mini|Otto Rippert (von Jan Vilímek, 1896)
Johann Karl Georg Otto Rippert (* 22. Oktober 1869 in Offenbach am Main; † 18. Januar 1940 in Berlin)Landesarchiv Berlin, Sterberegister Standesamt Berlin-Steglitz, Nr. 65/1940 war ein deutscher Theaterschauspieler und Filmregisseur und ein Pionier des deutschen Stummfilms.
Leben Rippert debütierte 1889 in Meißen. Er arbeitete an Theatern in Eisleben (1892), Riga (1893) und München (1894), wo er 1898 erstmals Regie führte. 1899 war er in London tätig, danach in Nürnberg und 1906 in Baden-Baden. 1907 wurde er Theaterdirektor in Forst, anschließend künstlerischer Leiter und Regisseur am Stadttheater Bamberg.
1906 inszenierte er in Baden-Baden seinen ersten Film für die französische Gesellschaft Gaumont. 1911 ging Rippert nach Berlin. Erst 1912 kam er wieder mit dem Film in Berührung, als er in dem Titanic-Film In Nacht und Eis als Darsteller mitwirkte. Im selben Jahr begann auch seine Regiekarriere beim Film. In den 1910er Jahren gehörte Rippert zu den produktivsten deutschen Regisseuren.
Seine größten Leistungen für den frühen deutschen Film sind die sechsteilige Serie über den künstlichen Menschen Homunculus von 1916 und der historische Monumentalfilm Die Pest in Florenz (1919), für den Fritz Lang das Drehbuch schrieb. Lang war 1919 noch bei zwei weiteren Filmen als Szenarist für Rippert beschäftigt.
Um 1925 ging Rippert als Theaterregisseur nach Breslau, anschließend nach München. Ab Ende der 1920er Jahre bis 1939 arbeitete er als Ton-Schnittmeister. Heute ist sein Werk nahezu in Vergessenheit geraten.
Filmografie 1912: In Nacht und Eis (Darsteller) 1912: Die fremde Legion 1912: Gelbstern 1913: Die Musterkollektion 1913: Zwischen Himmel und Erde 1913: Nach dem Tode 1913: Scheingold 1913: Surry, der Steher 1913: Wie die Blätter … 1913: Zerstreute Ideale 1915: Mädels ran an die Front! 1915: Die Schicksalsstunde auf Schloß Svaneskjöld 1915: Wenn die Frau kocht 1916: BZ-Maxe & Co (auch Drehbuch) 1916: Der grüne Mann von Amsterdam (auch Drehbuch) 1916: Komtesse Hella 1916: Lumpenliesel (Drehbuch, Regie: Hans Oberländer) 1916: Das letzte Spiel 1916: Die Stricknadeln 1916: Der Tod des Erasmus 1916/17: Homunculus (6 Teile) 1917: Das Buch des Lasters 1917: Komtesse Hanne 1917: Die Königstochter von Travankore 1917: Die Tochter der Gräfin Stachowska 1917: Die Fremde 1917: Friedrich Werders Sendung 1917: Der Schwur der Renate Rabenau 1917: Die gute Partie 1917: Das Mädel von nebenan 1917: Die Sündenkette 1917: Und wenn ich lieb', nimm Dich in acht…! 1917: Wenn die Lawinen stürzen 1917: Wer küßt mich? 1918: Arme Lena 1918: Baroneßchen auf Strafurlaub 1918: Die Frauen des Josias Graffenreuth 1918: Das Glück der Frau Beate 1918: Die gute Partie 1918: Hanne und ihre sieben Freier 1918: Das verwunschene Schloß 1918: Heide-Gretel 1918: Inge 1918: Die Krone des Lebens 1918: Der Weg, der zur Verdammnis führt 1919: Der Weg, der zur Verdammnis führt, 2. Teil. Hyänen der Lust 1919: Marinetten des Hasses 1919: Totentanz 1919: Die Pest in Florenz 1919: Der Schatten einer Stunde 1919: Die Frau mit den Orchideen 1920: Der Menschheit Anwalt 1920: Gräfin Walewska 1920: Wie Satan starb 1922: Tingeltangel 1923: Der Hof ohne Lachen 1923: Die brennende Kugel 1924: So ist das Leben 1924: Winterstürme 1925: Die Tragödie zweier Menschen
Einzelnachweise
Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 6: N – R. Mary Nolan – Meg Ryan. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 546 f.
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