mini|Blick vom Breiten Weg nach Westen in die Alte Ulrichstraße, 1903 oder früher mini|Blick von Westen in die Alte Ulrichstraße mini|Einmündung auf den Breiten Weg vor der Erweiterung von 1887 mini|Blick auf das Ostende der Alten Ulrichstraße vor 1887 Die Alte Ulrichstraße war eine Straße in Magdeburg im heutigen Sachsen-Anhalt. Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Straße aufgegeben und überbaut.
Lage und Verlauf Die Straße befand sich in der Magdeburger Altstadt. Sie begann am Breiten Weg und verlief von dort aus gerade nach Westen in Richtung Otto-von-Guericke-Straße südlich entlang der Ulrichskirche. Von Norden mündete die Kleine Münzstraße und die Kutscherstraße ein, von Süden die Prälatenstraße.
Die Hausnummerierung verlief von der Nummer 1 nahe der nordöstlichen Ecke aufsteigend nach Westen bis zur Nummer 3. Dort mündete die Kleine Münzstraße ein. Danach schloss sich die Ulrichskirche an. Westlich der Kirche lag die Einmündung der Kutscherstraße. Es folgten die Nummern 4 bis zur 7 an der Otto-von-Guericke-Straße. Auf der Südseite lief die Nummerierung zurück mit den Nummern 8 und 9 und der dann einmündenden Prälatenstraße. Es folgte dann ein offiziell unbenannter Durchgang zur südlich gelegenen Schöneeckstraße. Er wurde in Adressbüchern als Ulrichsdurchgang bezeichnet, alte Bezeichnungen waren Kirchgäßchen (1651) und Ulrichsgäßchen (1803). Mit den weiteren Hausnummern von 13 bis 20 lief die Nummerierung bis zum Breiten Weg weiter. Das südliche Eckhaus zum Breiten Weg war das Haus Zum warmen Loch (Breiter Weg 165).
Heute befindet sich im östlichen Teil der Alten Ulrichstraße das Ulrichshaus Magdeburg, im westlichen Teil die Grünanlage des heutigen Ulrichsplatzes.
Geschichte Ältester belegter Name der Straße war im Jahr 1552 St. Ulrichstraße. Dieser Name dürfte aber bereits mittelalterlichen Ursprungs sein und ging auf die in der Straße gelegene Ulrichskirche zurück. Als weiterer Name war zeitweise Roßmarienstraße gebräuchlich, der sich vom Haus Zum Roßmarienstock (Nummer 17) ableitete. Otto von Guericke verwandte ihn, vermutlich fälschlich, allerdings 1632 für die Weinfaßstraße. Die Verwendung der Bezeichnung Roßmarienstraße ist für die Zeit zwischen 1648 und 1706 für mehrere Häuser im östlichen Abschnitt der Ulrichstraße belegt, so dass angenommen werden kann, dass der Name speziell für den östlichen Abschnitt genutzt wurde, der westliche Teil hingegen weiter Ulrichstraße hieß. Der westlichste Abschnitt der Alten Ulrichstraße, zwischen Prälatenstraße und späterer Otto-von-Guericke-Straße hieß lange Am Ulrichstor. Dieser Name ist seit 1807 belegt und galt bis 1873. Dann wurde er, nach dem Abbruch des Ulrichstors, in Am alten Ulrichstor geändert.
1848 wurde etwas weiter nördlich, vom Breiten Weg aus, die Neue Ulrichstraße angelegt. Zur Unterscheidung trug die Ulrichstraße seitdem die Bezeichnung Alte Ulrichstraße. Die Straße war in ihrem östlichen Abschnitt zunächst, trotz ihrer zentralen Lage und der Funktion als Zuwegung zum Ulrichstor, sehr schmal. Hintergrund hierzu war, dass das Ulrichstor nicht für den über das Schrotdorfer Tor geführten Fernverkehr genutzt wurde, sondern lange nur als lokale Verbindung zu den vor den Stadtmauern gelegenen Äckern diente.
1883 wurde der östliche Abschnitt der Alten Ulrichstraße erweitert. Zugleich wurde der Bereich Am alten Ulrichstor in die Alte Ulrichstraße einbezogen und die Nummerierung geändert.Ernst Neubauer, Häuserbuch der Stadt Magdeburg 1631–1720, Teil 1, Herausgeber: Historische Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt, Magdeburg 1931, Seite 475 ff.
Der Bereich der Alten Ulrichstraße wurde im Zweiten Weltkrieg beim Luftangriff auf Magdeburg am 16. Januar 1945 zerstört. In der Zeit der DDR blieb die Fläche als Teil des Zentralen Platzes unbebaut. 1997 entstand dann dort das Ulrichshaus.
Historische Häuser der Alten Ulrichstraße