mini|1928/29 von den Architekten Koelliker & Springer im Backsteinexpressionismus errichtetes Wohnhaus Ecke Spielhagenstraße
mini|Durchgang zur Wredestraße
mini|hochkant|Denkmalgeschützter Hauseingang Nummer 15
Die Tiestestraße in der Südstadt von Hannover zweigt von der Anna-Zammert-Straße abFrank Straßburger (inhaltlich Verantwortlicher): Tiestestraße auf der Seite des SPD-Ortsvereins Südstadt-Bult [ohne Datum], zuletzt abgerufen am 27. Dezember 2023 und führt ab der Kleine DüwelstraßeHelmut Zimmermann: Tiestestraße, in ders.: Die Straßennamen der Landeshauptstadt Hannover. Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 244 in südlicher Richtung zur Jordanstraße.
Der 1919 angelegte Verkehrsweg erinnert an den Jahrzehnte zuvor in der „Südoststadt“ tätigen Geburtsarzt und Wundhelfer Heinrich Tieste (1815–1882). Mitte der 1920er Jahre war die Tiestestraße Teil eines größeren Neubaugebietes in der Südstadt.Klaus Mlynek: Die Wohnbebauung, in ders., Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.): Geschichte der Stadt Hannover, Band 2: Vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart , Hannover: Schlüter, 1994, ISBN 978-3-87706-364-4 und ISBN 3-87706-364-0, S. 486 ff.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bewohnte der Flugpionier Karl Jatho vom 11. Oktober 1902 bis 10. Oktober 1904 das Haus Tiestestraße 1, das damals noch Alte Bischofsholerstraße 8D, später Große Düwelstraße 3a hieß. Gut ein Jahrhundert später wurde an dem Wohngebäude die Stadttafel 114Wolfgang Leonhardt: Vahrenwald und List. Dorf und Stadtteilgeschichten, Norderstedt: Books on Demand, 2013, ISBN 978-3-7322-2710-5, S. 130; Vorschau über Google-Bücher als eine der beiden in der Südstadt angebrachten Gedenktafeln für den Flugpionier angebracht.Peter Struck: Hannover in 3 Tagen. Ein kurzweiliger Kulturführer, Hannover: Schlütersche, 2008, ISBN 978-3-89993-659-9, S. 52; Vorschau über Google-Bücher
1928–1933 wohnte der Bibliothekar und Schriftsteller Werner KraftKraft, Werner 1896–1991. Bibliothekar, Literaturwissenschaftler, Schriftsteller. In: NDB-online, veröffentlicht am 1. Januar 2024 mit seiner Familie im Haus Tiestestraße 39 (damalige Hausnummer 19, 1. Stock), einem neuerbauten Wohnblock des "Beamten-Wohnungsvereins".Von Hannover nach Jerusalem. Werner Kraft (1896–1991). Eine biographische Annäherung an seine hannoverschen Jahre. Ausstellung zum 100. Geburtstag in der Niedersächsischen Landesbibliothek, 9. Mai bis 29. Juni 1996. Begleitheft. Bearbeitet von Ulrich Breden. Hannover 1996, S. 27. Nach seiner Entlassung emigrierte er über Stockholm, London und Paris nach Palästina. Seine Ehefrau Erna löste die Wohnung auf und folgte über Paris mit der Tochter Else. Sohn Paul war schon vorher mit der Kinder- und Jugend-Alija nach Palästina gelangt. Ihre Bücher wurden von einem Nachbarn im selben Haus (ebenfalls 1. Stock), dem "Regierungs-Baumeister" und späteren Wasserwerk-Direktor Wilhelm HosangAdressbuch Hannover, Jahrgänge 1928–1984. Wilhelm Hosang war auch (Mit-)Autor eines Standardwerkes zur "Stadtentwässerung" (zuerst 1951, 7. Aufl. 1979, seit der 8. Aufl. 1984 "Abwassertechnik"), "in Kisten verpackt auf ihrem Boden aufbewahrtPeter Schulze: „Es ist alles so wie es gewesen ist, und es ist nichts so, wie es gewesen ist“. Erinnerungen Werner Krafts an Hannover. In: Peter Schulze: Beiträge zur Geschichte der Juden in Hannover. Hannover: Hahn 1998 (Hannoversche Studien. Schriftenreihe des Stadtarchivs Hannover. Bd. 6), S. 156–168, hier S. 163. Die 1929 in Hannover geborene Tochter Else, in Israel Alisa, verheiratete Tibon, war Mitglied der Palmach und Mitbegründerin des Kibbuz Tzora. Einer ihrer Söhne Noam Tibon wurde Generalmajor der israelischen Armee.
Während der Luftangriffe auf Hannover im Zweiten Weltkrieg waren auch zahlreiche Gebäude in der Tiestestraße dem Feuersturm ausgesetzt, darunter beispielsweise das Haus der Kleemann's.Hilke Lorenz: Kriegskinder. Das Schicksal einer Generation, Berlin: Ullstein eBooks, 2011, ISBN 978-3-8437-0186-0; Vorschau über Google-Bücher
In der Nachkriegszeit zählten der Ingenieur Gerhard Lehmann im Haus Nummer 4 sowie der Veterinärmediziner und Hochschullehrer Erich Hieronymi in Nummer 2A zu den bekannten Bewohnern der Tiestestraße.Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender, 1954, S. 45, 482; Vorschau über Google-Bücher
Mitte der 1960er Jahre hatte der TÜV Hannover unter den Hausnummer 16/18 seinen Sitz.TÜ. Sicherheit + Zuverlässigkeit in Wirtschaft, Betrieb, Verkehr, Hrsg.: Vereinigung der Technischen Überwachungs-Vereine e.V. (VdTÜV), Essen, Bd. 7 (1966), S. 61; Vorschau über Google-Bücher
Zur Jahrtausendwende hatte der A. Weichert Verlag seinen Sitz in der Tiestestraße 14, ebenso wie der Neue Jugendschriften-Verlag Krummnow.Adressbuch für den deutschsprachigen Buchhandel, Bde. 1 und 2, 1997, S. 198, 508, 923; Vorschau über Google-Bücher
Unter den Bauwerken in dem Straßenzug stehen die Gebäude Tiestestraße 15 und 17, die als Ensemble mit weiteren Gebäuden am Geibelplatz und in der Redenstraße erfasst sind, heute unter Denkmalschutz.Wolfgang Neß: Tiestestraße. In: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Stadt Hannover, Teil 1, Bd. 10.1, hrsg. von Hans-Herbert Möller, Niedersächsisches Landesverwaltungsamt – Veröffentlichungen des Instituts für Denkmalpflege, Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig; Wiesbaden 1983, ISBN 3-528-06203-7, passim; sowie Südstadt, im Addendum Verzeichnis der Baudenkmale gem. § 4 (NDSchG) (ausgenommen Baudenkmale der archäologischen Denkmalpflege) / Stand: 1. Juli 1983 / Stadt Hannover, S. 7 f.; Digitalisat mit Volltextrecherche-Möglichkeit der Universitätsbibliothek Heidelberg
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Einzelnachweise
Kategorie:Innerortsstraße in Hannover Kategorie:Südstadt (Hannover) Kategorie:Straße in Europa