Die Bärenklau-Silberkerze (Actaea heracleifolia) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Actaea innerhalb der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Sie ist in Ostasien verbreitet.

Beschreibung mini|hochkant|Verzweigter, traubiger Blütenstand Erscheinungsbild und Laubblatt Die Bärenklau-Silberkerze ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 1 Meter und mehr erreicht. Als Überdauerungsorgan bildet sie ein kräftiges, schwärzliches Rhizom. Der beblätterte Stängel ist kahl.

Von den wechselständig angeordneten Laubblätter sind die untersten in einen etwa 20 Zentimeter langen, kahlen Stiel und eine Blattspreite gegliedert. Ihre Blattspreite ist mit einer Breite von etwa 20 Zentimetern etwas dreieckig und doppelt dreiteilig. Dabei ist das endständige Teilblättchen erster Ordnung mit einer Länge von 6 bis 12 Zentimetern und einer Breite von 4 bis 9 Zentimetern verkehrt-eiförmig bis verkehrt-eiförmig-elliptisch mit einer gerundeten bis fast herzförmigen Basis, einem dreilappigen oberen Ende und gezähnten Rändern. Die beiden seitlichen Teilblättchen sind kleiner als das endständige, meist schräg-eiförmig, ledrig, kahl und unterseits an den Blattadern spärlich weiß flaumig behaart. Die oberen Laubblätter sind meist einfach dreiteilig.

Blütenstand und Blüte Die Blütezeit reicht von August bis September. In langen, verzweigten (zwei bis neun Zweige), traubigen Blütenständen befinden sich viele Blüten. Die Hochblätter sind mit einer Länge von etwa 1 mm pfriemförmig. Die Blütenstandsrhachis und die 2 bis 4 mm langen Blütenstiele sind flaumig grau drüsig behaart.

Die zwittrigen Blüten besitzen einen Durchmesser von etwa 5 mm. Die gelblich-weißen Kelchblätter sind mit einer Länge von 3 bis 4 mm und einer Breite von 2,5 bis 3 mm verkehrt-eiförmig-kreisförmig bis breit-elliptisch. Die Kronblätter sind mit einer Länge von 2,5 bis 4 mm und einer Breite von 1,6 bis 2 mm elliptisch mit einer weißen Spitze. Die optische Wirkung der Blüten geht hauptsächlich von den gelblich-weißen Staubblättern aus. Die dünnen Staubfäden sind 3 bis 6 mm lang und die Staubbeutel sind mit einer Länge von etwa 0,8 mm ellipsoid. Die drei bis fünf freien Fruchtblätter sind kahl.

Frucht und Samen An schlanken, etwa 1 mm langen Fruchtstielen stehen Balgfrüchte, die eine Länge von 5 bis 6 mm und einen Durchmesser von 3 bis 4 mm besitzen sowie nur zwei Samen enthalten. Die Früchte reifen im August bis Oktober. Um den ganzen meist etwa 3 mm großen Samen herum befinden sich häutige, schuppige Flügel.

Chromosomenzahl Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.

Vorkommen Die Bärenklau-Silberkerze ist in Korea, in Russlands Fernem Osten und in den chinesischen Provinzen Innere Mongolei, Heilongjiang, Jilin sowie Liaoning verbreitet. In China gedeiht sie in Gestrüpp und an grasigen Hängen in Höhenlagen von 0 bis 1000 Metern.

Systematik Die Erstbeschreibung erfolgte 1901 durch Wladimir Leontjewitsch Komarow unter dem Namen (Basionym) Cimicifuga heracleifolia in Trudy Imperatorskago S.-Peterburgskago Botaničeskago Sada, Band 18, 3, S. 438–439. Man geht davon aus, dass die Cimicifuga-Arten zur Gattung Actaea gehören. Die Neukombination zu Actaea heracleifolia wurde 1998 durch James A. Compton in Taxon, Official News Bulletin of the International Society for Plant Taxonomy, Band 47, Teil 3, Seite 624 veröffentlicht.

Medizinischer Nutzen Die medizinischen Wirkungen wurden untersucht.

Die Drogen aus dem „Wurzelstock“ wirken antibakteriell, antiviral, schmerzlindernd, fiebersenkend und beruhigend. Sie sind deshalb ein altes Hausmittel gegen Kopf- und Rachenschmerzen, Zahnfleischentzündungen und andere Erkrankungen. Die Wurzeln werden dafür im Herbst gesammelt und können frisch oder getrocknet verwendet werden.

Quellen Li Liangqian; Anthony R. Brach: Cimicifuga Wernischeck. In: Flora of China, Volume 6: Caryophyllaceae through Lardizabalaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2001, ISBN 1-93072305-9. Cimicifuga heracleifolia Komarov. S. 145 - textgleich online wie gedrucktes Werk. (Abschnitt Beschreibung und Vorkommen)

Einzelnachweise Li Liangqian; Anthony R. Brach: Cimicifuga Wernischeck. In: Flora of China, Volume 6: Caryophyllaceae through Lardizabalaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2001, ISBN 1-93072305-9. Cimicifuga heracleifolia Komarov. S. 145 - textgleich online wie gedrucktes Werk.

Weblinks

Barenklau-Silberkerze