mini|Die Völva Heiði auf einer Briefmarke des Postverk Føroya 2003 von Anker Eli Petersen mini|Aus dem Völvagrab von Öland Völva ist der altnordische Begriff für eine Seherin, Wahrsagerin, Hexe, Zauberin, Prophetin oder Schamanin. In der germanischen Mythologie ist sie auch als Wala bekannt.

Allgemeines Das Wort Völva bedeutet eigentlich „Frau mit Stab“. Den Stab nannte man auch völr. Er war ein Symbol der Macht; im Falle der Völva symbolisiert er die Macht über das Übernatürliche. Das Königszepter und der Zauberstab sind Überbleibsel derselben Symbolik. Das altwestnordische Wort gandr, in heutiger Schreibweise gandur, bedeutet auf Färöisch und Isländisch sowohl „Stab“ als auch „Zauberei“. Möglicherweise handelt es sich auch um ein Phallussymbol, denn es wird verschiedentlich davon berichtet, dass Frauen Phallus-Riten ausführten.Steinsland (1985), S. 38.

Die Völven waren die Zauberinnen (Seiðr und Galster sind Bezeichnungen für Formen der Zauberei) und Seherinnen (Spá) des Mittelalters. Sie konnten sich in Ekstase versetzen und dann Einsichten in andere Welten gewinnen. Außerdem konnten sie diese Welten sogar besuchen und dort die Antworten auf Fragen suchen, die ihnen gestellt wurden.

Die bekannteste Völva ist Heiði, die in der apokalyptischen Weissagung Völuspá (wörtlich: „Prophezeiung der Völva“) vorkommt: Heiði hana hétu hvars til húsa kom („Heiði [oder: Heiðr] nannten sie sie, wo sie zu den Häusern kam“).Normalisierter altnordischer Text nach Die Völuspá schildert aber keine Rituale. In der Vatnsdœla saga wird eine zauberkundige Finnin (Finna ein fjölkunnig) als Völva bezeichnet.Text in heutiger isländischer Orthographie unter

Die männliche Entsprechung war der seiðmann oder fjölkunnigur (Zauberkundiger). Er genoss aber kein besonderes Ansehen. Die Verwendung von Zauber im Kampf galt als feige und unmännlich und wurde in der Regel von Übeltätern benutzt. In einem Kampf, in den Hrolleif, der Sohn einer Zauberin, verwickelt war, trug er einen Kittel, den seine Mutter für Schwerter undurchdringlich gemacht hatte. Im Kampf mit Odd sagt dieser:

Weit verbreitet war dagegen die etwas schwächer begabte Spákona, „die Frau, die sieht“, eine Seherin. Von ihrem Ansehen und ihrem Auftreten gibt es eine Darstellung in der Geschichte von Erik dem Roten, die wegen ihrer Ausführlichkeit ein einzigartiges Dokument über die Stellung und Lebensweise einer Spákona ist:Die Geschichte von Erik dem Roten in Grönländer und Färinger Geschichten. Übertragen von Felix Niedner, Thule – Altnordische Dichtung und Prosa Band 13, S. 23–48, 28–30.

Trivia Das isländische Wort tölva für Computer bedeutet eigentlich Zahlen-Seherin, weil es aus den Wörtern für Zahl (tala) und Seherin (völva) geschaffen wurde.

Siehe auch Nordgermanische Religion

Literatur Gro Steinsland: „Kvinner og kult i vikingetid.“ In: Kvinnearbeid in Norden fra vikingtiden til reformasjonen. Bergen 1985.

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Einzelnachweise

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