzlich mit einem Dreilicht-Spitzensignal ausgestattet werden.

Der letzte im Einsatz gestandene MS ist zugleich das einzige erhaltene Exemplar dieser Baureihe und wurde 1977 an das Dänische Eisenbahnmuseum Odense abgegeben. Zum Jubiläum der Lillebæltsbroen 1985 wurde der Zug außen neu lackiert, aber da er noch nicht fahrbereit war, von einer Diesellok der Baureihe MX geschoben. Erst im Jahr 2000 wurde das Fahrzeug zur fahrbereiten Restaurierung in die Centralværkstedet København überführt. Seit dem Frühjahr 2014 ist der MS-Lyntog wieder als Museumsfahrzeug zugelassen.

DSB MS Die Triebzüge fuhren immer in der Reihung MS–AA–MS. Im Triebkopf mit der ungeraden Nummer befand sich ein Restaurant mit zwölf Sitzplätzen, im Triebkopf mit der geraden Nummer ein Gepäckraum. Die Küche mit Elektroherd und Kühlschrank hatte eine Grundfläche von 1,5 m². Bis 1951 konnten sich die Fahrgäste das Essen im gesamten Zug liefern lassen.

Von Anfang an waren sie im neuen Bahnbetriebswerk Helgoland am Bahnhof Svanemøllen beheimatet.

Triebwagen Nummer1935 Nummer1941 Hersteller Baujahr Wagendetails Besonderheiten MS 1 MS 401 Frichs, Scandia A/S 206 /1935 12 Sitzplätze im Restaurant52 Sitzplätze2. KlasseMittelgang 1941 umgezeichnet in MS 401 – dieser 1973 ausgemustertund an das Dänische Eisenbahnmuseum Odense übergeben. MS 2 MS 402 Frichs, Scandia A/S 207 /1935 Gepäckraum52 Sitzplätze2. KlasseMittelgang Brand in Fårup (1938) – 1939 in MB 18 umgebaut. Neubesetzung MS 2"1939 durch Umzeichnung von MS 6.1941 umgezeichnet in MS 402 – dieser 1973 ausgemustertund an das Dänische Eisenbahnmuseum Odense übergeben. MS 3 MS 403 Frichs, Scandia A/S 208 /1935 12 Sitzplätze im Restaurant52 Sitzplätze2. KlasseMittelgang 1941 umgezeichnet in MS 403, 1973 ausgemustert,am 5. Dezember 1973 in Københavns Godsbanegård verbrannt. MS 4 MS 404 Frichs, Scandia A/S 209 /1935 Gepäckraum52 Sitzplätze2. KlasseMittelgang 1941 umgezeichnet in MS 404, 1973 ausgemustert,am 5. Dezember 1973 in Københavns Godsbanegård verbrannt. MS 5 Frichs, Scandia A/S 210 /1935 12 Sitzplätze im Restaurant52 Sitzplätze2. KlasseMittelgang Brand in Fårup (1938) – 1939 in MB 17 umgebaut. MS 6 Frichs, Scandia A/S 211 /1935 Gepäckraum52 Sitzplätze2. KlasseMittelgang 1939 umgezeichnet in MS 2". MS 7 MS 405 Frichs, Scandia A/S 212 /1935 12 Sitzplätze im Restaurant52 Sitzplätze2. KlasseMittelgang 1941 umgezeichnet in MS 405, 1970 ausgemustert,1971 in Specialvogn 605 umgebaut. MS 8 MS 406 Frichs, Scandia A/S 212 /1935 Gepäckraum52 Sitzplätze2. KlasseMittelgang 1941 umgezeichnet in MS 406, 1970 ausgemustert,1971 in Specialvogn 606 umgebaut. Mittelwagen Nummer1935 Nummer1941 Hersteller Baujahr Wagendetails Besonderheiten AA 911 AA 431 Scandia A/S 2931 /1935 6 Sitzplätze in je 6 Abteilen1. Klasse8 Sitzplätze in je 2 Abteilen2. KlasseSeitengang 1941 umgezeichnet in AA 431 – dieser 1973 ausgemustertund an das Dänische Eisenbahnmuseum Odense übergeben. AA 912 AA 432 Scandia A/S 2931 /1935 6 Sitzplätze in je 6 Abteilen1. Klasse8 Sitzplätze in je 2 Abteilen2. KlasseSeitengang 1941 umgezeichnet in AA 432, 1973 ausgemustert,am 5. Dezember 1973 in Københavns Godsbanegård verbrannt. AA 913 AB 438 Scandia A/S 2931 /1935 6 Sitzplätze in je 6 Abteilen1. Klasse8 Sitzplätze in je 2 Abteilen2. KlasseSeitengang Brand in Fårup (1938) – 1939 in AB 919 umgebaut und 1941 in AB 438 umgezeichnet. AA 914 AA 433 Scandia A/S 2931 /1935 6 Sitzplätze in je 6 Abteilen1. Klasse8 Sitzplätze in je 2 Abteilen2. KlasseSeitengang 1941 umgezeichnet in AA 433, 1970 ausgemustert,1971 in den Specialvogn 607 umgebaut.

DSB MB mini|Ein MB als Neptun (Gedser, 1973) Schon wenige Monate nach dem Einsatz der vier Züge war klar, dass weitere Triebzüge benötigt wurden. Der Entwurf eines längeren Zuges mit mehr Sitzplätzen berücksichtigte, dass mit der Einführung neuer längerer Fähren auf dem Großen Belt eine Erweiterung auf insgesamt vier Wagen mit der Reihung MB–AB–FJ–MB möglich wurde.

Triebwagen Nummer1937 Nummer1941 Hersteller Baujahr Wagendetails Besonderheiten MB 9 MB 407 Frichs, Scandia A/S 264 /1937 16 Sitzplätze im Restaurant40 Sitzplätze 2. KlasseMittelgang 1941 umgezeichnet in MB 407, 1967 ausgemustert MB 10 MS 408 Frichs, Scandia A/S 265 /1937 Gepäckraum40 Sitzplätze 2. KlasseMittelgang 1941 umgezeichnet in MB 408, 1967 ausgemustert MB 11 MB 409 Frichs, Scandia A/S 266 /1937 16 Sitzplätze im Restaurant40 Sitzplätze 2. KlasseMittelgang 1941 umgezeichnet in MB 409, 1973 ausgemustert,am 6. November 1973 in Københavns Godsbanegård verbrannt. MB 12 MB 410 Frichs, Scandia A/S 267 /1937 Gepäckraum40 Sitzplätze 2. KlasseMittelgang 1941 umgezeichnet in MB 410, 1973 ausgemustert,am 6. November 1973 in Københavns Godsbanegård verbrannt. MB 13 MB 411 Frichs, Scandia A/S 268 /1937 16 Sitzplätze im Restaurant40 Sitzplätze 2. KlasseMittelgang 1941 umgezeichnet in MB 411, 1972 ausgemustert MB 14 MB 412 Frichs, Scandia A/S 269 /1937 Gepäckraum40 Sitzplätze 2. KlasseMittelgang 1941 umgezeichnet in MB 412, 1972 ausgemustert MB 15 MB 413 Frichs, Scandia A/S 270 /1937 16 Sitzplätze im Restaurant40 Sitzplätze 2. KlasseMittelgang 1941 umgezeichnet in MB 413, 1970 ausgemustert MB 16 MB 414 Frichs, Scandia A/S 271 /1937 Gepäckraum40 Sitzplätze 2. KlasseMittelgang 1941 umgezeichnet in MB 414, 1970 ausgemustert MB 17 MB 415 Frichs, Scandia A/S 210 /1935 16 Sitzplätze im Restaurant40 Sitzplätze 2. KlasseMittelgang 1939 aus MS 5 umgebaut, 1941 umgezeichnet in MB 415, 1970 ausgemustert MB 18 MB 416 Frichs, Scandia A/S 207 /1935 Gepäckraum40 Sitzplätze 2. KlasseMittelgang 1939 aus MS 2 umgebaut, 1941 umgezeichnet in MB 416, 1970 ausgemustert

Mittelwagen AB und FJ Nummer1935/37/38 Nummer1941 Hersteller Baujahr Wagendetails Besonderheiten AB 915 AB 434 Scandia A/S 3261 /1937 6 Sitzplätze in je 7 Abteilen 1. Klasse8 Sitzplätze in 1 Abteil 2. KlasseSeitengang 1941 umgezeichnet in AB 434, 1967 ausgemustert AB 916 AB 435 Scandia A/S 3261 /1937 6 Sitzplätze in je 7 Abteilen 1. Klasse8 Sitzplätze in 1 Abteil 2. KlasseSeitengang 1941 umgezeichnet in AB 435, 1973 ausgemustert,am 6. November 1973 in Københavns Godsbanegård verbrannt. AB 917 AB 436 Scandia A/S 3261 /1938 6 Sitzplätze in je 7 Abteilen 1. Klasse8 Sitzplätze in 1 Abteil 2. KlasseSeitengang 1941 umgezeichnet in AB 436, 1972 ausgemustert AB 918 AB 437 Scandia A/S 3261 /1938 6 Sitzplätze in je 7 Abteilen 1. Klasse8 Sitzplätze in 1 Abteil 2. KlasseSeitengang 1941 umgezeichnet in AB 437, 1970 ausgemustert AB 919 AB 438 Scandia A/S 2931 /1935 6 Sitzplätze in je 7 Abteilen 1. Klasse8 Sitzplätze in 1 Abteil 2. KlasseSeitengang 1939 umgebaut aus AA 913, 1941 umgezeichnet in AB 438, 1970 ausgemustert Nummer1937–39 Nummer1941 Hersteller Baujahr Wagendetails Besonderheiten FJ 947 FJ 446 Scandia A/S 3260 /1937 76 Sitzplätze 2. KlasseMittelgang 1941 umgezeichnet in FJ 446, 1967 ausgemustert FJ 948 FJ 447 Scandia A/S 3260 /1937 76 Sitzplätze 2. KlasseMittelgang 1941 umgezeichnet in FJ 447, 1973 ausgemustert,am 6. November 1973 in Københavns Godsbanegård verbrannt. FJ 949 FJ 448 Scandia A/S 3260 /1938 76 Sitzplätze 2. KlasseMittelgang 1941 umgezeichnet in FJ 448, 1972 ausgemustert FJ 950 FJ 449 Scandia A/S 3260 /1938 76 Sitzplätze 2. KlasseMittelgang 1941 umgezeichnet in FJ 449, 1970 ausgemustert FJ 951 FJ 450 Scandia A/S 3260 /1939 76 Sitzplätze 2. KlasseMittelgang 1941 umgezeichnet in FJ 450, 1970 ausgemustert

Technik mini|Führerstand