mini|Blick von Osten in den Faßlochsberg, 2023 Der Faßlochsberg ist eine Straße in Magdeburg in Sachsen-Anhalt.
Lage und Verlauf Die Straße befindet sich im Nordosten der Magdeburger Altstadt. Sie beginnt im Westen an der Neustädter Straße und verläuft von dort abfallend nach Osten in Richtung Elbe, bis sie nach etwa 180 Metern auf die Straße Altes Fischerufer trifft.
Die Hausnummerierung verläuft von der Nummer 1 am südwestlichen Ende aufwärts entlang der Südseite bis zur Nummer 11, dem Eckhaus zum Alten Fischerufer. Auf der Nordseite geht es weiter mit der Nummer 12 bis zur Nummer 35 an der Nordwestecke zur Neustädter Straße. Die Häuser auf der Nordseite sind dabei als drei Blöcke mit den Hausnummern 12 bis 19; 20 bis 25 und 26 bis 31 zusammengefasst, die lediglich ihre schmale Südseite der Straße zuwenden und lang in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet sind.
Historisch waren die Häuser auch auf der Nordseite traufständig zur Straße angeordnet. Die Hausnummerierung verlief dort von der Nummer 12 am Alten Fischerufer bis zum Eckhaus zur Neustädter Straße mit der Nummer 20. Im westlichen Teil war die Straße für die sonstigen Straßenverhältnisse der Stadt recht breit. Die Neustädter Straße verlief ursprünglich etwas weiter östlich, so dass der Faßlochsberg etwas kürzer war.
Geschichte mini|Faßlochsberg, vor 1945, Blick nach Westen auf die Jakobikirche Als ältester bekannter Name der Straße ist bereits aus dem Jahr 1280 cuvorde bzw. kovurde im Sinne von Kuhförder überliefert. Die Straße war danach als Förder, eine tief eingeschnittene beidseitig mit Futtermauern begrenzte Straße, angelegt. Der Namensbestandteil Kuh ergab sich daraus, dass durch diese Straße das Vieh hinunter zur Elbe und auf die andere Elbseite zu den Wiesenblöcken, die als Weiden der städtischen Feldflur genutzt wurden, getrieben wurde. Daher trug dieser Förder nicht wie die anderen Förder (Johannisförder und Petersförder) den Namen der zuständigen Pfarrkirche. Danach hätte die Straße Jakobsförder, nach der Jakobikirche heißen müssen. Diesen Namen trug später jedoch ein Bereich östlich der Straße an der Elbe. Im Laufe der Zeit kamen die Schreibweisen koverde, kovorde, kofurer und kofurder vor. Die Variante Kauförder (Kauh entspricht in der regionalen Mundart Kuh) ist mehrfach für das 17. Jahrhundert belegt. Der Name Kuhförder wurde dabei auch für den mittleren Teil der Neustädter Straße zwischen Wallonerberg und Kameelstraße genutzt, über den das Vieh zum heutigen Faßlochsberg getrieben wurde.
Ab etwa 1650 kam der niederdeutsche Name Im Voßloch im Sinne von Im Fuchsloch auf. Er ging auf den Namen des Hauses Zum Fuchsloch (Faßlochsberg 10/11) zurück. Es verengte die Straße dergestalt, dass man wegen der Enge von einem Fuchsloch sprach. Erstmalig 1780 wurde statt Voßloch der Name Faßloch genutzt, der sich ab Ende des 18. Jahrhunderts durchsetzte. Anfang des 19. Jahrhunderts erhielt die Straße dann den Namen Faßlochsberg.
An ihrem östlichen Ende, bei der Nummer 11, war die Straße in der Vergangenheit durch ein Tor verschlossen. Es wurde 1683 als Pforte bezeichnet.Ernst Neubauer, Häuserbuch der Stadt Magdeburg 1631–1720, Teil 1, Herausgeber: Historische Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt, Magdeburg 1931, Seite 107 f.
Im Zweiten Weltkrieg wurden die Häuser 1 bis 3 und 15 bis 20 zerstört.Günter Hammerschmidt, Häuser mit Hauszeichen in der ehemaligen Altstadt von Magdeburg, Magdeburg 2004, Seite 153 Anders als in vielen anderen Bereichen der Altstadt blieben so Teile der Vorkriegsbebauung bestehen und auch in der Zeit der DDR erhalten. So ist die Südseite von älteren Gebäuden geprägt. In der DDR entstanden auf der Nordseite drei moderne zur Straße giebelständige Blöcke mit diversen Eingängen, die vom traditionellen städtebaulichen Bild der Straße mit geschlossener Bebauung abweichen. Ein weiterer solcher Block entstand an der südwestlichen Ecke. Wohl Anfang des 21. Jahrhunderts wurde ein größerer Neubau mit zwei Eingängen an der Nordwestecke erbaut. Er nimmt wieder die ursprüngliche, geschlossene straßenbegleitende Bebauungsweise auf.
(Historische) Häuser des Faßlochsbergs Nachfolgend werden die Grundstücke des Faßlochsbergs tabellarisch aufgeführt. Dabei werden sowohl die aktuellen Grundstücke als auch ggf. davon abweichende historische Grundstücke benannt. Soweit diese sich überschneiden, sind sie ungefähr räumlich zugeordnet, wobei das jeweils räumlich zuvor beginnende Grundstück oder Element auch zuvor eingeordnet ist. Die historischen Elemente befinden sich so tatsächlich zwischen dem Beginn des vorherigen und des nachherigen heutigen Grundstücks. Aktuelle Adressen sind fett geschrieben, historische Grundstücksnummern mit (alt) oder (älter) gekennzeichnet. Darüber hinaus werden Straßeneinmündungen eingeordnet.