Frankfurt (, fränkisch: Frangfad (an da Dorahegng, an da Hegng, an da Steinach))W. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld, S. 48. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „fraŋgfəd (an da dōrahegŋ, an da hegŋ, an šdainax)“. ist ein Gemeindeteil des Marktes Markt Taschendorf im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Frankfurt hat eine Fläche von 4,607 km². Sie ist in 545 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8453,10 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Birkach und Klösmühle.
Geographie Das Dorf liegt in Tallage an der Steinach und einem namenlosen Zufluss der Steinach. Die Staatsstraße 2417 führt zur Staatsstraße 2259 bei der Klösmühle (0,5 km südlich) bzw. nach Markt Taschendorf (3 km nordöstlich). Die Kreisstraße NEA 13 führt nach Kornhöfstadt (1,4 km nordwestlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Birkach (1 km östlich).
Geschichte Der Ort wurde 1340 als „Frankenfuͤrt“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Franko, evtl. aber auch der Volksname Franken.W. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld, S. 48ff. Frankfurt lag im Fraischbezirk des würzburgischen Amtes Bibart. Die Herren von Schwarzenberg hatten hier Untertanen.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 155.
Im Rahmen des Gemeindeedikts (frühes 19. Jahrhundert) wurde Frankfurt dem Steuerdistrikt Thierberg zugeordnet. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Frankfurt, zu der Klösmühle gehörte. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Herrschaftsgericht Schwarzenberg (1852 in das Landgericht Scheinfeld umgewandelt). und in der Finanzverwaltung zunächst dem Rentamt Scheinfeld, nach dessen Auflösung im Jahr 1818 dem Rentamt Iphofen. Für einige Jahre gehörte Birkach zur Gemeinde. Spätestens 1846 wer der Ort wieder Bestandteil der Gemeinde Kornhöfstadt. Für die Verwaltung war ab 1862 das Bezirksamt Scheinfeld (1939 in Landkreis Scheinfeld umbenannt) und für die Finanzverwaltung ab 1879 das Rentamt Markt Bibart zuständig (1919–1929: Finanzamt Markt Bibart, 1929–1972: Finanzamt Neustadt an der Aisch, seit 1972: Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Markt Bibart, mit dessen Auflösung kam sie 1879 an das Amtsgericht Scheinfeld. Die Gemeinde Frankfurt hatte 1964 eine Gebietsfläche von 2,472 km². Am 1. Januar 1972 wurde Frankfurt im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Markt Taschendorf eingemeindet.
Baudenkmäler Zwei Bildstöcke
ehemalige Baudenkmäler Haus Nr. 4: Erdgeschossiges Wohnstallhaus mit Halbmansarddach auf profilierter Holztraufe; erste Hälfte des 19. Jahrhunderts (angeblich 1806). Kellerfenster im Sockel. Verputzter Massivbau von drei zu sechs Achsen.G. Hojer: Landkreis Scheinfeld, S. 65. Ursprüngliche Hausnummerierung. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Haus Nr. 5: Erdgeschoss angeblich 1834. Obergeschoss 1925. Zweigeschossiges Wohnstallhaus mit Giebel zur Straße. Verputzter Massivbau von drei zu fünf Achsen. Bandförmiges Gurtgesims, über den geknickten Eckvorlagen verkröpft. Unter den Sohlbänken des Obergeschosses geschweifte Putzfelder mit Jugendstilornament. Über der Tür Ovalkartusche mit Lorbeerkranzrahmen, bezeichnet „19 NJ“ (ligiert; Josef Nistler) „25“. Haus Nr. 6: Zweigeschossiges verputztes Wohnhaus, auf der Innentreppe bezeichnet „18 J.R. 85“. Zweigeschossiges verputztes Wohnhaus mit Kellersockel. Geknickte Eckpilaster. Im Satteldach vier stehende Gaupen mit Arkadenfries und Kleeblattgehängen unter den konsolförmigen Kopfstücken der Rahmenpfosten. Haus Nr. 14a: Gemeindehaus. Erdgeschossiges Traufhaus, im Türsturz datiert „1809“. Verputzter Massivbau mit Satteldach, zwei zu vier Achsen. Hölzerner Dachreiter mit Glocke, auf zwei Stützen; Zeltdach mit Kugelknauf.
Bodendenkmäler In der Gemarkung Frankfurt gibt es fünf Bodendenkmäler.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Frankfurt Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 135 140 157 166 145 136 128 118 117 129 123 121 122 116 121 110 109 113 98 178 158 152 126 124 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 21 18 23 23 35 21 22 21 21 Quelle Im Historischen Gemeindeverzeichnis werden hiervon abweichend 132 Einwohner für die Gemeinde Appenfelden angegeben.
Ort Frankfurt Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 135 132 140 123 125 111 102 150 119 115 140 Häuser 21 17 22 20 21 20 20 31 Quelle
Religion Frankfurt ist römisch-katholisch geprägt und war ursprünglich nach Mariä Himmelfahrt (Scheinfeld) gepfarrt. Seit 1931 ist die Kuratie St. Margaretha (Kornhöfstadt) zuständig.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Markt Taschendorf Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ersterwähnung 1340 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim