Hackbraten, Wiegebraten, faschierter Braten, falscher Hase, Heuchelhase, schwedischer Hase, böhmischer Hase oder Igelbraten ist ein Braten aus Hackfleisch, der in verschiedenen Varianten in vielen Ländern bekannt ist.

Namensherkunft mini|Hasenpfanne, Deutschland um 1810

Die Bezeichnungen falscher Hase bzw. Heuchelhase (heucheln wie vortäuschen) kommen vermutlich von den kupfernen oder irdenen Hasenpfannen und ‑brätern, in welchen Hackbraten in vergangenen Jahrhunderten gebacken wurde. Es war aber auch üblich, von Hand einen Hasen zu „formieren“ oder dem Hackbraten namens „Falscher Hase“ die Form eines Hasenrückens zu geben.Faschirter Hase. In: Die wahre Kochkunst, oder neuestes, geprüftes und vollständiges Pester Kochbuch. 1835, S. 136; books.google.de Faschierter Hasenrücken. In: Die süddeutsche Küche. 1890, S. 236; . Faschirter Hase in Schmettensoß. In: Die praktische Köchin: Ein Kochbuch auf jahrelange Erfahrungen. 1856, S. 77; books.google.de Josephine Bonné: Tausend und ein Rezept: von selbsterprobtem und gelobtem der Oesterreichisch-Ungarischen Kueche. The Saalfield Publishing Co., 1915; . Polydore de Keyser: falscher Hase: ein gespickter Hackebraten von der Form eines Hasens. In: Blühers Rechtschreibung der Speisen und Getränke: alphabetisches Fachlexikon. Verlag Blüher, 1899; . Die meisten kupfernen Hasenformen und Hasenbratpfannen dürften den Kriegsmetallsammlungen während des Ersten Weltkrieges zum Opfer gefallen sein. Die Bezeichnung „falscher Hase“ (auch „polnischer Hase“) ist ab Mitte der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Kochbüchern dokumentiert.

Zubereitung Zur Zubereitung wird zuerst Hackfleisch (meist gemischt aus Schweine- und Rindfleisch) mit Paniermehl oder eingeweichten Brötchen und Ei sowie Zwiebeln, Salz und Pfeffer zu einer Masse verarbeitet. Weitere Gewürze können je nach Rezept hinzukommen, ergänzende Zutaten wie angebratene Speckwürfel oder traditionell – als Füllung – geschälte, hartgekochte (und ganz belassene) Eier sind üblich. Die Masse wird zu einem Laib geformt und eventuell in Paniermehl gewendet. Je nach Rezept kann der Hackbraten von allen Seiten angebraten werden, zu Ende gegart wird er entweder auf dem Herd oder im Backofen, mit oder ohne Zugabe von Flüssigkeit. Der Bratensatz wird oft mit Wasser oder Brühe gelöst und mit weiteren bindenden Zutaten wie saurer Sahne oder Stärke zu einer Sauce verarbeitet.

Serviert wird Hackbraten in Scheiben mit der Sauce und z. B. Salzkartoffeln und in der Schweiz fast obligaterweise mit Kartoffelstock (Kartoffelpüree) oder Hörnli (Teigwarenart bestehend aus kleinen, gekrümmten Röhrchen). Kalt kann er als Aufschnitt verwendet werden.

Siehe auch Stephaniebraten

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Fleischgericht (Hackfleisch)