350px|PresleyPromo1954PhotoOnly Elvis Presley nimmt am 5. Juli im Sun Studio in Memphis den Blues-Song That’s All Right auf und beginnt damit seine Karriere als Rock-’n’-Roll-Star. 350px|Bill Haley Bill Haley & His Comets verhelfen dem Rock ’n’ Roll mit dem am 15. Mai veröffentlichten Song Rock Around the Clock zum Durchbruch. Dieser Artikel behandelt das Musikjahr 1954. mini|links|Bill Haley & His Comets – Rock Around The Clock (1954) mini|links|Bill Haley & His Comets – Shake, Rattle And Roll (1954) mini|links|The Penguins – Earth Angel (1954) mini|links|Elvis Presley – Good Rockin’ Tonight (1954) mini|links|The Chords – Sh-Boom (1954) mini|links|Bill Haley & His Comets – Thirteen Women (And Only One Man In Town) (1954) mini|links|Caterina Valente – Ganz Paris träumt von der Liebe mini|links|Bully Buhlan und Mona Baptiste – Es liegt was in der Luft (1954) mini|Fender Stratocaster (1954) mini|Les Paul und Mary Ford (1954) mini|Dave Brubeck (1954) mini|Carlo Savina (1954) mini|Harry Belafonte (1954) mini|Duke Ellington (1954) mini|Frank Sinatra (1954) mini|Carlos Montoya (1954)

Ereignisse Amerika Brasilien Das Orquestra Sinfônica do Estado de São Paulo wird gegründet.

Vereinigte Staaten von Amerika Populäre Musik 4. Januar: Elvis Presley trifft bei seinem zweiten Besuch bei Sun Records Sam Phillips an und nimmt – wieder auf eigene Kosten – die beiden Country-Songs I’ll Never Stand in Your Way und It Wouldn’t Be the Same Without You auf.Rolling Stone Rock Almanac: The Chronicles of Rock & Roll. Collier Books, MacMillan Publishing Co., New York / London, 1983, S. 6. 14. Januar: Erste dokumentierte Verwendung des Begriffs „Rock ’n’ Roll“ zur Werbung für Alan Freeds „Rock ’n’ Roll Jubillee“, das in der St. Nicholas Arena in New York City stattfindet. Zuvor hieß der Genrebegriff „Rock and Roll“. 1. Februar: Johnny Guitar Watson macht als Gitarrist mit dem avantgardistischen Track Space Guitar, das bahnbrechende Hall- und Rückkopplungs-Techniken auf der Gitarre verwendet, auf sich aufmerksam. 20. Februar: Slowly von Webb Pierce ist der erste Nr. 1-Hit in den Billboard-Country-Charts mit Begleitung durch eine Pedal-Steel-Gitarre. 15. März: The Chords nehmen den Song Sh-Boom für das Label Cat, eine Tochtergesellschaft von Atlantic Records, auf. Es ist eines der erfolgreichsten Songs der Doo-Wop-Ära. 25. März: Bei der 26. Oscarverleihung 1954 gewinnt Frank Sinatra den Oscar als bester Nebendarsteller für seine Rolle in dem Film From Here to Eternity und belebt damit seine Gesangskarriere wieder. Bei der gleichen Zeremonie wird Bing Crosby für seine Rolle in The Country Girl als bester Hauptdarsteller nominiert. 12. April: Bill Haley nimmt für Decca Records in New York City den Song Rock Around the Clock auf. Das Lied wird am 15. Mai als B-Seite von Thirteen Women (and Only One Man in Town) bei Decca Records veröffentlicht. Die Single erreicht Platz 23 der Popcharts und verkauft innerhalb kurzer Zeit 75.000 Exemplare.John Swenson: Bill Haley: The Daddy of Rock and Roll. 1983, S. 78. Zum Welterfolg wird Rock Around the Clock erst 1955 dank des Films Blackboard Jungle (deutscher Titel: Die Saat der Gewalt), in dem es zwei Mal zu hören ist. Das Lied klettert am 14. Mai 1955 für über acht Wochen auf Platz eins der US-amerikanischen Charts.Inzwischen hatte Decca die B-Seite zur A-Seite konvertiert Rock Around the Clock ist damit die erste echte Rock-&-Roll-Single, die eine Nummer-eins-Position in den US-amerikanischen Charts erreicht. 19. Juni: Das Lied I Don’t Hurt Anymore von Hank Snow and his Rainbow Ranch Boys schafft es nach 20 Wochen auf Platz 1 der Bestsellerliste. 5. Juli: Elvis Presley hat – gemeinsam mit Scotty Moore und Bill Black – seine erste kommerzielle Aufnahmesession in den Sun Studios in Memphis. Die beiden Cover-Songs That’s All Right (Mama) und Blue Moon of Kentucky aus der Aufnahmesession werden am 19. Juli als seine erste Single veröffentlicht. Die Lieder wurden ursprünglich 1946 von Arthur Crudup und 1947 von Bill Monroe und den Blue Grass Boys gesungen. Einen Monat später gibt Billboard dem Song That’s All Right (Mama) eine positive Bewertung, wobei der Rezensent Presley als „starkes neues Talent“ bezeichnet. Im September ist der Song ein Nr. 1-Hit in Memphis.Rolling Stone. Rock Almanac, S. 7–8. 30. Juli: Elvis Presley, Scotty Moore und Bill Black haben ihren ersten gemeinsamen Live-Auftritt vor größerem Publikum bei einem Freiluftkonzert in Memphis’ Amphitheater Overton Park. Auf Presleys dynamisch-erotische Bühnen-Performance, vor allem seine rhythmischen Hüft- und Beinbewegungen, reagiert das Publikum hier erstmals mit für damalige Verhältnisse ungewöhnlich lautstarker Begeisterung bis hin zu tumultartigen Szenen.Guralnick, S. 123; ferner Paul Wilders Interview mit Elvis Presley für den TV Guide, 6. August 1956, in: Jerry Osborne: Elvis Word for Word. S. 53. 2. Oktober: Elvis Presley hat seinen einzigen Auftritt in der Hörfunksendung Grand Ole Opry. Zwei Wochen später, am 16. Oktober, debütiert er beim Louisiana Hayride und tritt hier bald regelmäßig auf. Herbst: Bill Haley & His Comets machen das Lied Shake, Rattle and Roll von Big Joe Turner noch 1954 zum Millionenseller. 13. November: Eine Billboard-Umfrage unter Discjockeys ergibt, dass diese bei Radiosendern zu 42 Prozent Popmusik, zu 11 Prozent Countrymusik und zu 5 Prozent Rhythm and Blues spielen.Rolling Stone Rock Almanac, S. 9. 24. Dezember: Am Heiligabend trinkt Johnny Ace nach einem Auftritt in Houston mit zwölf anderen Personen in seiner Garderobe. Dabei spielt er immer wieder mit einem Revolver, in den er eine Patrone geladen hat, und zielt auf die Anwesenden. Als einer der Gäste den Vorschlag macht, er solle doch gefälligst auf sich selbst zielen, hält sich Ace den Revolver an die Schläfe, drückt ab und ein Schuss löst sich. Johnny Ace stirbt einige Stunden später im Krankenhaus.Lynn Ellis McCutcheon: Rhythm And Blues. An Experience And Adventure In Its Origin And Development. R.W. Beatty, Arlington VA 1971, S. 140. Ray Charles gelingt mit seiner sechsten Atlantic-Single I’ve Got a Woman, geschrieben mit seinem Trompeter Renald Richard und aufgenommen im November 1954 in Atlanta, sein erster Nummer-eins-Hit in den R&B-Charts. Oktober: The Chordettes veröffentlichen ihre Single Mr. Sandman. Der Song von Pat BallardDavid A. Jasen: A Century Of American Popular Music. 1899–1999. Routledge, New York NY 2002, S. 134. wird ihr größter Hit. Er kommt am 20. Oktober 1954 in die US-Hitparade und erreicht Platz 1,Joel Whitburn: Top Pop Records 1940–1955. Menomonee Falls, Wisconsin: Record Research, 1973, S. 13. in Großbritannien kommt die Single auf Platz 11.In Großbritannien war jedoch die Coverversion von Dickie Valentine (1929–1971) erheblich erfolgreicher. Am 22. Januar 1955 waren vier verschiedene Versionen von Mr. Sandman unter den ersten zwanzig der britischen Hitparade. Dafydd Rees, Barry Lazell, Roger Osborne: 40 Years Of NME Charts. Boxtree, London 1992, S. 19–22. Auf dieser wie auch allen anderen Plattenaufnahmen werden die Chordettes vom Archie Bleyer Orchestra begleitet. Rosemary Clooney spielt 1954 die Hauptrolle im Western-Musicalfilm Red Garters und, an der Seite von Bing Crosby und Danny Kaye, die weibliche Hauptrolle in Weiße Weihnachten. Perry Como erreicht mit Papa Loves Mambo die Nummer eins der US-Charts. Bing Crosby steht 1954 für Weiße Weihnachten von Michael Curtiz mit Danny Kaye vor der Kamera und singt hierin auch sein erfolgreichstes Lied White Christmas, das er bereits zwölf Jahre zuvor in dem Film Musik, Musik gesungen hatte. Weiße Weihnachten ist mit weitem Abstand der erfolgreichste Film des Jahres und nimmt rund 30 Millionen US-Dollar allein in den USA ein. Doris Day hat mit dem Lied Secret Love aus dem Film Schwere Colts in zarter Hand, das 1954 als Bester Filmsong mit einem Oscar ausgezeichnet wird, ihren fünften und letzten Nummer-eins-Hit. The Fontane Sisters wechseln 1954 zu Randy Woods Dot Records, wo sie mit 18 Songs die Billboard-Pop-Charts erreichen werden, darunter zehn in den Top 40. Ihre Aufnahme von Ende 1954, Hearts of Stone, verkauft sich über eine Million Mal und wird mit einer goldenen Schallplatte ausgezeichnet. The Isley Brothers machen ihre ersten Aufnahmen, auf denen zunächst nur die drei ältesten Brüder O’Kelly Jr., Rudolph und Ronald zu hören sind. The Moonglows wechseln im Oktober 1954 zu Chess Records, wo sie in ihrer ersten Session gleich 13 Songs aufnehmen. Einer von ihnen, die Fuqua-Komposition Sincerely, löst im Januar 1955 Earth Angel von den Penguins auf Platz 1 der R&B-Charts ab und kommt im nächsten Jahr bis auf Platz 20 der Pop-Charts, in den frühen 1950ern ein höchst bemerkenswerter Erfolg für eine schwarze R&B-Band. The Pinguins werden 1954 in Los Angeles gegründet und veröffentlichen ihr Lied Earth Angel. Das Stück ist einer der erfolgreichsten Doo-Wop-Titel aller Zeiten. Muddy Waters ist mit dem Lied I’m Your Hoochie Coochie Man erfolgreich.

Jazz 17./18. Juli: Das von George Wein initiierte 1. Newport Jazz Festival findet in Newport im US-Bundesstaat Rhode Island statt: Am ersten Tag treten Sten Kenton, Eddie Condon, Lee Wiley, das Modern Jazz Quartet, das Dizzy Gillespie Quintet, das Gerry Mulligan Quartet, Billie Holiday und das Oscar Peterson Trio auf. Am zweiten Tag spielen das Oscar Peterson Trio, Johnnie Smith, das Dizzy Gillespie Quintet, Bill Harris, das George Shearing Quintet, Lennie Tristano mit Lee Konitz, Ella Fitzgerald, das Gene Krupa Trio, Erroll Garner, und es gibt ein Tribute-Konzert für Count Basie. September: Nat King Cole hat einen Hit mit Charlie Chaplins Komposition Smile, die dieser 1936 für seinen Spielfilm Moderne Zeiten komponiert hatte. 8. November: Nach der Veröffentlichung seines Albums Jazz Goes to College wird Dave Brubeck auf dem Cover des Time-Magazins abgebildet. Der Begleitartikel beschreibt Brubeck als „den aufregendsten neuen Jazz-Künstler der Gegenwart“. Im November 1954 bzw. Februar 1955 spielt Art Blakey im Horace Silver Quintet, bestehend aus Horace Silver, Kenny Dorham, Hank Mobley und Doug Watkins. Diese Konstellation stellt die Urbesetzung der Jazz Messengers dar. Miles Davis kann bei Capitol Records eine EP in der Reihe Classics in Jazz veröffentlichen. Alle acht Tracks des Albums, die für den Übergang zu einer harmonisch reicheren Musik stehen, wurden 1957 auf Birth of the Cool wiederveröffentlicht. Ella Fitzgerald wird aufgrund der damaligen Rassentrennung, trotz ihrer Erfolge, immer noch bei vielen Auftritten ausgegrenzt. Marilyn Monroe, die ein großer Fan von ihr ist, sorgt mit ihrer Bekanntheit 1954 dafür, dass sie endlich für große Bühnen gebucht wird, und hilft dadurch entscheidend zu ihrem endgültigen Durchbruch als Jazz-Star mit. Horace Silver komponiert Nica’s Dream. Der Titel ist eine Reverenz an die Freundin und Mäzenin der damaligen Jazzszene, Pannonica de Koenigswarter, genannt „Nica“. Frank Sinatra veröffentlicht seine Songs for Young Lovers. Sarah Vaughan nimmt 1954 ihr Album Sarah Vaughan with Clifford Brown auf, das von vielen Jazzkritikern als Höhepunkt ihrer künstlerischen Laufbahn angesehen wird. Das Modern Jazz Quartet gewinnt 1954 die Down-Beat-Kritiker-Umfrage für die beste Combo-Einspielung des Jahres.

Klassische Musik 1. April: Uraufführung der Oper The Tender Land von Aaron Copland an der City Centre Opera in New York City. 4. April: Arturo Toscanini dirigiert in der Carnegie Hall in New York City sein letztes öffentliches Konzert. Es wird durch Toscaninis Blackout während des Konzerts – er hört für eine Minute zu dirigieren auf und hält sich eine Hand vor die Augen – zu einer berühmten Aufführung. 13. Mai: Uraufführung des Musicals The Pajama Game, zu dem Richard Adler und Jerry Ross die Musik sowie George Abbott und Richard Bissell das Libretto schrieben.