mini|Mittlere Panzerkompanie des 11. Panzerregiments auf Shumushu/Kurilen mit Typ 97 Mittleren Panzern Chi-Ha beider Versionen Die Liste von Kettenfahrzeugen der Streitkräfte des Japanischen Kaiserreiches führt Kettenfahrzeuge und Halbkettenfahrzeuge des Kaiserlichen Japanischen Heeres und der Kaiserlichen Japanischen Marine sowie deren verbundenen Organisationen bis 1945 auf.

Geschichte Die Geschichte der japanischen Kettenfahrzeuge beginnt im Jahre 1917, als japanische Militärbeobachter in Frankreich die Wirkungen und Schwächen der französischen und britischen Modelle auf den französischen Gefechtsfeldern beobachteten. Die bis Kriegsende verwendeten Fahrzeuge wurden im Wesentlichen als wirkungsvoll aber noch nicht ausgereift betrachtet. Zugleich war bekannt, dass solche Fahrzeuge zur Entwicklung und Herstellung eine industrielle Basis benötigten, die Japan zu dieser Zeit noch nicht vorweisen konnte. Entsprechend wurden gegen Ende des Krieges nur einige Fahrzeuge aus britischer Produktion als Technologieträger und zu Werbezwecken erworben. 1919 kamen einige französische Fahrzeuge von Renault dazu. Zudem wurden in den USA schwere Vollkettenzugmaschinen der Firma Holt geordert und getestet.

Mitte der 1920er Jahre wurde weltweit nach neuen Entwicklungen gesucht, jedoch sperrten sich alle angefragten Nationen aus Gründen der nationalen Sicherheit, ihre wenigen Neuentwicklungen nach dem Ersten Weltkrieg weiterzugeben. Es konnten lediglich privatrechtliche Verträge mit den Rüstungsfirmen Vickers und Renault über eine entsprechende Zusammenarbeit geschlossen werden. 1925 sah sich die Armeeführung daher vor dem Problem, international den Anschluss an aktuelle Panzerentwicklungen verlieren zu können. Sie gab daher trotz einiger Zweifel an der Durchführbarkeit dem Drängen des Heerestechnischen Instituts für Panzerentwicklung nach, das einen eigenen Panzertypen zusammen mit der im Schiffs- und Fahrzeugbau bereits involvierten Schwerindustrie (insbesondere Mitsubishi Jidōsha Kōgyō und Ishikawajima Jidōsha Seisakusho) entwickeln wollte. Das Ergebnis war 1926 der schwere Mehrturmpanzer Experimentalpanzer Nr. 1, der nahezu alle Vorgaben erfüllte und bei der Heeresführung aufgrund überraschend guter Geländegängigkeit großes Aufsehen erregte. Nahezu zeitgleich bot Vickers sein von der britischen Armee abgelehntes Panzermodell Mark C zum Kauf an, von dem ein Exemplar erworben wurde. Damit hatte man ein modernes ausländisches Fahrzeug zum Vergleich zur Verfügung. mini|Typ 89 Mittlerer Panzer I-Gō der niederländischen Streitkräfte auf Java 1947 Die Heeresführung entschloss sich 1928, einer eigenen Entwicklung eine weitere Chance zu geben. Ergebnisse waren der Typ 89 Mittlere Kampfpanzer sowie ein amphibischer Halbketten-Panzerwagen für Aufklärungszwecke. Letzterer konnte nicht überzeugen, aber der Typ 89 I-Gō wurde der erste in Serie gefertigte Panzer Japans. Er wurde auch nach Kriegsende noch bis 1947/48 durch französische und niederländische Truppen in Südostasien zur Aufstandsbekämpfung eingesetzt.

Ab 1931 sah das japanische Heer schließlich die Zeit für eine generelle Mobilisierungsoffensive bei Motorfahrzeugen für gekommen. So entstanden bis 1933 bei Ishikawajima, Mitsubishi und Tōkyō Gasu Denki Kabushiki kaisha verschiedene Kettenfahrzeuge vor allem im Bereich Zugmaschinen und auch der Typ 92 schwere Panzerwagen. Um international auf dem Laufenden zu bleiben wurden darüber hinaus greifbare ausländische Kettenfahrzeuge erworben und intensiv getestet. Im Ergebnis entstanden Mitte der dreißiger Fahrzeuge wie die Typ 94 TK Tankette, der Typ 95 leichte Panzer Ha-Gō und die schweren Mehrturmpanzer Typ 91 und Typ 95. Außerdem wurden erste Spezialfahrzeuge für die Pionier- und Eisenbahntruppen wie der modular erweiterbare Pionierpanzer SS-Ki und der Typ 95 Eisenbahnpanzerwagen So-Ki entwickelt und gefertigt. Die Einführung von Dieselmotoren und die beginnende Standardisierung von Bauteilen halfen, kriegswichtige Materialien zu sparen und die Versorgung zu erleichtern.

Weitere Spezialfahrzeuge entstanden ab 1937. Nach der Entwicklung des Typ 97 Mittleren Panzers Chi-Ha 1937/38 gab man sich im Bereich Kampfpanzer jedoch zunächst mit den vorhandenen Fahrzeugen zufrieden. Verschiedene neue Fahrzeuge und Weiterentwicklungen wurden ignoriert und neue Entwicklungen zurückgestellt. Hintergrund waren vor allem die steigenden Ausgaben im neu begonnenen 2. Chinesisch-Japanischen Krieg, die auch das 1937 massiv vergrößerte Budget schließlich nahezu ausreizten, und der sich immer stärker abzeichnende Mangel an Rohstoffen. Nicht zu unterschätzen ist auch das fehlende Verständnis des Offizierskorps für die Möglichkeiten von Panzern auf den kommenden Gefechtsfeldern, die im Dritten Reich und der Sowjetunion entwickelt wurden. Zudem erwiesen sich die vorhandenen Modelle in China als absolut ausreichend gegen den nur schlecht mit Panzerabwehrwaffen und mit nur sehr wenigen Panzern ausgestatteten Gegner. Erst die sich zuspitzenden Grenzkonflikte mit der Sowjetunion machten 1939 deutlich, dass man gegen die moderneren, zeitgenössischen Panzer mit den vorhandenen Modellen nicht würde bestehen können. Eine erste Lösung war es, die Panzertruppe durch die Einführung von stärker bewaffneten Kanonenpanzern zur Nahunterstützung und Panzerabwehr schlagkräftiger zu machen.

Im Bereich Spezialpanzer und Sonder-Kettenfahrzeugen konnten bis Anfang der vierziger Jahre weitere Fortschritte gemacht werden, die zu damals modernen Konzepten und Fahrzeugen führten. Zudem wurden geschützte Transportfahrzeuge für Nachschub- und Mannschaftstransport entwickelt.

Die Kriegslage und zunächst illusorische Vorgaben verzögerten dann die Entwicklung modernerer Waffen und Panzer insbesondere zur Panzerabwehr ab 1940. Schon mit dem Auftauchen der amerikanischen leichten Panzer M3 1941/42 auf den Philippinen war klar, dass man in den Bereich Panzerentwicklung und -bau deutlich mehr investieren und pragmatischer handeln muss. Jedoch war die heimische Industrie da bereits an den Grenzen der Möglichkeiten und es dauerte bis 1943, bis erste neue Modelle in Fertigung gehen konnten. Die Entwicklung einer Generation schlagkräftiger, neuer Panzer konnte auch erst 1943 beginnen und war aufgrund der sich zuspitzenden Lage bis Kriegsende nicht abgeschlossen. Letztlich erreichten nur der Typ 4 Chi-To und einige modernere Selbstfahrlafetten bis Mitte 1945 noch Serienreife. Jedoch war aufgrund der Zerstörungen durch die alliierten Luftwaffen und dem zu der Zeit massiven Rohstoffmangel eine Serienfertigung nahezu ausgeschlossen.

Die japanische Marine hat insbesondere bedingt hochseetaugliche, amphibische Panzer entwickelt und eingesetzt. Ab 1943 wurde zudem ein Kampfunterstützungspanzer und 1945 schließlich noch eine improvisierte Selbstfahrlafette zur Basisverteidigung in Japan gefertigt.

Nach Kriegsende wurden von einigen in Japan erbeuteten Kettenfahrzeugen Ansichtsexemplare in die USA verschifft und der Rest zumeist in Seen und im Meer versenkt. Einige wenige Fahrzeuge wurden demilitarisiert und für zivile Zwecke weiterverwendet.

Bezeichnungen mini|Typ 97 Kabelleger, Spezialpanzer für die Nachrichtentruppe Im Kaiserlich-Japanischen Heer hatte sich früh durchgesetzt, dass ausschließlich nur die Panzertruppe der Benennung nach „Panzer“ erhielt. Andere Truppengattungen bekamen nur „Panzerfahrzeuge“ beziehungsweise „gepanzerte Fahrzeuge“, „Waffenträger“ „Arbeitsfahrzeuge“ oder „gepanzerte Transportfahrzeuge“. Daher wurden die amphibischen Fahrzeuge und Panzer der Marine auch als „Spezial-Motorbarkassen“ bezeichnet.

Zunächst wurden Fahrzeuge nach ihren Herstellerfirmen oder ihren Benennungen im Herkunftsland benannt. Gegebenenfalls wurden die Zusätze „Erster Typ“ und „Zweiter Typ“ verwendet.

Ab 1930 wurden die Fahrzeugnamen um die Jahreszahl aus dem Kōki-Kalender erweitert, in dem sie entweder offiziell eingeführt oder (ab etwa 1940) in dem die Entwicklung begann. Ältere Fahrzeuge wurden aber nicht umbenannt. Zudem kam bei vielen Typen eine Kurzbezeichnung hinzu, die das Fahrzeug genauer bezeichnete. Diese hatte bei Kampffahrzeugen überwiegend eine logische Abfolge, während bei Unterstützungsfahrzeugen meist fahrzeugeigene Entwicklungsnamen oder Suggestivnamen verwendet wurden. Sonderfahrzeuge erhielten keine Jahreszahl, sondern wurden entsprechend der Aufgabe benannt.

Die normale Benennung folgte damit dem Schema: Jahreszahl – 式 (shiki) = „Typ“ – Art des Fahrzeugs – gegebenenfalls die Kurzbezeichnung (In Japan ist es üblich, die Zahl vor „Typ“ zu schreiben. In der westlichen Literatur ist dies aus sprachlichen Gründen umgekehrt worden, so dass dort immer „Typ“ vor der Jahreszahl auftaucht)

Beispiele: 九七式中戦車 チハ = Typ 97 Mittlerer Panzer Chi-Ha 四式戦車 チト = Typ 4 Panzer Chi-To 装甲作業機 SS機 = Gepanzertes Arbeitsfahrzeug SS-Ki

Vollketten-Zugmaschinen erhielten zudem offiziell noch das Eigengewicht in die Bezeichnung eingearbeitet:

Beispiel: 九八式四屯牽引車 シケ = Typ 98 4t-Vollketten-Zugmaschine Shi-Ke

Panzerwagen und Tanketten Nach den japanischen Benennungsvorgaben wurden Fahrzeuge bis 5t Gefechtsgewicht als Panzerwagen oder Tanketten bezeichnet. In den 1930er Jahren entwickelte das japanische Heer in dieser Kategorie verschiedene leichte Panzerfahrzeuge zu Transport- und Aufklärungszwecken. Diese wurden auch Basis für eine Reihe leichter Unterstützungsfahrzeuge für unterschiedliche Aufgabenbereiche. Im Einsatz wurden diese Fahrzeuge von den Fronttruppen auch immer wieder als Ersatz für nicht vorhandene Kampfpanzer verwendet, obwohl weder Bewaffnung noch Panzerung dafür ausgelegt waren.

Panzerwagen und Tanketten dienten zudem als Basis für mehrere Spezialfahrzeuge und Waffenträger.

Bezeichnung Bild Beschreibung Saint-Chamond modèle 1921 100px|Saint-Chamond Räder-Raupen-Fahrzeug

französisches leichtes Räder-Raupen-Panzerfahrzeug mit Maschinengewehrbewaffnung für Aufklärungszwecke. Ein Fahrzeug wurde 1924 zu Testzwecken erworben und intensiv getestet. Das Konzept wurde als zu komplex abgelehnt. Typ Ka MG-Fahrzeug 100px|Typ Ka MG-Fahrzeug

britisches leichtes Panzerfahrzeug von 1930 mit Maschinengewehrbewaffnung für Aufklärungszwecke. Das japanische Heer erwarb 1929 ein Fahrzeug für Testzwecke. 4 weitere Fahrzeuge wurden 1930 von der Marine erworben und zum Schutz japanischer Niederlassungen in Shanghai eingesetzt. Typ 92 schwerer Panzerwagen 100px|Typ 92 schwerer Panzerwagen

leichtes Vollketten-Panzerfahrzeug mit Maschinengewehrbewaffnung für Aufklärungszwecke. Im Einsatz erwies sich die Verschweißung von Walz- und Gussstahl-Panzerungselementen als fehleranfällig. Bei Belastung brachen immer wieder Schweißnähte.Typ 94 Spezial-Zugmaschine TK 100px|Typ 94 TK späte Version

leichtes Vollketten-Panzerfahrzeug mit Maschinengewehrbewaffnung zum Einsatz als Transport- und Zugmaschine. Die Fahrzeuge wurden von den Fronteinheiten oft auch als leichte Panzer verwendet, obwohl sie dafür im Hinblick auf Panzerung und Bewaffnung eigentlich ungeeignet waren Typ 97 Tankette Te-Ke 100px|Typ 97 Te-Ke

leichtes Vollketten-Panzerfahrzeug mit Kanonen- oder Maschinengewehrbewaffnung zum Einsatz als Aufklärungsfahrzeug

Leichte Panzer