|} Die Bahnstrecke Eauze–Auch ist eine ehemalige eingleisige Eisenbahnstrecke, die im Gers im Südwesten Frankreichs liegt. Sie verläuft in Nordwest-Südost-Richtung und quert dabei drei Flussläufe, die von Hügelsträngen begrenzt werden und die von der Strecke mit zwei Tunneln unterfahren werden mussten. Diese fünf Ingenieurbauwerke waren aufwändig und teuer. Sie haben die Eröffnung der Strecke um mehrere Jahre verzögert.

Geschichte Im Département Gers erhielt die Eisenbahn erst sehr spät zu Beginn des 20. Jahrhunderts Einzug.Dossier technique et historique sur l’étoile ferroviaire d’Auch dans le Gers. Association Chemin de Fer, August 2019 In den Jahren 1909 bis 1924 ging die Strecke unter der Regie der Compagnie des chemins de fer du Midi in Betrieb und wurde 1954 bereits wieder geschlossen. Im Bahnhof Auch schloss sie an die von Toulouse kommende Bahnstrecke Bon-Encontre–Vic-en-Bigorre an. Es war geplant, von Bordeaux kommende Züge ab Langon über die Bahnstrecke Langon–Gabarret nach Toulouse zu leiten, ohne die zweigleisige Hauptstrecke Bordeaux–Sète zu berühren, doch der Lückenschluss zwischen Gabarret und Eauze wurde wegen der Unterbrechung durch den Ersten Weltkrieg nie gebaut. Lediglich die Streckenführung stand fest und das Planum wurde errichtet.

Zwischen Eauze und Auch verkehrten am 15. Mai 1939 die zunächst letzten Personenzüge, ehe der Personenverkehr vom 3. September bis 16. Oktober 1939 kurz wieder aufgenommen wurde. Güterverkehr wurde bis 3. Juni 1952 angeboten. Die Bahnstrecke wurde anschließend zum 12. November 1954 stillgelegt.

Strecke

Da die Strecke in ihrer Hauptrichtung von West nach Ost verläuft – also parallel zum südlich liegenden Gebirge der Pyrenäen, weist sie ein typisches Profil vieler Strecken im Département Gers auf, die abwechselnd auf- und abführen, um die Kammlinien zu überqueren, die die parallel laufenden Täler trennen. Diese Täler führen in Süd-Nord-Richtung, weil sie die aus den Pyrenäen stammenden Wasserläufe vom Gebirge wegführen. Dieses besondere Geländeprofil erforderte auch den Bau von Tunneln und Viadukten auf allen diesen Strecken in dichter Folge.

Der 3 km vom Ort entfernte Bahnhof Castéra-Verduzan verdankt seine Existenz lediglich der Tatsache, dass es sich hier um einen Trennungsbahnhof handelt, der die Bahnstrecke Condom–Castéra-Verduzan von Condom aufnimmt. Diese abzweigende Strecke wurde nur in einem Zeitraum von 15 Jahren (1925 bis 1940) betrieben und schon zum 30. November 1941 entwidmet.Loi du 30. November 1941 prononçant le déclassement de certaines lignes d'intérêt général (zone non-occupée). Journal officiel de l'État Français, Paris 4. Dezember 1941, Nr. 326, Seite 5226–5227.

Der 385 Meter lange Tunnel de l'Argenté wurde zeitweise zur Pilzzucht benutzt und mit Mauern verschlossen. Zwar wurde die Zucht inzwischen aufgegeben und der Tunnel ist wieder zugänglich, aber befindet sich weiterhin in privater Hand.ROUTE FERROVIAIRE DE L'ARMAGNAC GERSOIS. Auf: Randonnées ferroviaires, Seite 7

Verkehr

Auf der ganzen Strecke gab es täglich drei Verbindungen sowie zwischen Vic-Fezensac und Auch eine weitere, die nur die 3. Wagenklasse führte und statt 100 bis 120 Minuten für die 56 km 120 bis 150 Minuten für 35 km Streckenlänge benötigte, weil dieser Zug hauptsächlich für die Güterabfertigung vorgesehen war. Dieses Zugpaar verkehrte nur zweimal monatlich.

Literatur François Palau, Maguy Palau: Le rail en France: Le Second Empire. Paris 1998, ISBN 2-9509421-1-3

Einzelnachweise

Kategorie:Bahnstrecke in Okzitanien Kategorie:Bauwerk im Département Gers