mini|hochkant|Wappen der Familie Weis(s) in Johann Siebmachers Wappenbuch 1605, Abteilung Augsburgische Ehrbare Geschlechter mini|hochkant|Stammwappen mini|hochkant|Angehöriger der Weiß von Hans Holbein dem Älteren 1525 Die Weiß, auch Weis(s), waren eine alte Kaufmannsfamilie aus Augsburg, welche in den Adels- und Patrizierstand erhoben wurde und 1701 mit dem Augsburger Stadtpfleger Leonhard Weiß erloschen ist. In der Reichsstadt Nürnberg gehörten die Weiß zu den Genannten. Die Familie ist zu unterscheiden von anderen, nichtverwandten Augsburger Familien dieses Namens, darunter die Weiß mit drei Kronen im Wappen und die Weiss auf Westheim.

Geschichte mini|hochkant|Leonhard Weiß Stadtpfleger von Augsburg und kaiserlicher Rat Der Augsburger Stadtpfleger Paul von Stetten berichtete von einem Ungarischen Magnaten sowie Ober-, Forst- und Jägermeister Husatoti Tomas dessen Sohn sich in der Reichsstadt Augsburg niederließ und unter die Zunft der Kaufleute begab. Später brachte es sein Enkel Leonhard Weiß (* um 1398) zu Wohlstand und stieg durch seine zweite Heirat mit Ditburg Pfister, eine „Geschlechterin“ (Patriziertochter), in die höhere Gesellschaft auf. 1496 verlieh Kaiser Maximilian I. dem Sohn von Leonhard, Andreas Weiß einen Wappenbrief. Bis zu seinem Tod 1542 saß der Kaufmann Ulrich Weiß im Rat und war Steuermeister. 1510 heiratete er Ursula Imhoff. Am 5. September 1561 erteilte Kaiser Ferdinand I. in Wien den Söhnen des verstorbenen Leonhard Weiß: Hieronymus, Leonhard, David, Tobias, Elias, Jonas und Daniel, sowie den Söhnen des verstorbenen Andreas Weiß: Leonhard und Andreas einen Adelsbrief. Die darin genehmigte Wappenmehrung bezog sich auf die Mutter der erstgenannten Brüder, einer geborenen Volz, die letzte ihres Geschlechts. 1565 war Ludwig Weiß Bürger und Mitglied des Inneren Rates von Wien. 1571 und 1572 waren die Weiß mit größeren Summen Geldes Bürgen für die Unternehmungen der Fugger.Österreichisches Staatsarchiv: AT-OeStA/FHKA SUS RA 238.22 (1571) bzw. AT-OeStA/FHKA SUS RA 238.53 (1572) 1568 wählte man Leonhard Weiß in den Rat und 1644 Hans Jakob Weiß. Nachdem er zum katholischen Glauben übergetreten war, fungierte Hans Jakob Weiß als Stadtpfleger. Sein Bruder Leonhard Weiß wurde unter der Schwedischen Besatzung Augsburgs 1632 zum Geschlechter erhoben, darauf in den Rat gewählt und Zeugmeister. 1649 erhielt auch sein gleichnamiger Sohn das Patriziat. 1701 starb mit dem Stadtpfleger Leonhard Weiß das Geschlecht aus. Da er selbst ohne Erben war, nahm er die vier Söhne seiner zweiten Frau Barbara geb. Lauber, der Witwe von Georg Christoph Amann, an Kindesstatt an.

Wappen Stammwappen: Von Rot und Silber quergeteilt, im ganzen Schild ein aufspringender, naturfarbener Leopard.Paul von Stetten bezeichnet das 1496 von Maximilian I. verliehene Wappen als „das Wappen mit dem Luxen“ Henry Simonsfeld: Der Fondaco dei Tedeschi in Venedig und die deutsch-venetianischen Handelsbeziehungen. 1. Geschichtliches; 2. Liste der Consuln der deutschen Kaufmannschaft im Fondaco 1492-1753; 3. Grabschriften von Deutschen in Venedig; Anhang: Zur Geschichte deutscher Gewerbetreibender, Stuttgart 1887, S. 177. Helm: Zwei Büffelhörner, dazwischen der Leopard wachsend. Helmdecken: Rot-silbern. Wappen von 1561: Geviert. 1. und 4. das Stammwappen. 2. und 3. In Blau auf einem goldenen Dreiberg, zwei ins Andreaskreuz gelegte goldene Heuriffeln (Wappen der Volz). Gekrönter Helm: Mit zwei Büffelhörnern, die von Blau-Rot und Gold-Blau quergeteilt sind, die Mündlöcher mit je einem goldenen Fähnchen, deren Tücher quergeteilt sind, dazwischen der Leopard wachsend. In Johann Siebmachers Wappenbuch von 1605 ist der Leopard jeweils gekrönt dargestellt.

Genealogie (Auswahl)

Literatur

Weblinks Eintrag im Augsburger Stadtlexikon

Einzelnachweise

Kategorie:Patriziergeschlecht (Augsburg) Kategorie:Schwäbisches Adelsgeschlecht Kategorie:Bayerisches Adelsgeschlecht