miniatur|Maria Schneider beim Créteil Films de Femmes Festival in Paris (2001)
Maria Schneider (* 27. März 1952 in Paris als Marie Christine Gélin; † 3. Februar 2011 ebenda) war eine französische Schauspielerin.
Leben Maria Schneider war die Tochter der aus Rumänien stammenden französischen Buchhändlerin und Model„Maria Schneider 1952-2011“, Der Standard, 3. Februar 2011 Marie Christine Schneider und des Filmschauspielers Daniel Gélin. Sie wurde bis zum 15. Lebensjahr allein von ihrer Mutter erzogen. Schneider zog dann nach Paris und hatte 1969 ihre ersten Auftritte in Theater und Film.
Weltberühmt wurde sie durch den Film Der letzte Tango in Paris von Bernardo Bertolucci, in dem sie neben Marlon Brando die Hauptrolle spielte und bei den Dreharbeiten erst 19 Jahre alt war. Die sehr freizügige Rolle wurde für ihre künftige Schauspielkarriere dann jedoch eher zu einem Problem, da sie zunächst fast nur ähnliche Rollen angeboten bekam. Zu der viel diskutierten Vergewaltigungsszene mit Brando wurde Schneider, einem Eingeständnis des Regisseurs 2016 zufolge, von ihm genötigt.„Sie wusste nur nichts von der Butter“ bei Spiegel Online, abgerufen am 7. Dezember 2016 Schneider hatte 2007 geäußert, sie habe sich in dieser Szene „vergewaltigt gefühlt“. Auf die Frage, ob es während der Dreharbeiten zu echtem Sex gekommen sei, sagte Schneider: „Nein, auf keinen Fall.“ Für ihre Rolle bekam sie 2.500 Dollar, einen Bruchteil der Gage von Marlon Brando, der 250.000 Dollar zuzüglich 10 Prozent Gewinnbeteiligung erhielt.
Den plötzlichen Ruhm und seine Folgen – es wurden ihr Skandale angedichtet, darüber hinaus wurde angezweifelt, dass Gélin ihr Vater sei – verkraftete sie nur schwer. „Meine Karriere wäre weniger heftig gewesen ohne diesen sehr durch die Medien gepushten Film, der seine Zeit so sehr geprägt hat“, sagte Schneider der Tageszeitung Le Parisien 2004. Zitiert in: „Schauspielerin Maria Schneider ist tot“, Basler Zeitung, 3. Februar 2011 1974 wurde ihre Bisexualität bekannt.
Sie schätzte ihre Rolle in dem Spielfilm Beruf: Reporter (1975), in dem sie an der Seite von Jack Nicholson agierte. 1976 verließ sie die Dreharbeiten zu dem Film 1900 von Bernardo Bertolucci und stieg aus dem Projekt ganz aus. Ebenso verließ sie im selben Jahr die Dreharbeiten zu dem Film Caligula. Aufgrund von Alkohol- und Drogenproblemen musste sie sich in psychiatrische Behandlung begeben. 1989 kehrte sie wieder zur Filmarbeit zurück.
Maria Schneider starb im Alter von 58 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung. Schneider wurde im Père-Lachaise-Krematorium eingeäschert und ihre Asche an der Atlantikküste am Fuß des Jungfrauenfelsens (Rocher de la Vierge) in Biarritz verteilt.
Filmografie (Auswahl) 1969: Oh, diese Frauen (Les femmes) – Regie: Jean Aurel : Komparsin 1969: L'Arbre de Noël – Regie: Terence Young : Komparsin 1970: Madly – Regie: Roger Kahane : Komparsin 1970: Les Jambes en l'air – Regie: Jean Dewever : Sarah 1972: Le Sang – Regie: Jean-Daniel Pollet : Komparsin 1972: Das späte Mädchen – Regie: Jean-Pierre Blanc – Mome 1972: Hellé – Regie: Roger Vadim : Nicole 1972: Der letzte Tango in Paris (Ultimo tango a Parigi): Jeanne 1973: Reigen nach Arthur Schnitzler: das süße Mädel 1975: Beruf: Reporter (Professione: reporter) : das Mädchen 1975: Das ganz große Ding (La baby sitter) : Michèle 1977: Violanta – Regie: Daniel Schmid : Laura 1978: Die zweite Haut (Io sono mia) – Regie: Sofia Scandurra 1979: Eine Frau wie Eva (Een vrouw als Eva) – Regie: Nouchka van Brakel 1979: Die Aussteigerin (La Dérobade) – Regie: Daniel Duval : Maloup 1980: Weiße Reise – Regie: Werner Schroeter – eines der Mädchen 1980: Haine – Regie: Dominique Goult : Madeleine 1980: Mamma Dracula – Regie: Boris Szulzinger : Nancy 1981: Friedenszeit in Paris (Sezona mira u Parizu) – Regie: Predrag Golubovic : Elen 1981: Merry-Go-Round – Regie: Jacques Rivette : Léo 1983: Keine Zeit für Wunder (Cercasi Gesù) – Regie: Luigi Comencini : Francesca 1989: Bunker Palace Hôtel – Regie: Enki Bilal : Muriel 1992: Ein Tag und eine Nacht (Au pays des Juliets) – Regie: Mehdi Charef : Raissa 1992: Wilde Nächte (Les Nuits fauves) : Noria 1995: Kommissar Navarro (Navarro) (Fernsehserie, 1 Folge) : Samira (L'Ombre d'un père) 1996: Jane Eyre – Regie: Franco Zeffirelli : Bertha 1998: Something to believe in – Regie: John Hough : Maria 2000: Les acteurs – Regie: Bertrand Blier : sie selbst 2002: La Repentie – Regie: Laetitia Masson : die Schwester von Charlotte 2008: Cliente – Regie: Josiane Balasko : eine Kundin
Auszeichnung 2010: Ordre des Arts et des Lettres
Literatur Vanessa Schneider: Tu t'appelais Maria Schneider. Grasset 2018, ISBN 978-2-246-86108-9. Ludovic Mabreuils: La Cinematique des muses. PG DE ROUX 2019, ISBN 978-2-36371-300-1.
Weblinks
Seite Maria Schneider gewidmet, mit vielen Daten ihres Lebens (englisch). Zum Tod der Filmschauspielerin Maria Schneider, Tagesspiegel, 3. Februar 2011
Einzelnachweise
Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Träger des Ordre des Arts et des Lettres (Ritter) Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1952 Kategorie:Gestorben 2011 Kategorie:Frau