Diese Liste von Frauenanteilen in der Berufswelt enthält Auflistungen prozentualer Anteile von Frauen in Bezug auf die Gesamtanzahl von Personen in verschiedenen Gesellschaftsbereichen. Die Frauenanteile werden innerhalb eines Bereiches nach D-A-CH-Land sortiert angegeben, zur Vergleichbarkeit ist der Stand der Information mit der Jahrzahl einzeln ausgewiesen (sofern bekannt). Zusätzliche Informationen finden sich im Feld Bemerkungen. Davon abweichend sind Frauenanteile in Einzelwissenschaften nach Fachgebieten aufgeführt (siehe auch Frauen in der Politik).
Einführung Der Frauenanteil wird in sozialwissenschaftlichen Untersuchungen als quantitatives Maß der Beteiligung von Frauen an der Gestaltung der verschiedenen gesellschaftlichen Bereiche aufgefasst. Die Anteile von Frauen in Politik, Bildung und Erwerbstätigkeit gelten als wichtige Indikatoren der Verwirklichung der Gleichberechtigung und Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern,Deutschland: Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland. Stand: Dezember 2010, 3. Auflage. Abgerufen am 3. Juni 2011. (PDF; 8,5 MB) Herausgegeben vom Ministerium für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf 1999, S. 9. Abgerufen am 3. Juni 2011. (PDF; 445 kB). wie sie in den Verfassungen verschiedener Nationalstaaten, der Internationalen Menschenrechtscharta oder der Charta der Grundrechte der Europäischen Union formuliert sind.
Mit Entwicklung der Neuen Frauenbewegung seit den 1960er Jahren in vielen westlichen Staaten wurde der Frauenanteil zu einem politischen Begriff erkämpfter oder noch zu erkämpfender Chancengleichheit mit Männern. Bis zu dieser Zeit hatten Frauen zu vielen Bereichen des öffentlichen Lebens keinen oder nur sehr beschränkten Zugang. Durch geschlechtsspezifische Gesetze waren die Rollen zwischen Frauen und Männern verteilt. Beispielsweise waren Frauen laut bundesdeutschem Ehegesetz bis 1977 zu Haushalts- und Familienarbeit sowie zur unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb ihres Ehemannes verpflichtet und Männer waren nach dem Allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuch für die gesamten Deutschen Erbländer der Oesterreichischen Monarchie von 1811 zur Erwerbsarbeit, zum Unterhalt der Familie und zur Landesverteidigung verpflichtet. Siehe dazu auch Gleichberechtigung in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Mit zunehmender Institutionalisierung der Frauenbewegung auf nationaler wie auf supranationaler Ebene (Europäische Union, Vereinte Nationen) wurden zur Steigerung des Frauenanteils und als Gegengewicht zu Benachteiligungen Instrumente der Frauenförderung eingerichtetDeutscher Bildungsserver: Frauenförderung. Abgerufen am 3. Juni 2011. sowie teilweise Frauenquoten in politischen Parteien eingeführt. Seither sind zum Teil deutliche Steigerungen der jeweiligen Frauenanteile zu beobachten. Eine im Zuge dieser Entwicklung in einzelnen Teilbereichen erfolgte Umkehr der Mehrheitsverhältnisse zu Lasten von Männern bzw. Jungen, wie bei den Bildungsabschlüssen in Deutschland, wird seit einigen Jahren zunehmend kritisch hinterfragt. (PDF; 443 kB)Zu Zahlen der Jungenanteile im Bildungsbereich vgl. Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland. Stand: Dezember 2010, 3. Auflage, S. 21–30, abgerufen am 3. Juni 2011 (PDF; 8,5 MB). Der weiterhin geringe Anteil von Frauen in wichtigen Bereichen wie in Führungspositionen der Wirtschaft in Deutschland und anderen europäischen Ländern bleibt jedoch weiter in der öffentlichen Diskussion.Handelsblatt: Kampf um die Frauenquote spaltet die Wirtschaft. 4. Februar 2011, abgerufen am 3. Juni 2011., abgerufen am 3. Juni 2011
In der Schweiz, wo das Handelsregister kostenfrei öffentlich zugänglich ist und die Bevölkerung jeglicher Art von gesetzlichen Quoten sehr reserviert gegenübersteht, kann man die Entwicklung auf der Eigentümer- und Geschäftsleitungsebene gut nachvollziehen. Der Anteil der weiblichen Firmengründer stieg von 15 % im Jahr 2000 auf 27 % im Jahr 2010. In den Unternehmen bis 250 Mitarbeitern liegt der Frauenanteil mittlerweile bei 40 %, bei größeren Unternehmen ist er erst auf 13 % gestiegen. In der Schweizer Regierung, dem Bundesrat, ist der Anteil auf über 50 % gewachsen, auch in anderen politischen Gremien steigt der Anteil ständig., Bundesamt für Statistik, 2011.
Frauenanteil in der Politik
Europaparlament Stichtag Eröffnungssitzung 2019 mini|hochkant|Roberta Metsola, Präsidentin des Europäischen Parlaments Land Frauenanteil Jahr Bemerkungen Belgien38 %2019 Bulgarien29 %2019 Dänemark46 %2019 Deutschland36 %2019 Estland33 %2019 Finnland54 %2019 Frankreich50 %2019 Griechenland24 %2019 Irland45 %2019 Italien41 %2019 Kroatien36 %2019 Lettland50 %2019 Litauen27 %2019 Luxemburg50 %2019 Malta50 %2019 Niederlande50 %2019 Österreich50 %2019 Polen35 %2019 Portugal43 %2019 Rumänien22 %2019 Schweden55 %2019 Slowenien50 %2019 Spanien47 %2019 Tschechische Republik33 %2019 Ungarn38 %2019 Vereinigtes Königreich47 %2019 Zypern0 %2019 Europaparlament41 %2019Frauenanteil nach Mitgliedsstaaten
Deutschland Bundesebene Institution Frauenanteil Jahr BemerkungenBundesregierung41,2 %2023Zusammensetzung der BundesregierungBundestag34,8 %2023Bundesrat43,7 %2023 ordentliche Mitglieder 36,2 %, stellvertretende Mitglieder 48,2 %
Fraktionen im Bundestag Siehe hierzu: Frauenanteile der Bundestagsfraktionen 2019 und 2013 Frauenanteile im Bundestag seit 1949 Frauenanteile der Mitglieder von Bundestagsparteien ab 1990
Landesebene Institution Frauenanteil Jahr BemerkungenLandesregierungen 46,3 % 2023 81 Landesministerinnen bzw. SenatorinnenMinisterpräsidenten 12,5 % 2025 Manuela Schwesig (SPD/Mecklenburg-Vorpommern), Anke Rehlinger (SPD/Saarland)
Fraktionen in den Landtagen Fraktion Frauenanteil Jahr BemerkungenBündnis 90/Die Grünen51,5 %2011CDU21,5 %2011CSU20,7 %2011Die Linke48,8 %2011FDP17,4 %2011SPD37,0 %2011 Quelle: Die Zeit
Landesparlamente
Historische Frauenanteile in der deutschen Politik Reichstag der Weimarer Republik Institution Frauenanteil Jahr BemerkungenWeimarer Nationalversammlung8,7 %19191. Reichstag der Weimarer Republik8,0 %19202. Reichstag der Weimarer Republik5,7 %19243. Reichstag der Weimarer Republik6,7 %19244. Reichstag der Weimarer Republik6,7 %19285. Reichstag der Weimarer Republik6,8 %19306. Reichstag der Weimarer Republik5,6 %19327. Reichstag der Weimarer Republik6,0 %19328. Reichstag der Weimarer Republik3,8 %1933
Deutscher Bundestag seit 1949
Institution Frauenanteil Jahre BemerkungenListe der Mitglieder des Deutschen Bundestages (1. Wahlperiode) 6,8–9,0 % 1949–1953Liste der Mitglieder des Deutschen Bundestages (2. Wahlperiode) 8,8–10,0 %1953–1957Liste der Mitglieder des Deutschen Bundestages (3. Wahlperiode) 9,2–9,4 %1957–1961Liste der Mitglieder des Deutschen Bundestages (4. Wahlperiode) 8,3–9,4 %1961–1965Liste der Mitglieder des Deutschen Bundestages (5. Wahlperiode) 6,9–7,9 %1965–1969Liste der Mitglieder des Deutschen Bundestages (6. Wahlperiode) 6,6–6,2 %1969–1972Liste der Mitglieder des Deutschen Bundestages (7. Wahlperiode) 5,8–6,9 %1972–1976Liste der Mitglieder des Deutschen Bundestages (8. Wahlperiode) 7,3–7,9 %1976–1980Liste der Mitglieder des Deutschen Bundestages (9. Wahlperiode) 8,5–8,7 %1980–1983Liste der Mitglieder des Deutschen Bundestages (10. Wahlperiode) 9,8–10,0 %1983–1987Liste der Mitglieder des Deutschen Bundestages (11. Wahlperiode) 15,4–17,9 %1987–1990Liste der Mitglieder des Deutschen Bundestages (12. Wahlperiode) 20,5–21,6 %1990–1994Liste der Mitglieder des Deutschen Bundestages (13. Wahlperiode) 26,2–26,9 %1994–1998Liste der Mitglieder des Deutschen Bundestages (14. Wahlperiode) 30,9–31,7 %1998–2002Liste der Mitglieder des Deutschen Bundestages (15. Wahlperiode) 32,5–33,9 %2002–2005Liste der Mitglieder des Deutschen Bundestages (16. Wahlperiode) 31,6–32,2 %2005–2009Liste der Mitglieder des Deutschen Bundestages (17. Wahlperiode) 32,8–33,4 %2009–2013Liste der Mitglieder des Deutschen Bundestages (18. Wahlperiode) 36,5–. . . . %2013–. . . . Quellen Bis einschließlich 14. Bundestag: Parlaments- und Wahlstatistik des Deutschen Bundestages 1949–2002/03 (Seite 16) von Michael F. Feldkamp und Christa Sommer aus dem Jahr 2003. Ab Wahlperiode 15. Bundestag die Dokumentation Deutscher Bundestag 1994 bis 2014: Parlaments- und Wahlstatistik für die 13. bis 18. Wahlperiode aus der Zeitschrift für Parlamentsfragen
Österreich Parlament Abgeordnete zum Nationalrat
Mitglieder des Bundesrates
Landtage hochkant=1.8|mini|Karte der neun österreichischen Bundesländer Landtag Frauenanteil Stand BemerkungenBurgenland15px|Burgenland Burgenland19,4 %2010aus insgesamt 36 MandatenKarnten18px|Kärnten Kärnten25,0 %2010aus insgesamt 36 MandatenNiederosterreich12px|Niederösterreich Niederösterreich21,4 %2010aus insgesamt 56 MandatenOberosterreich12px|Oberösterreich Oberösterreich37,5 %2010aus insgesamt 56 MandatenSalzburg12px|Land Salzburg Salzburg38,9 %2009aus insgesamt 36 MandatenSteiermark12px|Steiermark Steiermark28,6 %2011aus insgesamt 56 MandatenTirol15px|Tirol (Bundesland) Tirol27,8 %2011aus insgesamt 36 MandatenVorarlberg15px|Vorarlberg Vorarlberg33,3 %2010aus insgesamt 36 MandatenVorarlberg15px|Vorarlberg Vorarlberg50,0 %2025aus insgesamt 36 MandatenWien15px|Wien Wien33,0 %2011aus insgesamt 100 Mandaten. Abgeordnete sind zugleich Gemeinderatsabgeordnete.
Mit der Angelobung der NEOS-Abgeordneten Katharina Fuchs am 1. Oktober 2025 wurde erstmals Geschlechterparität im Vorarlberger Landtag erreicht, erstmals sitzen 18 und damit gleich viele Frauen wie Männer im 36-köpfigen Vorarlberger Landesparlament.
Bürgermeisterinnen
Schweiz
Bundesrat Die Schweizer Regierung, der Bundesrat, besteht seit dem 31. Dezember 2007 aus jeweils drei oder vier Männern und Frauen.
Bundesversammlung Mitglieder des Nationalrats Parteien Frauenanteil Stand BemerkungenEvangelische Volkspartei100,0 %2011Aus insgesamt 2 Mandaten.Lega dei Ticinesi50,0 %2011Aus insgesamt 2 Mandaten.Sozialdemokratische Partei der Schweiz45,7 %2011Aus insgesamt 46 Mandaten.Grüne Partei der Schweiz40,0 %2011Aus insgesamt 15 Mandaten.Grünliberale Partei33,3 %2011Aus insgesamt 12 Mandaten.Christlichdemokratische Volkspartei28,6 %2011Aus insgesamt 28 Mandaten.Freisinnig-Demokratische Partei26,7 %2011Aus insgesamt 30 Mandaten.Bürgerlich-Demokratische Partei22,2 %2011Aus insgesamt 9 Mandaten.Schweizerische Volkspartei11,1 %2011Aus insgesamt 54 Mandaten.Christlichsoziale Partei Obwalden0,0 %2011Aus insgesamt einem Mandat.Mouvement citoyens genevois0,0 %2011Aus insgesamt einem Mandat.Gesamt28,5 %2011 Aus insgesamt 200 Mandaten der 49. Legislaturperiode Quelle: Schweizer Bundesversammlung
Mitglieder des Ständerats Parteien Frauenanteil Stand BemerkungenGrünliberale Partei50,0 %2011Aus insgesamt 2 Mandaten.Sozialdemokratische Partei der Schweiz27,3 %2011Aus insgesamt 11 Mandaten.Freisinnig-Demokratische Partei18,2 %2011Aus insgesamt 11 Mandaten.Christlichdemokratische Volkspartei15,4 %2011Aus insgesamt 13 Mandaten.Schweizerische Volkspartei0,0 %2011Aus insgesamt 5 Mandaten.Grüne Partei der Schweiz0,0 %2011Aus insgesamt 2 Mandaten.Bürgerlich-Demokratische Partei0,0 %2011Aus insgesamt einem Mandat.Parteilos0,0 %2011Aus insgesamt einem Mandat.Gesamt19,6 %2011 Aus insgesamt 46 Mandaten der 49. Legislaturperiode Quelle: Schweizer Bundesversammlung
Kantonsparlamente