Fazun (; geb. 1902 in Hebei; gest. 1980 in Peking)DNB "Lebensdaten: 1902–1980 (alternativ 1901–1981)", auch unter dem tibetischen Namen Lobsang Chöphag (tib. blo bzang chos 'phags) bekannt, war ein chinesischer buddhistischer Gelehrter des tibetischen Buddhismus und eine Persönlichkeit der Gelug-Schule des tibetischen Buddhismus. Er war in der Zeit der Pekinger Regierung der Republik China und in den Anfangsjahren der Volksrepublik China tätig und war der produktivste und einflussreichste chinesische Übersetzer tibetischer buddhistischer Texte, insbesondere von Schriften Tsongkhapas (1417–1478), des Gründers der Gelug-Schule. Er ist auch Verfasser zahlreicher eigener Schriften.
Leben Er stammte er aus armen Verhältnissen, im Alter von siebzehn Jahren verdiente er seinen Lebensunterhalt in Baoding in einer Schuhfirma, und im folgenden Jahr wurde er Mönch im Yuhuang-Kloster (Yuhuang si 玉皇寺) im Gebirge Wutai Shan.Tang Fuming, S. 274
Dem chinesischen Lexikon Fojiao wenhua cidian (Wörterbuch der buddhistischen Kultur) zufolge studierte nacheinander bei den Meistern Dayong, Xuanyi und Taixu und wurde zum Studium der buddhistischen Lehre in das Buddhistische Institut Wuchang (武昌佛学院), dem Huijulü-Kloster (慧居律寺) des Baohua Shan 宝华山, Nanjing, dem (buddhistischen) Kolleg für tibetische Literatur (Zangwen xueyuan 藏文学院) in Peking und dem Wuju-Kloster 乌尤寺 in Jiading aufgenommen. Im Jahr 1925 studierte er Tibetisch in Sichuan und Kham und ging später nach Tibet, um Tibetisch zu studieren. Im Alter von einunddreißig Jahren verließ er Lhasa und kehrte über Indien und Birma nach Jiangnan zurück, um am Sino-Tibetischen Institut (Han-Zang lixueyuan 汉藏理学院) [in Chongqing] zu arbeiten. Nach der Befreiung Chinas wurde er Vizepräsident und Präsident der Chinesische Buddhistische Akademie. Er verstarb im Guangji-Tempel in Peking.Ren Daobin 任道斌 (Hrsg.): Fojiao wenhua cidian 佛教文化辞典. 1991, S. 212
Fazun leistete einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des Buddhismus, zur Förderung des kulturellen Austauschs zwischen der chinesischen und der tibetischen Kultur und zur Ausbildung von Übersetzern der tibetischen Sprache.
Seine herausragenden Übersetzungen wurden bis heute mehrfach aufgelegt. Zu den von ihm übersetzten Werken zählen auch Je Tsongkhapas bekannte Werke: Große Darlegung des Stufenwegs zur Erleuchtung (lam rim chen mo), Essenz der Erläuterungen zu den Interpretierenden und Endgültigen Lehren (legs bshad snying po), Erläuterung des Denkens (dgongs pa gsal rab; ein Kommentar zum Madhyamakāvātāra), Große Darlegung der Stufen des Geheimen Mantra (sngags rim chen mo), Große Darlegung der fünf Stufen des Guhyasamaja (rim lnga gsal sgron).
Er übersetzte im Rahmen seiner Übersetzungstätigkeit für die Beijing Puti xuehui unter anderem auch die Abhandlung Über die Neue Demokratie (Xin minzhuzhuyi lun 新民主主义论)Über die neue Demokratie (1940), d. h. Mao Zedongs systematische Erörterung der "Neuen Demokratie". von Mao Zedong für die Staatliche Kommission für ethnische Angelegenheiten und den Nationalitätenverlag usw.
Marcus Bingenheimer weist in einer Anmerkung seiner Yinshun-Arbeit (2004) darauf hin, dass Fazun nach 1949 in der staatlich kontrollierten Chinesischen Buddhistischen Gesellschaft (Zhongguo fojiao xiehui) eine große Karriere machte und aufgrund seiner Tibetisch-Kenntnisse ein idealer Kandidat für hohe Ämter war:
Eine neuere englischsprachige Arbeit von Xianyue Wang (2021) widmet sich der Interpretation von Fazun im Kontext der chinesischen buddhistischen Reform des frühen 20. Jahrhunderts.
Schriften und Übersetzungen (Auswahl) Xizang minzu zhengjiao shi 西藏民族政教史vgl. Fazun’s Politico-Religious History of Tibet 西藏民族政教史 translated by Yang Qu (Politik- und Religionsgeschichte der Tibeter)
Übersetzungen Pusa jiepin shi 菩萨戒品释 (Tsongkhapa) Puti daocidi guanglun 菩提道次第广论 (Tsongkhapa) Mizong daocidi guanglun 密宗道次第广论 (Tsongkhapa) Jiliang lun lüejie 集量论略解
Über die Neue Demokratie / Xin minzhuzhuyi lun 新民主主义论 (Mao Zedong)
Siehe auch Sino-Tibetan Buddhist Studies Institute (Chongqing)
Lobsang Tendzin Dragpa Thaye Shi Nenghai (释能海 oder Nenghai Lama 能海剌麻, 1886–1967)
Literatur Tang Jingfu : Zhongguo Zangchuan Fojiao ming seng lu . Gansu minzu chubanshe, Lanzhou 1991 (Online – dymf.cn), S. 274–277 Lake Yixi Duojie : Zangchuan Fojiao gaoseng zhuanlüe („Kurzbiographien bedeutender Mönche des tibetischen Buddhismus“). Qinghai renmin chubanshe 2007 (Online-Teilansicht) The Princeton Dictionary of Buddhism. Robert E. Buswell Jr., Donald S. Lopez, Jr. (Hrsg.). 2013, Artikel: Fazun Charles D. Orzech (dir.), Henrik H. Sørenson et Richard K. Payne: Esoteric Buddhism and the Tantras in East Asia, Leiden, Brill, coll. « Handbook of Oriental Studies » 24, 2010, 1223 S., ISBN 978-90-04-18491-6 Françoise Wang-Toutain: « Quand les maîtres chinois s'éveillent au bouddhisme tibétain. Fazun : le Xuanzang des temps modernes », Bulletin de l'École française d'Extrême-Orient, vol. 87, no 2, 2000, S. 707–727 Todd Lewis (Hrsg.): Buddhists Understanding Buddhism Through the Lives of Practitioners. 2014 (Online-Teilansicht) Xianyue Wang: Interpreting Fazun (法尊 1902–1980) in the Context of the Chinese Buddhist Reform during the Early 20th Century. 2021 (online abrufbar am 19. Dezember 2023) Matthew Kapstein (Hrsg.): Buddhism Between Tibet and China. 2009
Dalai Lama, Thubten Chodron: Appearing and Empty. 2023 (Fazun and the Sino-Tibetan Buddhist Studies Institute in Chongqing)
Weblinks Fazun
Mixing Chinese and Tibetan Buddhism 11 Famous Monks in Modern China (Master of Dharma Zun 法尊法师)
Einzelnachweise und Fußnoten
Kategorie:Buddhistischer Geistlicher Kategorie:Person des Vajrayana-Buddhismus Kategorie:Person des tibetischen Buddhismus Kategorie:Chinese Kategorie:Geboren 1902 Kategorie:Gestorben 1980 Kategorie:Mann