mini|John Williams, 2011rahmenlos|hochkant|klasse=skin-invert-image|Signatur John Towner Williams, KBE (* 8. Februar 1932 in Flushing, Queens, New York City) ist ein US-amerikanischer Komponist, Dirigent und Produzent von Film- und Orchestermusik. Der mehrfache Oscar- und Grammy-Gewinner zählt seit den 1970er Jahren zu den weltweit bekanntesten, erfolgreichsten und einflussreichsten Filmkomponisten. Er arbeitete mit Regisseuren wie Steven Spielberg (u. a. Der weiße Hai, Indiana Jones, E.T. – Der Außerirdische, Schindlers Liste, Jurassic Park, Der Soldat James Ryan, A.I. – Künstliche Intelligenz, Minority Report, Catch Me If You Can), George Lucas (Star Wars) und Alfred Hitchcock (Familiengrab) zusammen. Ebenso komponierte er die Musik zu den ersten drei Filmen der Harry-Potter-Reihe. Mit seinem Album The Berlin Concert erreichte er im Alter von 90 Jahren zusammen mit den Berliner Philharmonikern Platz 1 der deutschen Albumcharts.
Leben und Wirken mini|John Williams, September 2007 20. Jahrhundert John Williams wurde als Sohn eines Orchestermusikers im New Yorker Stadtbezirk Queens im Stadtteil Flushing geboren. Bereits im Alter von drei Jahren erlernte er das Notenlesen. Er wuchs in New York auf und zog 1948 mit seiner Familie nach Los Angeles, wo er die University of California besuchte und bei Mario Castelnuovo-Tedesco Komposition studierte. Nachdem er seinen Wehrdienst bei der US Air Force absolviert hatte, zog Williams zurück nach New York. Dort besuchte er die Juilliard School, an der er bei Rosina Lhévinne Klavier studierte. Nebenbei arbeitete er in New York als Jazz-Pianist. Bereits 1951 erschien seine erste Klaviersonate. Es folgten weitere klassische Werke. In den folgenden Jahren arbeitete er unter anderem auch für das US-Fernsehen und für verschiedene Hollywood-Produktionen, zunächst unter dem Namen Johnny Williams.
Von 1956 bis zu ihrem Tod 1974 war John Williams mit der Schauspielerin und Sängerin Barbara Ruick verheiratet. Dieser Ehe entstammen drei Kinder: Jennifer (* 1956), Mark (* 1958) und Joseph Williams (* 1960), der ebenfalls Filmmusikkomponist und von 1986 bis 1989 und seit 2010 der Sänger der US-amerikanischen Band Toto ist. Seit 1980 ist John Williams in zweiter Ehe mit Samantha Winslow verheiratet.
Seinen Durchbruch hatte er 1972 mit der Musik zu dem Katastrophenfilm Die Höllenfahrt der Poseidon (The Poseidon Adventure). Noch größere Bekanntheit erlangte er jedoch mit Der weiße Hai (Jaws, 1975) und schließlich mit Krieg der Sterne (Star Wars, 1977). Für beide erhielt er den Oscar.
Der Regisseur Steven Spielberg vermittelte John Williams an seinen Freund, den Regisseur George Lucas. Lucas arbeitete gerade an dem ersten Star-Wars-Film, für den Williams schließlich die – 1978 mit dem Oscar prämierte – Filmmusik schrieb. Auch die Filmmusik zu allen weiteren Star-Wars-Teilen (außer The Clone Wars, Rogue One: A Star Wars Story und Solo: A Star Wars Story) inklusive der „Prequel-Trilogie“ (Episoden I – III) und der „Sequel-Trilogie“ (Episoden VII – IX) stammt aus seiner Feder. Die Soundtrack-CDs gehören zu den erfolgreichsten der Filmmusikgeschichte, Stücke wie die Titelmelodie oder der „Imperial March“ sind auch über Fankreise hinaus bekannt. Siehe auch: → Star-Wars-Soundtrack
Im Jahr 1993 komponierte John Williams den Score zum Film Schindlers Liste. Weil er sehr beeindruckt von dem Film war, traute sich Williams zunächst nicht, die Filmmusik zu schreiben. Er sagte zu Spielberg: „Du benötigst einen besseren Komponisten für diesen Film, als ich es bin.“ Darauf antwortete Spielberg: „Ich weiß, aber die sind alle tot.“American Film Institute: AFI’s Master Class: The Art of Collaboration – Steven Spielberg & John Williams. Turner Classic Movies, 2011, DVD. Zitiert nach Nigel Morris (Hrsg.): A Companion to Steven Spielberg. John Wiley & Sons, 2017, ISBN 978-1-118-72691-4.
21. Jahrhundert mini|John Williams dirigiert den Score zu Jäger des verlorenen Schatzes Williams wurde 2001 vom Regisseur Chris Columbus gebeten, die Filmmusik zu dem ersten Harry-Potter-Film Harry Potter und der Stein der Weisen zu schreiben. Williams komponierte für diesen Film unter anderem „Hedwigs Thema“, das weltbekannt wurde. Auch die zwei folgenden Harry-Potter-Verfilmungen wurden von Williams vertont. Danach stieg er aus dem Projekt aus. Grund dafür war die Arbeit an Die Geisha.
Im Jahre 2002 schrieb Williams vier Filmmusiken: Catch Me If You Can, Star Wars: Episode II, Minority Report und Harry Potter und die Kammer des Schreckens. In Catch Me If You Can verwendete Williams erstmals in seiner Filmmusikgeschichte mit Steven Spielberg Jazz-Elemente. Spielberg betrachtete dies als Geburtstagsgeschenk, weil dieser Film die 20. Zusammenarbeit zwischen dem Regisseur und dem Komponisten darstellte.
2008 erschien der Soundtrack zum vierten Indiana-Jones-Film Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels. 2009 schrieb John Williams für die Fernsehserie Great Performances die Titelmusik, für die er im selben Jahr einen Emmy gewann. Im selben Jahr begann Williams seine Arbeit an Spielbergs Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn, der im Oktober 2011 erschien. Dies ist der erste animierte Film, an dem Williams beteiligt war. Zudem arbeitete Williams hier erstmals mit Peter Jackson zusammen, dem Produzenten des Films.
2011 komponierte Williams die Filmmusik zu Spielbergs Gefährten und 2012 für Spielbergs Lincoln. 2013 arbeitete er erstmals seit 2005 wieder mit einem anderen Regisseur als Spielberg zusammen: Er vertonte Die Bücherdiebin des Regisseurs Brian Percival. Der Film ist eine amerikanisch-deutsche Koproduktion, an der das Studio Babelsberg maßgeblich beteiligt war. Williams arbeitete 2015 am siebten Teil der Star-Wars-Reihe Star Wars: Das Erwachen der Macht, der unter der Regie von J. J. Abrams entstand.
Für Spielbergs 2015 erschienenen Film Bridge of Spies – Der Unterhändler stand Williams aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Verfügung. Dies hatte zur Folge, dass Thomas Newman als Komponist verpflichtet wurde. Dieser Spielberg-Film ist somit der erste seit dreißig Jahren (zuletzt Die Farbe Lila, 1985), dessen Filmmusik nicht von John Williams stammt. 2016 setzten Williams und Spielberg aber ihre Zusammenarbeit mit dem Film BFG – Big Friendly Giant wieder fort.
Steven Spielberg und John Williams Williams und Spielberg sind seit 1974 eng befreundet. In diesem Jahr arbeiteten sie gemeinsam an dem Film Sugarland Express, der beiden den Durchbruch brachte. Seit Der weiße Hai (1975) ist Williams Spielbergs bevorzugter Komponist, er vertonte mit Ausnahme von Die Farbe Lila (1985), Bridge of Spies – Der Unterhändler (2015) und Ready Player One (2018)Collider, 10. Juli 2017. (englisch). sämtliche Filme von Spielberg. Der Film Die Verlegerin aus dem Jahr 2017 war die 29. Zusammenarbeit von Williams und Spielberg. Williams wird seit Jahrzehnten regelmäßig vom Tonmeister Shawn Murphy unterstützt.
Allgemeines mini|hochkant|John Williams, 2006 In seiner Arbeit für Hollywood zeigt sich Williams’ Vielseitigkeit; 2005 komponierte Williams Musik für vier Filme, die dies unter Beweis stellt: Star Wars: Episode III, Krieg der Welten, Die Geisha und München. Seine Musik ist mit wenigen Ausnahmen (z. B. Jane Eyre (1970), Stanley & Iris (1990) oder Die Asche meiner Mutter (1999)) aufwendig orchestriert.
Neben seinen Filmmusiken komponierte Williams zwei Sinfonien, mehrere Solokonzerte sowie diverse kürzere Stücke für Orchester bzw. Ensembles. Ebenfalls aus seiner Feder stammt das Musical Thomas and the King (1975) über Thomas Becket und König Heinrich II. von England.
Für die Zeremonie zur Vereidigung Barack Obamas zum 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten am 20. Januar 2009 schrieb er das Quartett Air and Simple Gifts. Es wurde von Itzhak Perlman (Geige), Yo-Yo Ma (Cello), Gabriela Montero (Klavier) und Anthony McGill (Klarinette) aufgeführt. Die Komposition setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Das so genannte „Air“-Thema und das „Simple Gifts“-Thema. Das Stück ist angelehnt an die Shaker-Hymne von Joseph Brackett.
Viermal schrieb Williams Fanfaren für Olympische Spiele, „Los Angeles Olympic Theme“ für die Sommerspiele 1984 in Los Angeles (später auch als „Olympic Fanfare and Theme“ bekannt), „Olympic Spirit“ für die Sommerspiele 1988 in Seoul, „Summon the Heroes“ für die Sommerspiele 1996 in Atlanta und „Call of the Champions“ für die Winterspiele 2002 in Salt Lake City. 2003 wurde er dafür mit dem Olympischen Orden ausgezeichnet.Meldung, 1. Mai 2003. IOC (englisch).
Die Musik der US-Nachrichtensendung NBC News, The Mission, ist von Williams komponiert, ebenso die Musik für das Firmenlogo von DreamWorks SKG.
2011 wurde die Steven Spielberg Stage in Los Angeles nach Williams in John Williams Scoring Stage umbenannt.John Williams Scoring Stage Unveiled. Film Music Society; abgerufen am 30. April 2011.
Williams war von 1980 bis 1993 Dirigent des Boston Pops Orchestra und ist inzwischen dessen Ehrendirigent. Darüber hinaus gibt er regelmäßig Gastspiele bei amerikanischen Orchestern. Nachdem John Williams in einem Interview als Herzenswunsch geäußert hatte, einmal mit den Wiener Philharmonikern musizieren zu wollen, wurde er vom Vorstand des Orchesters als Dirigent zu einer Aufführung seiner Kompositionen nach Wien eingeladen. Nach krankheitsbedingten Absagen fand das Konzert am 18. und 19. Januar 2020 im goldenen Saal des Wiener Musikvereins mit Anne-Sophie Mutter als Solistin statt.
Vom 14. bis zum 16. Oktober 2021 gab John Williams sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern im großen Saal der Berliner Philharmonie. Damit ist er mit 89 Jahren der älteste Debütant an diesem Dirigentenpult. Es war sein erster Besuch in Berlin. Im Februar 2022 erreichte Williams mit der Aufnahme des Konzertes zum ersten Mal den ersten Platz der deutschen Albumcharts.
Filmografie (Auswahl)
Diskografie
Alben
Lieder
Auszeichnungen für Musikverkäufe Silberne Schallplatte
1977: für das Album Greatest Hits 1978: für das Album Best Of Friends 1981: für das Album Deer Hunter 2013: für das Album The Best Of 2016: für das Album Greatest Hits 1969–1999 2023: für das Lied Theme From Schindler’s List 2023: für das Lied Somewhere In My Memory 2025: für das Lied Theme From Jurassic Park
Goldene Schallplatte
1999: für das Album Star Wars: Episode I – The Phantom Menace 2001: für das Album Greatest Hits
2025: für das Lied Carol of the Bells ifpi.gr, abgerufen am 11. Dezember 2025 (englisch).
1999: für das Album Star Wars: Episode I – The Phantom Menace 2002: für das Album Harry Potter and the Philosopher’s Stone 2003: für das Album Harry Potter and the Chamber of Secrets
2025: für das Lied Carol of the Bells
1999: für das Album Stepmom
1978: für das Album Close Encounters of The Third Kind 1980: für das Album Star Wars – The Empire Strikes Back 2026: für das Lied Duel of the Fates 2026: für das Lied The Imperial MarchPlatin-Schallplatte
1999: für das Album Star Wars: Episode I – The Phantom Menace
1977: für das Album Star Wars
2× Platin-Schallplatte
1999: für das Album Star Wars: Episode I – The Phantom Menace
Konzertarbeiten mini|Williams beim Dirigieren in der Hollywood Bowl Konzerte 1969: Concerto for Flute and Orchestra 1976: Concerto for Violin and Orchestra 1985: Concerto for Tuba and Orchestra 1991: Concerto for Clarinet and Orchestra 1993: Concerto for Bassoon and Orchestra 1994: Concerto for Cello and Orchestra 1996: Concerto for Trumpet and Orchestra 1997: Elegy for Cello and Piano 2000: TreeSong 2002: Heartwood 2003: Concerto for Horn and Orchestra 2007: Duo Concertante for Violin and Viola 2009: Concerto for Viola and Orchestra 2009: On Willows and Birches, for Harp and Orchestra 2011: Concerto for Oboe and Orchestra 2011: Quartet La Jolla for violin, cello, clarinet and harp 2012: Rounds for solo guitar