Der Landkreis Münden war ein Landkreis im Süden Niedersachsens, der von 1885 bis 1972 bestand. Namensgeber und Verwaltungssitz war die Stadt Münden, zur besseren Unterscheidung von Minden häufig Hannoversch Münden genannt.

Geographie Der Landkreis grenzte Anfang 1972 im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Northeim und Göttingen (beide in Niedersachsen), an die Landkreise Witzenhausen und Kassel, an die kreisfreie Stadt Kassel sowie an den Landkreis Hofgeismar (alle in Hessen).

Geschichte Lage des Kreises Münden in derProvinz Hannover (1905) 300px Der Kreis entstand 1885 im Zuge einer Neugliederung der preußischen Provinz Hannover aus dem alten Amt Münden, der bis dahin selbständigen Stadt Münden sowie der Gemeinde Meensen und dem Gutsbezirk Ellerode des alten Amts Reinhausen.Kreisordnung für die Provinz Hannover (1884)

Am 1. Januar 1973 ging der Landkreis im Rahmen der kommunalen Gebietsreform in Niedersachsen mit den Landkreisen Göttingen und Duderstadt im neu gebildeten Landkreis Göttingen auf.

Das Kreisgebiet des Landkreises Münden hat für einige Institutionen, die die Kreisauflösung überdauert haben, auch weiterhin Bestand und wird als „Altkreis Münden“ bezeichnet. Zum Beispiel beziehen sich der Schulbezirk des Grotefend-Gymnasiums Münden, der Naturpark Münden, das Verbreitungsgebiet der HNA Mündener Allgemeine noch auf das alte Kreisgebiet.

Anmerkung zum Namen Der Name des Landkreises lautete „Münden“, die Kreisstadt wurde inoffiziell „Hannoversch Münden“ genannt, seit 1991 heißt sie „Hann. Münden“.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1885 22.086 1905 26.530 1925 27.738 1933 29.033 1939 31.081 1946 44.382 Jahr EinwohnerStatistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1973 1950 47.686 1956 44.025 1961 44.189 1970 44.361 1971 44.000

Politik

Landräte 1885–1899 Wilhelm von Düring (seit 1881 Amtmann des Kreises als Nachfolger von Gustav Scharlach) 1900–1929 Hans von Stockhausen 1930–1932 Reinhard Weber 1934–1939 Albert Wirsel 1940–1945 Hermann Kratzin 1945–1946 Rudolf Haarmann 1948–19xy Gerhard Werner 19xy–1972 Fritz Michalski

Gemeinden

Die folgende Liste enthält alle Gemeinden, die dem Landkreis Münden angehörten, mit ihrer Einwohnerzahl von 1961 sowie alle Eingemeindungen:territorial.de: Landkreis MündenNiedersächsisches Landesverwaltungsamt (Hrsg.): Gemeindestatistik Niedersachsen 1960/61. Teil 1: Bevölkerung und Erwerbstätigkeit, Hannover 1964. GemeindeEw.1961eingemeindetnachDatum derEingemeindung Barlissen 253 Jühnde 1. Januar 1973 Benterode 642 Staufenberg 1. Januar 1973 Blume Münden 1915 Bördel 162 Dransfeld 15. Juli 1968 Bonaforth 683 Münden 1. Januar 1973 Bühren 649 Bursfelde 92 Hemeln 15. Juli 1968 Dahlheim 214 Uschlag 1. Juli 1965 Dankelshausen 348 Scheden 1. Januar 1973 Dransfeld, Stadt 2.572 Ellershausen bei Münden 310 Niemetal 1. Januar 1973 Escherode 571 Uschlag 1. Februar 1971 Gimte 960 Münden 1. Januar 1973 Hedemünden 1.742 Münden 1. Januar 1973 Hemeln 912 Münden 1. Januar 1973 Imbsen 345 Niemetal 1. Januar 1973 Jühnde 784 Landwehrhagen 1.489 Staufenberg 1. Januar 1973 Laubach 356 Münden 1. Januar 1973 Lippoldshausen 711 Münden 1. Januar 1973 Löwenhagen 272 Niemetal 1. Januar 1973 Lutterberg 830 Staufenberg 1. Januar 1973 Meensen 451 Scheden 1. Januar 1973 Mielenhausen 420 Münden 1. Januar 1973 Münden, Stadt20.210 Niederscheden 460 Scheden 1. April 1964 Nienhagen 290 Staufenberg 1. Januar 1973 Oberode 778 Münden 1. Januar 1973 Oberscheden 910 Scheden 1. April 1964 Ossenfeld 149 Dransfeld 1. Januar 1973 Scheden Sichelnstein 364 Staufenberg 1. Januar 1973 Speele 940 Staufenberg 1. Januar 1973 Spiekershausen 543 Staufenberg 1. Januar 1973 Uschlag 1.539 Staufenberg 1. Januar 1973 Varlosen 443 Niemetal 1. Januar 1973 Varmissen 176 Dransfeld 1. Januar 1973 Volkmarshausen 807 Münden 1. Januar 1973 Wiershausen 789 Münden 1. Januar 1973

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen HMÜ zugewiesen. Es leitet sich von der ehemaligen Kreisstadt Hannoversch Münden bzw. Hann. Münden ab und wurde bis zum 31. Dezember 1972 ausgegeben. Seit dem 15. November 2012 ist es aufgrund der Kennzeichenliberalisierung im Landkreis Göttingen erhältlich (mit Ausnahme der Kreisstadt, die über eine eigene Zulassungsstelle verfügt).

Literatur Iselin Gundermann, Walther Hubatsch: Grundriß der deutschen Verwaltungsgeschichte 1815–1945. Reihe A, Band 10: Hannover. Herder-Institut, Marburg (Lahn) 1981, ISBN 3-87969-125-8, S. 595–598.

Weblinks Wappen des Landkreises Münden

Einzelnachweise

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