mini|hochkant|Thomas Bareiß (2020)rahmenlos|168px|zentriert|klasse=skin-invert-image|Unterschrift von Thomas Bareiß Thomas Bareiß (* 15. Februar 1975 in Albstadt-Ebingen) ist ein deutscher Politiker (CDU). Er ist seit 2005 Mitglied des Deutschen Bundestages und war von 2018 bis 2021 im Kabinett Merkel IV Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie sowie Beauftragter der Bundesregierung für Tourismus. Von 2020 bis 2021 war er zusätzlich Beauftragter der Bundesregierung für den Mittelstand.

Leben Privates Bareiß ist evangelisch. Tabellarischer Lebenslauf, abgerufen am 23. September 2015. Nach Scheidung seiner ersten Ehe ist er seit September 2016 in zweiter Ehe mit der früheren nordrhein-westfälischen Landtagsabgeordneten Andrea Verpoorten verheiratet und lebt mit ihr in Balingen.Thomas Bareiß heiratet still und leise schwarzwaelder-bote.de 17. September 2016, abgerufen am 25. Juni 2017 (kostenpflichtig), nicht mehr vorhanden.

Ausbildung und Beruf Er besuchte die Grundschule und die Realschule in Meßstetten, machte 1994 das Abitur am Wirtschaftsgymnasium Albstadt und leistete seinen Wehrdienst bei der Luftwaffe in Meßstetten und auf dem Heuberg ab. 1995 begann er ein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Berufsakademie Ravensburg, das er 1998 als Diplom-Betriebswirt (BA) beendete. Von 1999 bis 2005 war er als Assistent der Geschäftsführung, Leiter des Bereichs Controlling und zuletzt als Leiter des Bereichs EDV und Organisation bei dem mittelständischen Kinderwäschehersteller Sanetta in Meßstetten tätig.

Politischer Werdegang Parteilaufbahn Bareiß wurde schon als Schüler 1990 Mitglied der Jungen Union und 1994 auch der CDU. Von 1997 bis 2003 war er Vorsitzender des JU-Kreisverbandes Zollernalb und von November 2002 bis November 2006 Landesvorsitzender der Jungen Union Baden-Württemberg.

Daneben war Bareiß von 2001 bis 2005 Mitglied des Kreisvorstands der CDU Zollernalb und von 2007 bis 2012 Kreisvorsitzender. Seit 2002 gehörte er in seiner Eigenschaft als Landesvorsitzender der Jungen Union als beratendes Mitglied dem CDU-Landesvorstand Baden-Württemberg an, seit dem Landesparteitag 2005 als gewähltes Mitglied. In seiner Funktion als Vorsitzender des CDU-Bezirksverbands Württemberg-Hohenzollernwww.cdu-wueho.de, abgerufen am 8. August 2026. ist er seit 2011 Mitglied im Präsidium der CDU Baden-Württemberg.

Am 22. Oktober 2011 wurde Bareiß zum neuen Vorsitzenden des rund 13.000 Mitglieder starken CDU-Bezirksverbands Württemberg-Hohenzollern gewählt. Er gewann knapp gegen die ehemalige Umwelt- und Verkehrsministerin Baden-Württembergs Tanja Gönner.Schwarzwälder Bote: CDU-Bezirksvorsitz: Tanja Gönner verliert Kampf gegen Bareiß, abgerufen am 17. Oktober 2015 Er wurde 2013, 2015 und 2018 ohne Gegenkandidat wiedergewählt (mit 99 %, 95,1 % bzw. 93,8 % der Stimmen).Zollernalbkurier: Bezirks-CDU: Bareiß ohne Konkurrenz (kostenpflichtig), abgerufen am 17. Oktober 2015Schwarzwälder Bote: CDU Württemberg-Hohenzollern: Bareiß bleibt Vorsitzender, abgerufen am 17. Oktober 2015

Im Dezember 2018 wurde er in den CDU-Bundesvorstand gewählt. Diesem gehörte er bis zum CDU-Parteitag im Mai 2024 an.

Abgeordnetentätigkeit (seit 1999)

Kommunalpolitik (1999–2013) Von 1999 bis 2008 war Bareiß im Gemeinderat seines Heimatortes Meßstetten, von 2004 bis 2013 war er Mitglied im Kreistag des Zollernalbkreises.

Deutscher Bundestag (seit 2005) Seit 2005 ist er stets als direkt gewählter Kandidat des Bundestagswahlkreises Zollernalb – Sigmaringen Mitglied des Deutschen Bundestages.

Bei der Bundestagswahl 2005 erreichte er mit 55,5 Prozent der Stimmen das beste Erststimmenergebnis in Baden-Württemberg. In der 17. Legislaturperiode gehörte Bareiß als ordentliches Mitglied dem Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union sowie dem Ausschuss für Wirtschaft und Technologie an. Als stellvertretendes Mitglied gehörte er dem Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit sowie dem 1. Untersuchungsausschuss (Gorleben) an. Daneben war er von 2008 bis 2018 Mitglied im Beirat der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahn.

Bei der Bundestagswahl 2009 erhielt er 49,4 Prozent der Erststimmen und war von 2010 bis 2014 Koordinator (ab 2018 Beauftragter) für Energiepolitik und Mitglied im Vorstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Von Januar 2010 bis 2014 war Bareiß zudem stellvertretender Vorsitzender der baden-württembergischen CDU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag.

Bareiß kandidierte erneut bei der Bundestagswahl 2013 und erhielt 60,7 Prozent der abgegebenen Erststimmen. Dies war das beste Ergebnis in Baden-Württemberg und das zweitbeste CDU-Erststimmenergebnis deutschlandweit. Er war in dieser Legislaturperiode Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie. Bareiß übte 2016 neben seinem Bundestagsmandat elf veröffentlichungspflichtige Nebentätigkeiten aus, davon bezahlte Nebentätigkeiten in Höhe von 19.500 bis 40.500 Euro. bundestag.de: Veröffentlichungspflichtige Angaben, abgerufen am 3. August 2015.Beirats-Tätigkeit wirft Fragen auf Schwarzwälder Bote: Beirats-Tätigkeit wirft Fragen auf, abgerufen am 31. August 2016

Bareiß war nach der baden-württembergischen Landtagswahl am 13. März 2016 an den Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und Grünen beteiligt. Er war Verhandlungsführer für die Bereiche Wirtschaft und Finanzen. Die beiden Parteien vereinbarten einen Koalitionsvertrag und wählten Winfried Kretschmann zum Ministerpräsidenten (siehe auch Kabinett Kretschmann II). Von Juni 2017 bis 2018 war Bareiß stellvertretender Kuratoriumsvorsitzender des Atom-Altlasten-Fonds, der die Rücklagen für die Endlagerung der hochradioaktiven Kernenergieabfälle verwaltet.pv magazine: „Stiftung für Atom-Altlasten-Fonds nimmt Arbeit auf“, abgerufen am 25. Juni 2017. Bareiß engagiert sich seit langer Zeit für die transatlantischen Beziehungen.

Bei der Bundestagswahl 2017 erzielte Bareiß sein bis dahin schlechteste Erststimmenergebnis mit 45,0 Prozent. Im Januar 2018 war Thomas Bareiß Teil der Sondierungsgruppe, die mit der SPD über eine mögliche Große Koalition verhandelte. Bareiß wurde als Energiebeauftragter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in die Sondierungsgruppe Energie, Klimaschutz und Umwelt berufen.

Bei der Bundestagswahl 2021 gewann Bareiß zum fünften Mal in Folge seinen Wahlkreis. Er verteidigte sein Bundestagsmandat mit einem Stimmenanteil von 30,1 Prozent der Erststimmen. Seit dem 26. Mai 2023 ist Bareiß Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates.

Für die Bundestagswahl 2025 wurde Bareiß von seiner Partei erneut zum Kandidaten des Wahlkreises Zollernalb – Sigmaringen nominiert und erhielt 37,1 Prozent der Erststimmen. Im 21. Deutschen Bundestag war Bareiß bis September 2026 Mitglied im Haushaltsausschuss. Außerdem ist er Mitglied des Unterausschusses zu Fragen der Europäischen Union sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie.

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (2018–2021) Von März 2018 bis Dezember 2021 war Thomas Bareiß Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. In dieser Funktion vertrat er den Bundeswirtschaftsminister insbesondere im Deutschen Bundestag, im Bundesrat und gegenüber den Bundestagsfraktionen und war zuständig für die Bereiche Energie und Mittelstand. Ferner war Thomas Bareiß von April 2018 bis Dezember 2021 Beauftragter der Bundesregierung für Tourismus. Er koordinierte als solcher die Tourismusstrategie der Bundesregierung und stand für diese im Austausch mit dem europäischen und internationalen Ausland. Von April 2020 bis Dezember 2021 war Thomas Bareiß daneben noch Beauftragter der Bundesregierung für den Mittelstand. Als Mittelstandsbeauftragter war er für die Bundesregierung federführend bei der wirtschaftlichen Bewältigung der Corona-Krise tätig und verantwortete die Mittelstandsstrategie „Wertschätzung, Stärkung, Entlastung“, die den als zentral wichtig erachteten Mittelstand stärken sollte.

Politische Positionen mini|Thomas Bareiß (2010) Energie- und Klimapolitik Bareiß lehnte 2019 die Einführung einer CO2-Steuer ab. Die angeblich hohen Kosten für breite Schichten der Gesellschaft seien problematisch. Einem CO2-Emissionshandel steht er offen gegenüber. Nach der Veröffentlichung des Rezo-Videos Die Zerstörung der CDU und dem schlechten Abschneiden der CDU bei der Europawahl 2019 äußerte sich Bareiß kritisch über Erstwähler und deren Forderung nach einer CO2-Steuer. Er schrieb in einem Tweet, beim Thema CO2-Steuer werde schlussendlich die Vernunft siegen, „wenn die #Erstwähler mal ihr eigenes Geld verdienen und selber spüren, wer das alles bezahlen muss.“ Dann sehe „die Wahl vielleicht auch wieder anders aus“. Klima-Aktivisten, junge Influencer und Medien kritisierten Bareiß für diese Äußerung, tausende Twitter-Kommentare wandten sich gegen seine Position. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Bundestagsfraktion der Linken, Niema Movassat, warf Bareiß Abgehobenheit und Arroganz im Umgang mit Erstwählern vor. Auch der CDU-Politiker Ruprecht Polenz ordnete Bareiß’ Tweet als Fehler ein. Trotz zahlreichen Widerspruchs blieb Bareiß bei seinen Äußerungen.

Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres ordneten Bareiß 2020 als klimawandelskeptisch ein. Zudem führen sie an, eine Gruppe von drei CDU-Politikern bestehend aus Bareiß, Joachim Pfeiffer und Carsten Linnemann werde bundestagsintern zusammen als „Bermudadreieck der Energiewende“ bezeichnet, das jeden (klimapolitischen) Fortschritt schlucke.Susanne Götze, Annika Joeres: Die Klimaschmutzlobby. Wie Politiker und Wirtschaftslenker die Zukunft unseres Planeten verkaufen. München 2020, S. 183 und 190. Bareiß steht ebenfalls dem Lobbyverband Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) nahe und sprach sich 2019 als amtierender Staatssekretär im Wirtschaftsministerium für die Klimapläne der INSM aus, deren Hauptprojekt es 2019 war, die Einführung einer CO2-Steuer in Deutschland zu verhindern. Angefragt auf dieses Wirken sah er kein Problem dabei, Werbung für Arbeitgeberverbände wie die INSM zu machen. Vielmehr spreche er wie viele Regierungsmitglieder auf Einladung für viele unterschiedliche Organisationen.Susanne Götze, Annika Joeres: Die Klimaschmutzlobby. Wie Politiker und Wirtschaftslenker die Zukunft unseres Planeten verkaufen. München 2020, S. 168f. Auch gemäß Lobbycontrol steht Bareiß dem Klimaschutz „sehr kritisch“ gegenüber.Jörg Staude: Die Klimabremser im Lobbyisten-Sixpack. In: Klimareporter, 20. März 2021. Abgerufen am 20. März 2021. Am 28. April 2016 stimmte Bareiß bei einer namentlichen Abstimmung über eine Gesetzesvorlage zum Fracking-Verbot mit Nein und positionierte sich damit für zukünftige Genehmigungen von Frackingprojekten.Spiegel Online Bundestagsradar: 28. April 2016 – Verbot der Nutzung der Fracking-Technik, abgerufen am 28. April 2016

Im Juli des Bundestagswahl-Jahres 2021 veröffentlichte die Umweltschutzorganisation Greenpeace die rund 50-seitige Publikation Wir haben verhindert – Die 31 schlimmsten Klimabremser der Großen Koalition. Bareiß wird darin als einer von sechs „Hardlinern“, allesamt CDU-Mitglieder, gelistet und als „Der zwielichtige Staatssekretär“ bezeichnet.