Unterwürschnitz ist ein Ortsteil der Gemeinde Mühlental der 1994 gebildeten Gemeinde Mühlental im Vogtlandkreis in Sachsen. Die ehemalige Landgemeinde Unterwürschnitz mit ihrem Ortsteil Oberwürschnitz kam am 27. Januar 1994 nach Mühlental. Beide Orte wurden zu dessen Ortsteilen.
Geographie Unterwürschnitz liegt westlich von Marieney, nördlich von Elstertal und östlich von Hundsgrün im Süden des Vogtlandes und in der südlichen Mitte des Vogtlandkreises auf einer Höhe von 440 bis 510 m im Naturraum Vogtland nahe des Verlaufes der B 92. Südlich des Dorfes verläuft der Würschnitzbach.
Der Ort lässt sich in zwei Teile gliedern: Den unterhalb der Kirche liegenden, der slawischen Ursprungs ist sowie den oberhalb der Kirche gelegenen, der deutschen Ursprungs ist.
Geschichte Unterwürschnitz ist spätestens 1328 als Wirseniz erstmals erwähnt. Spätere Namensformen sind Nydern Byrsenicz (1378), Wirsnitz (1383, 1420 – 40), grossen Wirschnicz (1441), Niderwirßnicz (1445), Unnterwirsnitz (1460), Nyderwirßnitz (1467), Wirßnitz (1497), Untern Wirschnitz (1533), Unterwirßnitzs (1542), Unterwirschnitz (1640) und Unter Wierschnitz (1768). links|mini|Siegelmarke der Gemeinde Unterwürschnitz 1542 war Unterwürschnitz anteilsweise Amtsdorf, teils der Pfarre Oelsnitz und dem Deutschen Ritterorden zu Plauen zugehörig. 1378 gehörte der Ort zum castrum Voigtsberg; später zum Amt Voigtsberg im Vogtländischen Kreis und später zum Gerichtsamt Oelsnitz, der Amtshauptmannschaft Oelsnitz und dem (Land-)Kreis Oelsnitz sowie schließlich dem heutigen Vogtlandkreis. 1973 wurde Oberwürschnitz nach Unterwürschnitz eingemeindet. Diese Gemeinde ging 1994 mit den Gemeinden Hermsgrün-Wohlbach, Marieney und Tirschendorf in der Gemeinde Mühlental auf. +EinwohnerstatistikJahr1834187118901910192519391946195019641990Einwohnerzahl277338290337373351434421321313 1583 lebten im Ort 24 besessene Mann und 2 Häusler; 1764 waren es ebenso viele besessene Mann, aber 6 Häusler. 1925 waren 356 Einwohner Lutheraner, 10 Katholiken und 7 waren andersgläubig.
Das Vogtland ist eines der Gebiete in Deutschland, in denen erstmals Kartoffeln (vogtländisch Erpfel) angebaut wurde. Bereits Mitte des 17. Jahrhunderts, und damit beispielsweise vor dem Anbau in Niederauerbach, baute der Unterwürschnitzer Hans Wolf Kummerlöw „Vogtländische Knollen“ an. In Erinnerung daran wurde der Vogtländische Knollensteig angelegt.
Evangelische Pfarrkirche Im Kern ist die ev. Pfarrkirche in Unterwürschnitz eine romanische Chorturmkirche. Nach Dehios Kunstführer stammt der Chorraum aus der Zeit um 1350 und der Saal um 1750. 1838 Ist der Turmaufbau entstanden. Im Äußeren fallen der „verputzte Bruchsteinbau über [einem] langgestreckten Grundriss mit eingezogenem, gerade geschlossenem Chor“ und das steil aufsteigende Schiefersatteldach mit stehenden Gaupen auf.Werner Lutz: Ev. Pfarrkirche Unterwürschnitz. In: Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Sachsen II, Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz, bearbeitet von Barbara Becker, Wiebke Fastenrath, Heinrich Magirius u. a., München 1998, ISBN 3-422-03048-4, S. 994
Weblinks
Unterwürschnitz In: Webauftritt der Gemeinde Mühlental.
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Vogtlandkreis Kategorie:Geographie (Mühlental)