mini|Stammwappen der Furtenbach Furtenbach war der Name eines weiterverzweigten schwäbischen Adelsgeschlechts, welches dem Patrizierstand der Reichsstädte Augsburg, Kempten, Leutkirch, Lindau, Memmingen, Nürnberg, Ravensburg und Ulm angehörte.
Geschichte Linie Feldkirch Die ununterbrochene Stammreihe beginnt mit dem Oberst unter Kaiser Friedrich III. Hans I. Furtenbach (um 1410–1489), welcher sich 1477/80 zusammen mit seinem einzigen Sohn Hans II. Furtenbach († 1518) in Feldkirch in Vorarlberg niederließ. Die Söhne von Hans II. Furtenbach, Erasmus, Bonaventura und Hieronymus Furtenbach, gelten als Stammväter der drei Hauptlinien Feldkirch, Reichenschwand und Gwick. Erasmus Furtenbach heiratete Catharina Hinterofer und sein Sohn Paul Furtenbach Magdalena Gienger von Wolfsegg. Kaiser Mathias erhob die Linie Feldkirch am 10. November 1618 in den Adelsstand. Der Adelsmatrikel des Königreichs Bayern zufolge war Anfang des 19. Jahrhunderts aus der Linie nur Joseph von Furtenbach (* 1792) bekannt.
Linie Reichenschwand Bonaventura I. Furtenbach († 1564) zog Anfang des 16. Jahrhunderts nach Nürnberg, dort konvertierte er zum evangelischen Glauben und heiratete 1523 Helena Dörrer. Er brachte das Gut Reichenschwand, das Lusthaus auf dem Platnersberg sowie Thumenberg an sich. Darauf gründete er ein Fideikommiss für seine Söhne und deren Nachkommen. Am 6. Februar 1548 erhob ihn der Kaiser mit dem Prädikat „von Reichenschwand“ in den erblichen Adelsstand und genehmigte ihm eine Wappenbesserung. Nach einem Streit mit der Reichsstadt gab sein Nachkomme Hans IV. von Furtenbach sein Bürgerrecht auf und zog sich auf sein Gut Reichenschwand zurück. Jobst Wilhelm von Furtenbach auf Reichenschwand, Oberndorf und Leuzenberg erlangte, nachdem er 1768 seinen militärischen Dienst quittierte, laut Ratserlass vom Jahr 1768 für sich und seine Nachkommen die Gerichtsfähigkeit von Nürnberg. 1769 war Jobst Wilhelm von Furtenbach Pfleger von Betzenstein, 1771 von Hohenstein, 1773 von Lauf sowie 1785 Administrator der Familien-Fideikommisse. Aus dem Zweig stammte der bayerische Oberstleutnant und Militärschriftsteller Friedrich von Furtenbach (1852–1918).
Linie Gwick Hieronymus I. Furtenbach († 1559) heiratete Anna Weitnauer und kaufte das Gut Geringen bei Lindau. Von seinen Söhnen gründeten Martin von Furtenbach († 1582) und seine Nachkommen Linien in Lindau und Augsburg sowie Hieronymus II. von Furtenbach und seine Nachkommen Linien in Leutkirch, Ulm, Memmingen, Kempten, Danzig, Innsbruck, Neckarsulm, Ansbach, Münster in Westphalen, Ravensburg und Arbon. In Lindau bekleideten Martin und dessen Sohn Erasmus Furtenbach das Bürgermeisteramt. Hieronymus II. Furtenbach fungierte in Leutkirch als Stadtkämmerer, Ratsältester und Forstmeister. Von seinen Kindern war Abraham Furtenbach Innerer Rat in Ulm, Stadtrechner und Bauherr, sowie Joseph von Furtenbach (1591–1667) Mathematiker, Ratsältester und Bauherr in Ulm. Der Stamm erhielt am 10. März 1623 von Kaiser Ferdinand II. den Reichsadel. In Augsburg wurde Martin Furtenbach als sogenannter „Schwedischer Geschlechter“ in den Rat aufgenommen. Aus der Linie Leutkirche besaß der Leinwandhändler Jakob von Furtenbach (1663–1741) eine bedeutende Faktorei in Arbon und war Mitgründer und Vorsteher der evangelischen Gemeinde in Genf. Im 19. Jahrhundert erhielten die Witwe des Verwaltungsrates von Ravensburg Jakob Wilhelm von Furtenbach, Anna Barbara, geb. Gradmann und deren Sohn Jakob Wilhelm von Furtenbach (* 1805) die Eintragung in die Adelsmatrikel des Königreichs Württemberg.Alberti Wappenbuch H04, S. 0209
Wappen Stammwappen: „In Blau ein schrägrechter gefluteter silberner Balken. Kleinod: ein offener blauer Flug, beidseits mit einem gefluteten silbernen Balken. Decken: blau-silbern.“ Gemehrtes Wappen (von 1548): „Schild geviertet; Feld 1 u. 4 das Stammwappen; Feld 2 und 3 in Gold ein natürlicher Schwan. Helmzier zwei Helme: I. der Flug des Stammwappens geschlossen; Decken wie oben. II. der natürliche Schwan; Decken blau-golden.“
Historische Wappenbilder
Genealogie (Auswahl)
Literatur
Genealogische Handbuch des in Bayern immatrikulierten Adels. Band V, 1955, S. 333–411. Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon. Band III, Band 61 der Gesamtreihe GHdA, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1975, S. 43–1432,
Weblinks
Wappen der Furtenbach in der Fischnaler Wappenkartei Eintrag in Deutsche Biographie
Einzelnachweise
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