Helmuth Ortmann, auch Pseudonym Helmuth Ten Moor, (* 11. Oktober 1889Helmuth Ortmann auf literaturport.de als Hellmuth Hermann Henry Ortmann in BerlinLandesarchiv Berlin, Geburtsregister Standesamt Berlin XII, Nr. 3826/1889 (online auf Ancestry, kostenpflichtig); † 19. Februar 1953 in Nienburg/WeserStadt- und Kreisarchiv Nienburg/Weser, Sterberegister Standesamt Nienburg/Weser, Nr. 48/1953 (online auf Ancestry, kostenpflichtig)) war ein deutscher Schriftsteller und Drehbuchautor.

Leben und Wirken Die frühen Jahre Der Sohn des Schriftstellers und Dramaturgen Reinhold Ortmann (1859–1929)Reinhold Ortmann auf projekt-gutenberg.org und seiner Frau Luise, geb. Huthmann, sorgte bereits als Elfjähriger für Zeitungsschlagzeilen, als er Anfang Dezember 1900 in Berlin ohne ersichtlichen Grund verschwand, jedoch nach nur einem Tag im kränklichen Zustand wieder auftauchte. Helmuth Ortmann folgte später den Spuren seines Vaters und veröffentlichte schon als sehr junger Mann zwei Romane (Egoisten , Gründer ). Für Zeitungen wirkte er (im Ersten Weltkrieg) unter dem Pseudonym Helmuth Ten Moor auch als Feuilletonist. Offensichtlich studierte er zu dieser Zeit, in Zeitungsartikeln wird er nach 1918 gelegentlich auch als Dr. Helmuth Ortmann geführt.

Als Drehbuchautor beim Film Zum Ende des Krieges gelang Ortmann der Sprung zum Film, als ihn Jules Greenbaum 1918 für seine Produktionsfirma (Jaap Speyers Inszenierung Die Kraft des Herzens) einstellte. Es folgten Verpflichtungen für diverse kleinere Firmen im kommenden Jahr. Zu Beginn des darauffolgenden Jahrzehnts verfasste er eine Fülle von Drehbüchern zu kostengünstigen Unterhaltungsproduktionen – vor allem zu Sensationsgeschichten und Melodramen –, die zwar ihr Publikum fanden, aber kulturhistorisch unbedeutend sind. Kurz darauf wirkte er auch mehrere Jahre lang als Dramaturg für Richard Eichbergs Produktionsfirma, deren Hausautor Ortmann wurde und für die er besonders erfolgreich Lustspielstoffe mit Eichberg-Gattin Lee Parry in der Hauptrolle (Fräulein Raffke, Die schönste Frau der Welt, Die Motorbraut, Die Frau mit dem Etwas, Luxusweibchen) schrieb.

Die späten Jahre und Privates Nach seiner Trennung von Eichberg 1925 reduzierte Helmuth Ortmann seine filmische Tätigkeit merklich und kehrte schließlich zur Schriftstellerei (Kindergedicht „Der Wassermann“)Der Wassermann (1929) zurück. Für den Tonfilm steuerte er nur noch ein Manuskript – gemeinsam mit Ludwig von Wohl das Drehbuch zu der Wintersportkomödie Abenteuer im Engadin – bei. Sein angekündigter Drehbuchentwurf für die Komödie Lärm um Weidemann von 1935 wurde offensichtlich nicht umgesetzt. 1937 ist ein Rundfunkbeitrag Ortmanns in Prag dokumentiert, danach verliert sich seine Spur. Helmuth Ortmann war von 1910 bis zu deren Tod 1946 mit Gertrud Reiß verheiratet. Ende 1946 ehelichte er eine Hanne GläserLandesarchiv Berlin, Heiratsregister Standesamt Charlottenburg I, Nr. 16/1910 (online auf Ancestry, kostenpflichtig).

Filmografie 1918: Die Kraft des Herzens 1919: Goldfieber 1919: Die Geächteten 1920: Staatsanwalt Briands Abenteuer (2 Teile) 1920: Die Tragödie eines Großen 1920: Der verflixte Aberglaube 1920: Die Augen als Ankläger 1920: Satans Peitsche 1920: Nirvana (6 Teile) 1920: Die Schuld des Andern 1921: Die Ehe der Hedda Olsen 1921: Der lebende Propeller 1921: Die rote Nacht 1921: Die Bettelgräfin vom Kurfürstendamm 1922: Das Spielzeug einer Dirne 1922: Das Straßenmädchen von Berlin 1922: Monna Vanna 1922: Die Tochter des Wucherers 1923: Fräulein Raffke 1924: Die schönste Frau der Welt 1925: Die Motorbraut 1925: Luxusweibchen 1925: Leidenschaft 1925: Der Liebeskäfig 1925: Frauen, die man oft nicht grüßt 1925: Die Frau mit dem Etwas 1925: Die Kleine vom Bummel 1926: Die Unschuld ohne Kleid 1928: Evas Töchter 1932: Abenteuer im Engadin

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