mini|Marsh Plaza auf dem Charles River Campus der Boston University
Die Boston University ist eine Privatuniversität in Boston im US-Bundesstaat Massachusetts; sie gehört zu den größeren Privatuniversitäten in den USA. Sie ist Mitglied der Association of American Universities, einem seit 1900 bestehenden Verbund führender forschungsintensiver nordamerikanischer Universitäten.
Die Universität zählt 7 Nobelpreisträger, einschließlich Martin Luther King (PhD 1955) und Elie Wiesel, 35 Pulitzer-Preisträger, 9 Oscar-Preisträger, sowie Emmy- und Tony-Award-Gewinner unter den Alumni und den Lehrenden.
Geschichte Die Boston University wurde als erstes methodistisches Seminar im Jahre 1839 in Newbury, Vermont gegründet. 1847 wurde dieses Seminar nach Concord in New Hampshire verlegt, bevor es 1867 seinen heutigen Platz in Boston fand. Der Namen Boston University wurde 1869 verliehen.
Studienbedingungen Organisatorische Gliederung Die Boston University besteht aus sechs Colleges und neun Schools. Die bekanntesten sind die Fakultäten für Philosophie, Zahnmedizin, Pädagogik, Rechtswissenschaften, Medizin und Theologie. Die Fakultät für Medizin ist sehr groß und befindet sich auf einem separaten Campus.
Die Boston University ist im Besitz eines weitläufigen Geländes in Lenox (Massachusetts). Dort befindet sich das Groton Place, das als Sommer-Musikschule und für die „Berkshire Country day classes“ genutzt wird. Das Anwesen gehörte zunächst dem 1943 verstorbenen Rechtsanwalt und Kunstsammler Grenville Lindall Winthrop, eines Nachkommen von John Winthrop, der in Lenox und Umgebung mehrere Gebäude hatte restaurieren lassen. Groton Place selber war von dem Architekturbüro Carrère and Hastings entworfen worden. Nach Winthrops Tod erwarb das deutsche Emigrantenehepaar Max und Gertrud Bondy das Anwesen und nutzte es bis 1975 für die von ihnen gegründete Windsor Mountain School.Roselle Kline Chartock: Windsor Mountain School: A Beloved Berkshire Institution. The History Press, Charleston, 2014, ISBN 978-1-62619-443-4.More on Windsor Mountain School (Abschnitt „Windsor Mountain School – Afterward“, englisch).Groton Place Completed 1905 (englisch).
Es gibt einen Außenstandort in Brüssel, die Boston University Brussels und in Rom, die Boston University Rome.
Bibliothek Die Boston University besitzt ein eigenes Universitätstheater und eine sehr große Bibliothek mit dem Namen Mugar Library, die die größte der 16 auf dem Campus befindlichen Bibliotheken ist. Rund 1,9 Millionen Druckbände und weitere 3,1 Millionen Bände auf Mikrofilm befinden sich dort. Das Dokumentationszentrum gehört zur Bibliothek und ist eine Informationszentrale über die beiden amerikanischen Dichter Walt Whitman und Robert Frost. Die Universität besitzt unter anderem persönliche Gegenstände von bekannten Persönlichkeiten, wie zum Beispiel Theodore Roosevelt, Martin Luther King, Bette Davis und Fred Astaire.
Zahlen zu den Studierenden, den Dozenten und zum Vermögen Im Herbst 2021 waren 36.104 Studierende an der Boston University eingeschrieben. Davon strebten 18.229 (50,5 %) ihren ersten Studienabschluss an, sie waren also undergraduates. Von diesen waren 58 % weiblich und 22 % männlich; 19 % bezeichneten sich als asiatisch, 4 % als schwarz/afroamerikanisch, 10 % als Hispanic/Latino, 34 % als weiß und weitere 22 % kamen aus dem Ausland. 17.875 (49,5 %) arbeiteten auf einen weiteren Abschluss hin, sie waren graduates. Es lehrten 4.019 Dozenten an der Universität, davon 3.007 in Vollzeit und 1.012 in Teilzeit.
2010 waren es 31.800 Studierende.
Der Wert des Stiftungsvermögens der Boston University lag 2022 bei 2,98 Mrd. US-Dollar und damit 12,4 % niedriger als im Jahr 2021, in dem es 3,40 Mrd. US-Dollar betragen hatte (letzteres 40,2 % höher als 2020 mit 2,43 Mrd. $). Damit lag sie 2022 auf dem 46. Platz der vermögendsten Universitäten in den USA und in Kanada (2021: 39. Platz). 2010 war das Vermögen 919 Mio. US-Dollar wert gewesen.
Sport Die Sportteams der Boston University sind die BU Terriers. Die Hochschule ist Mitglied in der Patriot League.
Persönlichkeiten Dozenten Theodore Antoniou (1935–2018), Dirigent, Professor für Musik Isaac Asimov (1920–1992), Schriftsteller, Professor für Chemie Alexander Graham Bell (1847–1922), Professor für Sprechtechnik und Physiologie Saul Bellow (1915–2005), Nobelpreis für Literatur 1976 Peter L. Berger (1929–2017), Professor für Soziologie und Theologie Norman Dello Joio (1913–2008), Komponist, Professor für Musik Lukas Foss (1922–2009), Komponist und Dirigent Sheldon Lee Glashow (* 1932), Nobelpreis für Physik 1979 Henry Giroux (* 1943), Professor der Pädagogik Ha Jin (* 1956), Professor für englische Literatur Leonid Levin (* 1948), Professor für Informatik Robert Lowell (1917–1977), Professor für englische Literatur (1959) Louis Lowy (1920–1991), Professor an der School of Social Work (Etablierung der Systemtheorie als Leittheorie von social work) Jaakko Hintikka (1929–2015), Professor für Philosophie der Mathematik Osamu Shimomura (1928–2018), Nobelpreis für Chemie 2008 Whitney Smith (1940–2016), Vexilloge, Professor für Politik Eugene Stanley (* 1941), Professor für Physik, Physiologie, Medizintechnik und Chemie Derek Walcott (1930–2017), Nobelpreis für Literatur 1992 Elie Wiesel (1928–2016), Friedensnobelpreis 1986 Howard Zinn (1922–2010), Professor für Geschichte
Absolventen
Regierung und Politik William Russell (1857–1896), 1879, ehemaliger Gouverneur von Massachusetts John L. Bates (1859–1946), 1882, ehemaliger Gouverneur von Massachusetts Albert O. Brown (1853–1937), 1884, ehemaliger Gouverneur von New Hampshire William M. Butler (1861–1937), 1884, Politiker Anna Howard Shaw (1847–1919), 1885, Bürgerrechtsaktivistin und Frauenrechtlerin Samuel D. Felker (1859–1932), 1887, ehemaliger Gouverneur von New Hampshire David I. Walsh (1872–1947), 1897, ehemaliger Gouverneur von Massachusetts Robert W. Upton (1884–1972), 1907, Politiker Charlotte Moton Hubbard (1911–1994), Regierungsbeamtin und Hochschullehrerin; U.S. deputy assistant secretary of state Paul A. Dever (1903–1958), 1926, ehemaliger Gouverneur von Massachusetts J. Howard McGrath (1903–1966), 1929, ehemaliger Gouverneur von Rhode Island und US-Justizminister Robert Stafford (1913–2006), 1938, Politiker Thomas J. McIntyre (1915–1992), 1940, Politiker F. Bradford Morse (1921–1994), Politiker und stellv. UN-Generalsekretär Louis Wade Sullivan (* 1933), 1958, US-Gesundheitsminister 1989–1993 Lincoln Almond (1936–2023), 1962, ehemaliger Gouverneur von Rhode Island Fred A. Leuchter (* 1943), 1964, Holocaustleugner William Cohen (* 1940), 1965, Verteidigungsminister 1997–2001 Martin Luther King (1929–1968), 1965, amerikanischer Bürgerrechtler Gary Locke (* 1950) , 1975, Handelsminister der USA Judd Gregg (* 1947), 1975, ehemaliger Gouverneur von New Hampshire James Franklin Jeffrey (* 1946), 1977, Botschafter der USA in der Türkei James C. Marshall (* 1948), 1977, Politiker Martha Coakley (* 1953), 1979, Attorney General von Massachusetts Robert McDonnell (* 1954), 1980, Gouverneur von Virginia Jen Kiggans (* 1971), 1993, Mitglied des Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten Keiko Fujimori (* 1975), 1997, peruanische Politikerin Jhumpa Lahiri (* 1967), 1997, Schriftstellerin und Pulitzer-Preis-Gewinnerin 2000 Giorgi Zereteli (* 1964), 2005, georgischer Politiker Alexandria Ocasio-Cortez (* 1989), 2011, Mitglied des Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten Keith B. Alexander (* 1951), Direktor der National Security Agency (NSA) Fred H. Brown (1879–1955), ohne Abschluss, ehemaliger Gouverneur von New Hampshire Faisal al-Fayiz (* 1952), jordanischer Premierminister 2003–2005 Óscar Arias Sánchez (* 1940), ohne Abschluss, Präsident von Costa Rica
Schauspieler und Sänger Elizabeth Holloway Marston (1893–1993), 1918, Mitschöpferin der Comicheldin Wonder Woman Harold Russell (1914–2002), 1949, Schauspieler Craig Bierko (* 1964), 1982, Schauspieler John Cazale (1935–1978), 1956, Schauspieler Don Ellis (1934–1978), 1956, Jazz-Musiker Olympia Dukakis (1931–2021), 1957, Schauspielerin Paul Michael Glaser (* 1943), 1967, Schauspieler Geena Davis (* 1956), 1979, Schauspielerin David E. Kelley (* 1956), 1982, Fernseh- und Filmproduzent Julianne Moore (* 1960), 1983, Schauspielerin Erica Leerhsen (* 1976), 1998, Schauspielerin Ginnifer Goodwin (* 1978), 2001, Schauspielerin Ashley Williams (* 1978), 2001, Schauspielerin Janet Marie Chvatal (* 1964), 1986, Sängerin Michael Chiklis (* 1963), Schauspieler Emily Deschanel (* 1976), Schauspielerin David Garrison (* 1952), Schauspieler Jason Alexander (* 1959), ohne Abschluss, Schauspieler Joan Baez (* 1941), ohne Abschluss, Folk-Sängerin Abhishek Bachchan (* 1976), ohne Abschluss, indischer Schauspieler Bill Duke (* 1943), Schauspieler Faye Dunaway (* 1941), ohne Abschluss, Schauspielerin Charles Farrell (1901–1990), ohne Abschluss, Schauspieler Florian David Fitz (* 1974), 1998, Schauspieler Bruce Feirstein (* 1956), Drehbuchautor Norman Greenbaum (* 1942), Songschreiber und Sänger Mariel Hemingway (* 1961), Schauspielerin Kim Yoon-jin (* 1973), Schauspielerin James Kyson Lee (* 1975), Schauspieler Rosie O’Donnell (* 1962), ohne Abschluss, Schauspielerin, Moderatorin und Fernsehproduzentin Linda Park (* 1978), 2000, Schauspielerin Peter Paige (* 1969), Schauspieler Ethan Phillips (* 1955), Schauspieler Kim Raver (* 1969), Schauspielerin Anthony Ruivivar (* 1970), Schauspieler Marisa Tomei (* 1964), ohne Abschluss, Schauspielerin Alfre Woodard (* 1952), Schauspielerin Psy (Park Jae-sang) (* 1977), Sänger
Medien Carl Mydans (1907–2004), 1930, Fotograf Christine Chubbuck (1944–1974), 1965, Nachrichtensprecherin Bill O’Reilly (* 1949), 1975, Fernsehmoderator Howard Stern (* 1954), 1979, Talkradio-Moderator Anthony Radziwill (1959–1999), 1982, Filmemacher
Literatur William Ellery Leonard (1876–1944), 1898, Literaturwissenschaftler, Schriftsteller und Dichter Hal Clement (1922–2003), 1946, Science-Fiction-Schriftsteller Richard Lourie (* 1940), 1960, Schriftsteller und Übersetzer Nicholas Gage (* 1939), 1963, Buchautor und Enthüllungsjournalist John Perkins (* 1945), 1968, politischer Aktivist und Schriftsteller Robert B. Parker (1932–2010), 1972, Schriftsteller Kim Stanley Robinson (* 1952), 1975, Science-Fiction-Autor Neal Stephenson (* 1959), 1981, Science-Fiction-Autor Stewart O’Nan (* 1961), 1983, Schriftsteller David Grann (* 1967), 1994, Journalist und Schriftsteller Norman Vincent Peale (1898–1993), Pfarrer und Autor Anne Sexton (1928–1974), Dichterin
Wirtschaft David Edgerton (1927–2018), Mitgründer von Burger King James McLamore (1926–1996), Mitgründer von Burger King Yat Siu (* 1973), Angel Investor und Gründer von Animoca Brands
Sport Tony Amonte (* 1970), 1991, Eishockeyspieler Rocco Benetton (* 1969), italienischer Manager und Unternehmer Nick Bonino (* 1988), Eishockeyspieler Thomas Burke (1875–1929), Olympiasieger 1896 Butch Byrd (* 1941), American-Football-Spieler Alex Chiasson (* 1990), Eishockeyspieler Mickey Cochrane (1903–1962), Baseballspieler und -manager Chris Connolly (* 1987), 2012, Eishockeyspieler Charlie Coyle (* 1992), Eishockeyspieler Jim Craig (* 1957), Eishockeyspieler, Olympiasieger Miracle on Ice John Cullen (* 1964), 1987, Eishockeyspieler Rick DiPietro (* 1981), Eishockeyspieler Andy Dorman (* 1982), englischer Fußballspieler Chris Drury (* 1976), 1998, Eishockeyspieler Tom Dwan (* 1986), ohne Abschluss, Pokerspieler Jack Eichel (* 1996), ohne Abschluss, Eishockeyspieler Mike Eruzione (* 1954), Eishockeyspieler, Olympiasieger Miracle on Ice Dante Fabbro (* 1998), Eishockeyspieler Joel Farabee (* 2000), Eishockeyspieler Jordan Greenway (* 1997), Eishockeyspieler Mike Grier (* 1975), 1996, Eishockeyspieler Matt Grzelcyk (* 1994), Eishockeyspieler Clayton Keller (* 1998), Eishockeyspieler