Johann Kaiser (* 1806; † 1. Oktober 1861 in Dresden) war ein sächsischer Jurist und Politiker.
Leben Kaiser, zu dem Zeitpunkt als Advokat in Hartenstein ansässig, trat am 12. Januar 1844 das Amt des Bürgermeisters von Zwönitz an.Uwe Schneider: Chronik der Stadt Zwönitz 960–1945. Ein Handbuch. Zwönitz 2016, , S. 154–158. Während der Revolutionen 1848/1849 vertrat er auf dem Landtag 1848 den 13. städtischen Wahlbezirk in der II. KammerJosef Matzerath: Aspekte sächsischer Landtagsgeschichte. Die Mitglieder und Wahlbezirke der sächsischen Landtage (1833–1952), Dresden 2011, S. 248–249. und danach auf dem Landtag 1849 den 49., 53. und 54. Wahlbezirk in der I. Kammer des Sächsischen Landtags.Josef Matzerath: Aspekte sächsischer Landtagsgeschichte. Die Mitglieder und Wahlbezirke der sächsischen Landtage (1833–1952), Dresden 2011, S. 66–67. Er galt als „gemäßigter Linker“, aber auch als „demokratischer Hauptagent“. Kaiser beteiligte sich als Kommandant einer Freiberger Kommunalgarde am 4. Mai 1849 am Dresdner Maiaufstand. Beim Rückzug aus Dresden befehligte er eine Nachhut. Anschließend wurde er inhaftiert und in der Amtsfronfeste Dresden festgesetzt.Uwe Schneider, Harald Schindler: Zwönitz – alte Bergstadt mit Zukunft: Festschrift zum 850-jährigen Stadtjubiläum. Stadtverwaltung Zwönitz (Hrsg.), 2010, , S. 64–65. Gegen ihn wurden Untersuchungen wegen hochverräterischer Unternehmungen eingeleitet.Staatsarchiv Chemnitz, 30011 Amt Grünhain, Nr. 285–287. Seine Suspendierung vom Amt des Bürgermeisters erfolgte am 20. September und am 7. Dezember 1849 wurde der Ratsaktuar Carl Zeidler aus Lößnitz zu seinem Nachfolger gewählt. Kaiser erhielt eine Verurteilung, lebenslänglich im Zuchthaus einsitzen zu müssen. Nach mehreren Gnadengesuchen wurde er am 23. Dezember 1852 aus der Haft entlassen. Er lebte anschließend zurückgezogen bei Dresden und beabsichtigte laut einem Polizeibericht nach Amerika auszuwandern. Im Landtagsprotokoll des Landtags 1850/51 – auf dem die Mandate des Landtags von 1848 restituiert wurden – ist euphemistisch vermerkt, dass er den Wahlbezirk verlassen und dadurch die Wählbarkeit eingebüßt hätte.Mitteilungen über die Verhandlungen des ordentlichen Landtags im Königreiche Sachsen / 1. Kammer, 1850/51, S. 11 (Digitalisat). Er blieb letztendlich in Dresden, wo er im Alter von 55 Jahren 1861 als „vormaliger Bürgermeister und Advocat“ starb und auf dem Neustädter Friedhof beigesetzt wurde.Stadtarchiv Dresden, Wöchentliche Kirchenberichte 1861.
Einzelnachweise
Kategorie:Mitglied der Ersten Kammer der Ständeversammlung des Königreichs Sachsen Kategorie:Mitglied der Zweiten Kammer der Ständeversammlung des Königreichs Sachsen Kategorie:Politiker (19. Jahrhundert) Kategorie:Teilnehmer am Dresdner Maiaufstand Kategorie:Verurteilte Person Kategorie:Person (Zwönitz) Kategorie:Geboren 1806 Kategorie:Gestorben 1861 Kategorie:Mann