Cord Borgentrik, auch Kort, Konrad, Conrad oder Borgentrick, Borgentryk (geboren vor 1457; gestorben nach 1501) war ein deutscher Bildschnitzer und Maler, der in Braunschweig aktiv war.

Leben Borgentrik wurde nach seinem Herkunftsort Borgentreich bei Hofgeismar benannt. Im Braunschweiger Schloss- oder Bürgerregister ist im Jahr 1457 ein Maler Cord Borgentrik erwähnt, der Ilsebe, die Witwe des Malers Kort vom Hagen, heiratete. Die Ehe wurde 1472 wieder geschieden. Da sich zu seinen Lebzeiten im Großraum Braunschweig mehrere Personen dieses nicht alltäglichen Namens aufhielten, ist die Beziehung zwischen diesen unbekannt, einige Autoren sehen in diesen ein und dieselbe Person, andere eher zwei unterschiedliche Künstler, möglicherweise Vater und Sohn. 1481 wir der Schöpfer mehrerer Altäre in Braunschweig im Schlossregister des Weichbildes Altstadt als „Cord Borgentrike“ mit einem Haus auf dem Damm erwähnt und steht 1482 im Neubürgerbuch der Altstadt. Für das Jahr 1486 ist er im Degedingebuch der Stadt Braunschweig als Schuldner verzeichnet. 1496 zog er in eine Mietwohnung am Kohlmarkt um und wohnte später wieder am Damm. Nach 1501 existieren im Schlossregister keine Einträge mehr, so dass er entweder verstorben oder fortgezogen war.Evelin Haase: Borgentrik (auch Borgentrick, Borgentryk), Cord (auch Konrad, Conrad). In:

Werke (Auswahl) mini|Flügelaltar, Minoritenkirche Köln mini|Flügelaltar Bad Gandersheim Altar für die evangelische Marienkirche in Schlewecke bei Bockenem, hergestellt um 1479 in Hildesheim, wie die Beschriftung verrät: Ein Flügelaltar (Marienaltar), den er 1483 für Hemmerde bei Unna angefertigt hatte. Der Altar wurde 1868 von dem Bildhauer Bernhard Allard (1825–1897) erworben und restauriert. Anschließend verkaufte er ihn an den Fotofabrikanten Friedrich Voigtländer der ihn 1871 dem neu gegründeten Städtischen Museum von Braunschweig schenkte. Darauf befindet sich die Bezeichnung: . Ein ihm zugeschriebener und um 1485 für die Stadtkirche (Nikolaikirche) in Alfeld an der Leine hergestellter Altar, wurde 1889 für die Minoritenkirche in Köln erworben. Ein Altar (ebenfalls zugeschrieben), der sich zuvor in der ehemaligen Sammlung Fenkner in Goslar befand, wurde nach Utrecht verkauft. Altar der Stiftskirche in Bad Gandersheim Spätgotischer Flügelaltar in der Kirche des Heiligen Nikolaus in Nordsteimke (zugeschrieben von Karl-Wilhelm von Wintzingerode-Knorr)Mechthild Wiswe: von Wintzingerode, K.-W.: Der spätgotische Schnitzaltar in Nordsteimke. In: Braunschweigische Heimat. 70. Jahrgang, Heft 1, Waisenhaus-Buchdruckerei und Verlag, Braunschweig Mai 1984, S. 46–47 (leopard.tu-braunschweig.de, PDF).Alexander Kales: Laube, Liebe, Hoffnung. In: Dein Wolfsburg. 10. Ausgabe, 20. Oktober 2019 (deinwolfsburg.de mit Fotos). Der Braunschweiger und der Kölner Altar weisen in der Art der figürlichen Darstellung eine weitgehende Übereinstimmung auf.

Literatur Ludwig Hänselmann: Kort Borgentryk, Maler und Bildschnitzer in Braunschweig, 1457–1502. In: Braunschweigische Nachrichten. Beilage zu den Braunschweigischen Anzeigen 1875, S. 288–290. Braunschweig. In: Ernst Franz August Münzenberger, Stephan Beissel: Anfänge und Entwickelung des gotischen Flügelaltares zunächst in Norddeutschland: mit 80 Kunstbeiträgen. 1890, S. 180–181 (uni-heidelberg.de), doi:10.11588/DIGLIT.15163.

Felix Wittihg: Cort Borgentryk, der Meister des Braunschweiger Dombildes (= Studien zur deutschen Kunstgeschichte. Heft 214.) J. H. E. Heitz, Straßburg 1921 (). Evelin Haase: Borgentrik (auch Borgentrick, Borgentryk), Cord (auch Konrad, Conrad). In: Helga Eberle: Studien zu Cord Borgentrik ‚Regina Coeli‘ im Werk des Bildschnitzers zwischen Tradition und Kirchenreform. Universitätsverlag Göttingen, 2022, ISBN 978-3-86395-563-2.

Weblinks

Marienretabel mit Predella deutsche-digitale-bibliothek.de Der Alfelder Altar in der Minoritenkirche zu Köln alt-alfeld.de

Einzelnachweise

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